Eine Klassifikation von Krankheiten kann als eine Systematik von Krankheitsgruppen definiert werden, der Krankheitsbilder nach feststehenden Kriterien zugeordnet werden. Zweck der ICD ist es, systematische Aufzeichnungen, Analysen, Deutungen der Ergebnisse und Vergleiche der in verschiedenen Ländern oder Gebieten und in verschiedenen Zeiträumen gesammelten Mortalitäts- und Morbiditätsdaten zu erlauben. Die ICD wird zur Übertragung der Bezeichnungen von Krankheitsdiagnosen und sonstigen Gesundheitsproblemen in einen alphanumerischen Schlüssel benutzt, wodurch eine einfache Speicherung, das Wieder finden und die statistische Auswertung von Daten ermöglicht werden.
Die deutsprachigen Versionen der ICD-Klassifikationen werden vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) herausgegeben und sowohl mittels Download als auch Online-Suche zugänglich gemacht.
Die von der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) herausgegebene ICD
Bis 1952 wurde die Kodierung der Todesursachen nach dem „Ausführlichen Systematischen Verzeichnis der Todesursachen (3stellige ICD-Klassifikation, 5. Revision)" durchgeführt. Zwischen 1953 und 1958 wurde die „Internationale Systematik der Krankheiten, Gesundheitsschädigungen und Todesursachen vom Jahre 1948 (3stellige ICD-Klassifikation, 6. Revision)" zur Klassifizierung herangezogen. Ab 1959 war die Grundlage der Codierung die „Deutsche ausführliche Systematik der Krankheiten, Verletzungen und Todesursachen (3stellige ICD-Klassifikation, 7. Revision)".Ab 1969 wurde nach der „Internationalen Systematik der Krankheiten (4stellige ICD-Klassifikation, 8. Revision)", ab 1980 nach der „Internationalen Systematik der Krankheiten (4stellige ICD-Klassifikation, 9. Revision)" und ab dem Berichtsjahr 2002 nach der „Internationalen Systematik der Krankheiten (4stellige ICD-Klassifikation, 10. Revision)" kodiert.
Die Auswertung der Todesursachenstatistik erfolgt nach internationalen Vorgaben auf Basis einer Liste von Todesursachengruppen mithilfe derer Zeitreihen dargestellt werden können. Siehe dazu auch die Umschlüsselung über die verschiedenen ICD-Versionen.
Von den österreichischen Krankenanstalten
wird anstelle des ICD
Im Kapitel XXa kommen folgende Schlüsselnummern zur Anwendung:
U01.- Arbeitsunfall
Inkl.: Wegunfall als Nichtverkehrsunfall
Exkl.: Verkehrsunfall (U12.-)
U02.- Schülerunfall
Exkl.: Sportunfall (U21.-)
Verkehrsunfall (U12.-)
U11.- Verkehrsunfall
Exkl.: als Arbeitsunfall (U12.-)
U12.- Verkehrsunfall als Arbeitsunfall
Inkl.: Wegunfall als Verkehrsunfall
U21.- Sportunfall
U22.- Unfall bei der Hausarbeit
U23.- Unfall bei Heimwerken und Gartenarbeit
U29.- Sonstiger Unfall im privaten Bereich
U31.- Suizid-Versuch oder absichtliche Selbstverletzung
U41.- Absichtliche Verletzung durch andere Personen, auch Tötungsversuch
U99.- Sonstige Ursachen exogener
Noxen
Inkl.: Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen und ärztlichen
Behandlungen
Das Kapitel „XXI. Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen (Z00-Z99)" wird von den österreichischen Krankenanstalten in unterschiedlicher Form und nur zum Teil verwendet. Dieses Kapitel sollte nicht für internationale Vergleiche herangezogen werden.
Seit August 2006 wird im österreichischen
Krebsregister die dritte Version der speziell auf die Onkologie zugeschnittenen
Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Kodierung der
Krebserkrankungen verwendet: die „International Classification of
Diseases for Oncology" (ICD-O
Die ICD-O ist eine duale Klassifikation,
die neben der Kodierung der Lokalisation auch die Histologie der Neubildung
berücksichtigt. Um den Tumor bestmöglich nach ICD-O klassifizieren
zu können, ist nach Möglichkeit zusätzlich zur Lokalisation des Primärtumors
auch die Histologie anzugeben. Der Lokalisationskode beschreibt den
Sitz der Neubildung und verwendet in der Regel denselben drei- bzw.
vierstelligen Kode, der auch in der ICD
Von Juli 2002 bis August 2006 wurde
die 2. Version der ICD-O verwendet. Vor Juli 2002 wurde für die Kodierung
der Lokalisation die ICD
Für die publizierten Tabellen zur
Krebsinzidenz wird der ICD-O Kode in den ICD