Österreich und seine Bundesländer

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Im Jahr 2019 leben die mehr als 8,9 Mio. Österreicherinnen und Österreicher in rund 3,9 Mio. Privathaushalten. Seit dem Jahr 2000 hat die österreichische Bevölkerung die 8-Millionen-Grenze überschritten. Die 7-Mio.-Marke wurde Anfang der 1950er Jahre erreicht. Bis 2040 dürfte die Zahl laut Prognosen auf rund 9,4 Mio. ansteigen. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung Österreichs lebt in der Bundeshauptstadt Wien (rund 1,9 Mio.), gefolgt von Niederösterreich mit 1,7 Mio. Einwohnern. 2019 wurde die durchschnittliche österreichische Bevölkerungsdichte von 106 Personen pro km² in Wien naturgemäß mit rund 4.600 Personen pro km² deutlich überschritten. Über 100 Personen pro km² lebten in Vorarlberg mit 152 und Oberösterreich mit 124 Personen pro km². Tirol mit 60 und Kärnten mit 59 Personen pro km² wiesen die geringste Bevölkerungsdichte auf.

Die Bevölkerungsentwicklung in den Bundesländern Österreichs von 1995 bis 2019 zeigt bei einer österreichweiten Zunahme um 11,7% besonders hohe Bevölkerungsgewinne in Wien (23,5%), aber auch im Westen Österreichs (Tirol: 16,0%, Vorarlberg: 15,8%), andererseits stagnierende Bevölkerungszahlen im Südosten Österreichs, nämlich in der Steiermark (+4,9%) und in Kärnten (0,0%). Durch die Tendenz zur Verkleinerung der Privathaushalte stieg deren Zahl zwischen 1995 und 2019 mit 27,5% noch stärker als die Bevölkerung. Die höchsten Zunahmen sind in Tirol mit 40,0% und Vorarlberg mit 38,9% zu verzeichnen, die niedrigste Zuwachsrategibt es in Kärnten (20,8%).

Ca. die Hälfte der gesamten österreichischen Bevölkerung steht im Erwerbsleben. 2019 waren rund 4,4 Mio. erwerbstätig und rund 205.000 arbeitslos, gemessen nach internationalen Definitionen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen in Österreich um 7,0% gesunken, wobei die stärksten Rückgänge in der Steiermark (-19,4%) gefolgt von Salzburg (-14,1%) und dem Burgenland (-12,9%) zu verzeichnen waren. Einzig in Niederösterreich gab es 2019 einen Anstieg der Arbeitslosen von 7,1%. Die meisten Erwerbstätigen wohnten 2019 in Wien (rund 876.000) und Niederösterreich (rund 823.000); im Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren (Erwerbstätigenquote) lag Wien auf Grund vieler Personen in Ausbildung mit 67,1% allerdings an letzter Stelle. Die durchschnittliche Erwerbstätigenquote lag 2019 in Gesamtösterreich bei 73,6%. Besonders deutlich ist seit 1995 die Beschäftigung in Tirol gestiegen (+29,2%). Die Arbeitslosenquote (internationale Definition) ist traditionell in Wien am höchsten, wo sie 2019 einen Wert von 9,3% erreichte. Die niedrigste Arbeitslosenquote wird in Tirol (2,1%), Salzburg (2,4%) und Oberösterreich (2,9%)im Jahr 2019 registriert.

Beim Bruttoregionalprodukt (BRP) gab es im Jahr 2018 in allen Bundesländern Zuwächse, wobei diese in den Regionen unterschiedlich stark ausgeprägt waren. Die Bundesländer verzeichneten gegenüber dem Vorjahr reale Wachstumsraten zwischen +3,8% (Kärnten) und +1,3% (Burgenland). Über dem Österreichschnitt von +2,4% lagen auch noch Niederösterreich (+3,2%) und Steiermark (+2,7%). Das Wirtschaftswachstum in Oberösterreich entsprach mit +2,4% genau jenem Österreichs. Unter dem österreichischen Durchschnitt entwickelte sich die Wirtschaftsleistung in Vorarlberg (+2,2%), Salzburg +2,1%), Wien (+2,0%) und Tirol (+1,7%).

Auf der Verteilungsseite zeigten die Ergebnisse für die österreichischen Regionen folgendes Bild: Die nominellen Wachstumsraten des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte bewegten sich im Jahr 2018 zwischen +3,9% in Oberösterreich und je +3,2% in Wien, Kärnten und Burgenland – bei einem gesamtösterreichischen Zuwachs von +3,5%. Überdurchschnittliche nominelle Einkommenszuwächse erzielten neben Oberösterreich auch die privaten Haushalte in Tirol (+3,8%), in Vorarlberg und Niederösterreich (je +3,7%) und in der Steiermark (+3,6%). Die privaten Haushalte in Salzburg (+3,3%) lagen etwas unter dem Österreichschnitt.

Um die Regionen untereinander vergleichen zu können, stellt man das BRP bzw. das verfügbare Einkommen in Relation zur Bevölkerung in der jeweiligen Region dar. Während das Bruttoregionalprodukt die Wirtschaftsleistung am Arbeitsort misst, messen die Konten der privaten Haushalte das verfügbare Einkommen in jener Region, in der diese ihren Wohnsitz haben. Mit einem BRP je Einwohner von 52.400 Euro lag Salzburg 2018 an der Spitze, gefolgt von Wien (51.000 Euro), Vorarlberg (48.500 Euro), Tirol (46.100 Euro) und Oberösterreich (44.600 Euro). Unter dem Österreichschnitt (43.600 Euro) lagen die Steiermark (40.000 Euro), Kärnten (37.200 Euro), Niederösterreich (36.500 Euro) und als Schlusslicht weiterhin das Burgenland (30.700 Euro). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es in der Bundeshauptstadt Wien unter anderem durch einen hohen Anteil von Einpendlern und Einpendlerinnen zu einem hohen BRP je Einwohner kommt, während das BRP je Einwohner in Auspendlerregionen (zum Beispiel Burgenland) ein relativ niedriges Niveau aufweist.

Bei der Betrachtung des verfügbaren Einkommens je Einwohner ist generell festzuhalten, dass die Bundesländerniveaus – im Vergleich zu jenen des BRP je Einwohner – näher beieinanderliegen. Das höchste verfügbare Einkommen je Einwohner verzeichneten 2018 die Vorarlberger Haushalte mit 25.600 Euro. Danach folgten die Bundesländer Niederösterreich mit 25.300 Euro, sowie Salzburg und Burgenland mit je 24.900 Euro. Wien lag hinsichtlich des verfügbaren Einkommens je Einwohner mit 23.000 Euro an letzter Stelle hinter Kärnten mit 23.800 Euro und Tirol und der Steiermark mit je 24.100 Euro. Die privaten Haushalte in Oberösterreich lagen mit 24.500 Euro geringfügig über dem österreichischen Durchschnitt von 24.300 Euro. Betrachtet man das Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer (bezogen auf den Arbeitsort) lag 2017 erneut Wien mit 50.000 Euro deutlich an der Spitze, gefolgt von Vorarlberg (45.700 Euro) und Oberösterreich (44.700 Euro). Auf den hinteren Rängen sind wiederum das Burgenland mit 37.900 Euro und die Bundesländer Kärnten, Steiermark, Tirol und Niederösterreich mit Werten zwischen 42.300 Euro und 42.800 Euro zu finden.

Die höchsten regionalen Forschungsquoten im Bundesländervergleich verzeichneten 2017 die Steiermark (4,87% des BRP), Wien (3,60% des BRP) und Oberösterreich (3,46% des BRP).

Mit rund 21% oder 6.382 Betrieben stellte Oberösterreich 2018 den größten Anteil an Industriebetrieben (ÖNACE 2008 B bis E) in Österreich. Dabei lag Oberösterreich mit einer Betriebsdichte von 4,3 Industriebetrieben pro 1.000 Einwohner an dritter Stelle hinter Vorarlberg (5,1) und Salzburg (4,6), aber deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 3,5 Industriebetrieben pro 1.000 Einwohner. Mit rund 184.000 Erwerbstätigen oder 24,4% war 2018 in Oberösterreich der größte Teil der Erwerbstätigen in der Industrie beschäftigt, gefolgt von Niederösterreich mit 140.894 (18,7%) und der Steiermark mit 122.583 (16,2%) Erwerbstätigen. Mit 22.413 Erwerbstätigen oder 3,0% bildete das Burgenland das Schlusslicht dieser Aufstellung. Die oberösterreichische Industrie erwirtschaftete im Jahr 2018 eine Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen von 19,2 Mrd. Euro und leistete damit 25,2% des gesamtösterreichischen Industrievolumens von 76,3 Mrd. Euro. Mit 13,2 Mrd. Euro bzw. 12,4 Mrd. Euro erzielten Niederösterreich und die Steiermark 2018 den zweit- bzw. drittgrößten Anteil an der gesamtösterreichischen industriellen Bruttowertschöpfung.

Die regionale Verteilung der rund 37.200 österreichischen Baubetriebe (ÖNACE 2008: F) gestaltet sich 2018 wie folgt: Niederösterreich wies mit 18,2% die größte Zahl an Baubetrieben auf, gefolgt von Wien (16,7%) und Oberösterreich (15,5%). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Verteilung der Erwerbstätigen im Bauwesen im Jahr 2018. Hier stellt Oberösterreich den größten Teil mit 19,4%, gefolgt von Niederösterreich (17,4%) und Wien (15,1%). Die durchschnittliche Zahl an Baubetrieben pro 1.000 Einwohner lag 2018 österreichweit bei 4,2. Die höchste Dichte an Baubetrieben (Baubetriebe pro 1000 Einwohner) gab es 2018 in Salzburg (5,4) gefolgt von Burgenland und Tirol (je 5,3). Betrachtet man die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen im Jahr 2018, so leisteten die Baubetriebe in Oberösterreich mit 4,4 Mrd. Euro sowie in Wien und in Niederösterreich mit je 4,0 Mrd. Euro zusammen mehr als die Hälfte der österreichischen Bruttowertschöpfung im Bauwesen (ÖNACE 2008 F), die insgesamt 23,1 Mrd. Euro betrug.

Hinsichtlich der Zahl der Handelsbetriebe (ÖNACE 2008: G) lag 2018 Niederösterreich mit 15.720 Betrieben hinter Wien (16.152 Betriebe) an zweiter Stelle gefolgt von Oberösterreich mit 13.320 Betrieben. Die meisten Erwerbstätigen im Handel finden sich in Niederösterreich (20,5%), Wien (19,4%) und Oberösterreich (16,3%). Die höchste Dichte an Handelsbetrieben war in Salzburg mit 11,2 Handelsbetrieben pro 1.000 Einwohner zu finden, gefolgt von Niederösterreich mit 9,4. Schlusslicht bildete hier Wien mit 8,5 gefolgt von der Steiermark mit 8,6 Betrieben pro 1.000 Einwohner. 2018 erwirtschaftete Wien mit einer Bruttowertschöpfung von 10,6 Mrd. Euro alleine 26,6% des österreichischen Gesamtvolumens im Handel.

Die Regionaldaten der österreichischen Außenhandelsstatistik zeigen folgendes Bild: Im Zeitraum Jänner bis Dezember 2019 wurden nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 157,97 Mrd. Euro nach Österreich eingeführt. Mit einem Wert von 38,43 Mrd. Euro hatte Wien in diesem Zeitraum den höchsten Anteil (24,3%) an den gesamtösterreichischen Einfuhren, gefolgt von Oberösterreich (29,58 Mrd. Euro bzw. 18,7%) und Niederösterreich (27,08 Mrd. Euro bzw. 17,1%). Die Ausfuhr von Waren aus Österreich belief sich in der Berichtsperiode auf 153,79 Mrd. Euro. Ein Viertel (40,12 Mrd. Euro bzw. 26,1%) der Ausfuhren entfielen dabei auf Oberösterreich. Die Steiermark war mit 26,10 Mrd. Euro bzw. 17,0% das Bundesland mit den zweithöchsten Ausfuhrwerten, gefolgt von Niederösterreich (22,53 Mrd. Euro bzw. 14,7%). Auch im Jahr 2019 steht Tirol mit rd. 49,9 Mio. Nächtigungen unter den Bundesländern Österreichs an der Spitze der österreichischen Tourismuswirtschaft, wobei der Anteil an den Gesamtnächtigungen (152,7 Mio.) rund ein Drittel beträgt (32,7%). Rund ein Fünftel der Nächtigungen wurde im Bundesland Salzburg verzeichnet (19,6%), gefolgt von Wien mit 11,5%. Dementsprechend weisen Tirol und Salzburg besonders hohe Tourismusintensitäten (= Übernachtungen je Einwohnerin bzw. Einwohner) auf (66 bzw. 54 Nächtigungen je Einwohnerin bzw. Einwohner), während in den bevölkerungsreichsten drei Bundesländern Niederösterreich (5), Oberösterreich (6) und Wien (9) die Tourismusintensität vergleichsweise gering ist. Eine Analyse der Verteilung der Anzahl der Beherbergungsbetriebe (ohne Campingplätze) nach Bundesländern zeichnet ein ähnliches Bild: Von den rd. 68.000 Beherbergungsbetrieben sind mehr als ein Drittel in Tirol (33,1%) zu finden, mit Abstand gefolgt von Salzburg und Kärnten mit 17,6% bzw. 12,7% der Betriebe. Im Durchschnitt zählt ein österreichischer Beherbergungsbetrieb 17 Gästebetten. Nach Bundesländern zeigt sich, dass die Bettenzahl je Betrieb mit 22 in Niederösterreich am höchsten ist, die kleinsten Betriebe mit durchschnittlich 14 Betten sind in Kärnten zu finden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bewegt sich im Jahr 2019 zwischen 2,2 Tagen in Wien und 4,1 Tagen in Kärnten; über dem Österreichschnitt von 3,3 Tagen liegen zudem Tirol (4,0 Tage) Salzburg (3,7 Tage) und Vorarlberg (3,7 Tage), während die Steiermark (3,1 Tage), das Burgenland (2,8 Tage), Oberösterreich (2,6) Tage und Niederösterreich (2,4 Tage) unterdurchschnittliche Verweildauern aufweisen.

Bei der Abfrage, Auswertung und Interpretation der einzelnen Daten, ersuchen wir Sie auch die Besonderen Hinweise zu den Daten (Reiter „Hinweise/Hilfe“) zu beachten. Detaillierte Ergebnisse und Informationen zu einzelnen Statistiken erhalten Sie im Zweig Statistiken.

Wichtige wirtschaftliche Eckdaten im Bundesländervergleich
Ranking der Bundesländer Österreichs nach ausgewählten Merkmalen
Regionale Eckdaten für Industrie, Bauwesen und Handel (ÖNACE 2008)
Regionale Entwicklung des Tourismus

Bruttoregionalprodukt je Einwohner 2008 und 2018 nach Bundesländern und Veränderung in %
Bevölkerungsentwicklung von 1995 auf 2019 nach Bundesländern
Betriebe pro 1.000 Einwohner in Industrie, Bau und Handel (ÖNACE 2008) 2018 nach Bundesländern
Erwerbstätige in Industrie, Bau und Handel 2019 nach Bundesländern
Arbeitslosenquoten nach Bundesländern Jahresdurchschnitt 2019


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