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Demographische Indikatoren

Hier finden Sie Lage- und Anteilsmaße zur Beschreibung demographischer Prozesse. Präsentiert werden Kennzahlen zu

  • Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl,
  • Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit) sowie
  • Eheschließungen und Ehescheidungen

Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl

Österreichische Frauen bekommen im Schnitt 1,41 Kinder; Fertilitätsalter mittlerweile bei 29,5 Jahren

Im Jahr 2008 wurden in Österreich 77.752 Kinder geboren, das entsprach einer rohen Geburtenrate von 9,3 Lebendgeborenen auf 1.000 der Bevölkerung bzw. einer allgemeinen Fertilitätsrate von 45,3 Lebendgeborenen auf 1.000 Frauen im Alter von 15 bis unter 45 Jahren. Die Gesamtfertilitätsrate lag bei 1,41 Kindern je Frau, d.h. dass bei zukünftiger Konstanz der altersbezogenen Fertilität eine heute 15-jährige Frau in Österreich bis zu ihrem 45. Geburtstag statistisch gesehen 1,41 Kinder zur Welt bringen wird. Dieser Mittelwert liegt damit deutlich unter dem „Bestanderhaltungsniveau“ von etwa 2 Kindern pro Frau; in den letzten 10 Jahren schwankte die Gesamtfertilitätsrate nur geringfügig zwischen 1,33 (2001) und 1,42 (2004). Zum Vergleich: Im Jahr 1963 hatte die Gesamtfertilitätsrate ein Nachkriegs-Maximum von 2,82 erreicht und war damit doppelt so hoch wie heute.

Dass die Periodenfertilität in Österreich so niedrig ist, hängt auch damit zusammen, dass sich das Alter bei der Geburt eines Kindes immer weiter erhöht („Aufschieben“ von Geburten). So lag das durchschnittliche Fertilitätsalter im Jahr 2008 bei mittlerweile 29,5 Jahren, um 1,5 Jahre mehr als noch 1998. Das Fertilitätsalter ist seit Mitte der 1970er-Jahre im Steigen begriffen; detaillierte Untersuchungen zeigen, dass das Alter bei der Geburt des ersten Kindes überdurchschnittlich stark gestiegen ist.

Von den 77.752 Lebendgeborenen des Jahres 2008 kamen 30.202 unehelich zur Welt, d.h. die Mutter war zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet. Die Unehelichenquote betrug damit 38,8 Prozent (bei den Erstgeborenen: 51,1 Prozent). Seit 1998 ist die Unehelichenquote von damals 29,5% um 9,3 Prozentpunkte gestiegen. Wie viele von den unverheirateten Müttern in einer Lebensgemeinschaft lebten, ist nicht bekannt; Daten aus der Vergangenheit lassen vermuten, dass es bei etwa 40-50% aller unehelich Geborenen früher oder später zu einer Eheschließung der Eltern kommen wird.

Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit)

Lebenserwartung weiter gestiegen (Männer 77,6 Jahre, Frauen 83,0 Jahre); Säuglingssterblichkeit erneut unter 4 Promille

Im Jahr 2008 ereigneten sich in Österreich 75.083 Sterbefälle, das entsprach einer rohen Sterberate von 9,0 Sterbefällen auf 1.000 der Bevölkerung. 1998 hatte die rohe Sterberate noch 9,8 Promille betragen, in den 1960er-Jahren waren es pro Jahr etwa 13 Promille gewesen.

Die Lebenserwartung bei der Geburt lag für einen österreichischen Mann im Jahr 2008 bei 77,6 Jahren und damit um 3,2 Jahre höher als 1998. Bei den Frauen stieg die Lebenserwartung bei der Geburt seit 1998 um 2,1 Jahre auf mittlerweile 83,0 Jahre. Der Vorsprung der weiblichen vor der männlichen Lebenserwartung hat sich zwar seit dem Höchststand im Jahr 1982 (damals 7,2 Jahre) verringert, liegt aber noch immer bei 5,4 Jahren.

Während der Anstieg der Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren anfangs vor allem durch den Rückgang der Säuglings- und Kindersterblichkeit erreicht wurde, trug in den letzten Jahrzehnten die Verringerung der Sterblichkeit im höheren Alter immer stärker zum Anstieg der Lebenserwartung bei: Die fernere Lebenserwartung eines 60-jährigen Mannes lag 2008 in Österreich bereits bei 21,3 Jahren (1998: 19,1 Jahre), für eine 60-jährige Frau betrug dieser Wert 25,1 Jahre (1996: 23,5 Jahre). Auch hier ist in den letzten Jahren ein etwas stärkerer Anstieg bei den Männern zu beobachten.

Die Säuglingssterberate (gestorbene Säuglinge auf 1.000 Lebendgeborene) lag 2008 in Österreich bei 3,7 Promille. Seit 1997 lag dieser Wert immer unter der 5-Promille-Marke, seit 2006 zudem unter der 4-Promille-Marke. Eine detaillierte Auswertung zeigt, dass die Säuglingssterblichkeit bei männlichen Neugeborenen höher ist als bei weiblichen Neugeborenen und dass ehelich Geborene eine geringere Säuglingssterblichkeit aufweisen als unehelich Lebendgeborene.

Eheschließungen und Ehescheidungen

Eheschließungsrate auf historischem Tiefststand; Gesamtscheidungsrate bei 49%

Im Jahr 2008 wurden in Österreich 35.223 Ehen geschlossen, das waren 4,2 Ehen auf 1.000 der Bevölkerung. Die Heiratsrate bewegt sich damit auf einem historischen Tiefststand. Zum Vergleich: In den 1960er-Jahren hatte es pro Jahr noch etwa 8 Eheschließungen auf 1.000 der Bevölkerung gegeben.

Der Anteil der Erst-Ehen, d.h. jener Eheschließungen, bei denen sowohl der Bräutigam als auch die Braut ledig sind, lag 2008 in Österreich bei 64,6%. In den letzten Jahren zeigten sich hier nur geringfügige Schwankungen. Das mediane Erstheiratsalter der Männer lag 2008 bei 31,7 Jahren und ist somit seit 1998 um 2,5 Jahre angestiegen. Bei den Frauen erhöhte sich im selben Zeitraum das mediane Erstheiratsalter um 2,1 Jahre auf 28,9 Jahre.

Es ist zu beachten, dass die Standesfallstatistik nur solche Eheschließungen erfasst, die in Österreich stattfinden. Eheschließungen im Ausland (was in Österreich lebende Personen mit Migrationshintergrund vermutlich verstärkt betrifft) sind in den Daten nicht enthalten.

Im Jahr 2008 gab es in Österreich 19.701 Ehescheidungen. Auf 1.000 der Bevölkerung entfielen 2,4 Ehescheidungen. Die mediane Ehedauer einer geschiedenen Ehe lag 2008 bei 9,6 Jahren.

Die Gesamtscheidungsrate lag 2008 in Österreich bei 47,8%. Diese Maßzahl wird als die Summe der einjährigen ehedauerspezifischen Scheidungshäufigkeiten im Berichtsjahr berechnet. Es handelt sich also um keine echte Scheidungswahrscheinlichkeit, sondern um einen Näherungswert, der vor allem zur Beschreibung zeitlicher Trends hinreichend gut geeignet ist.

Tabelle(n):
Ergebnisse im Überblick: Demographische IndikatorenHTMLPDFXLS
Indikatoren zu Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl seit 1961HTMLPDFXLS
Indikatoren zu Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit) seit 1961HTMLPDFXLS
Indikatoren zu Eheschließungen und Ehescheidungen seit 1961HTMLPDFXLS
Ausgewählte demographische Indikatoren des Jahres 2008 für die BundesländerHTMLPDFXLS
Einjährige Fertilitätsziffern seit 1961PDFXLS
Weitere Informationen:
Demographische Indikatoren 1961-2008 für BurgenlandPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für KärntenPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für NiederösterreichPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für OberösterreichPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für SalzburgPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für SteiermarkPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für TirolPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für VorarlbergPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für WienPDF
Demographische Indikatoren 1961-2008 für ÖsterreichPDF