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Demographische Indikatoren

Hier finden Sie Lage- und Anteilsmaße zur Beschreibung demographischer Prozesse. Präsentiert werden Kennzahlen zu

  • Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl,
  • Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit) sowie
  • Eheschließungen und Ehescheidungen

Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl

Österreichische Frauen bekommen im Schnitt 1,39 Kinder; Fertilitätsalter mittlerweile bei 29,7 Jahren

Im Jahr 2009 wurden in Österreich 76.344 Kinder geboren, das entsprach einer rohen Geburtenrate von 9,1 Lebendgeborenen auf 1.000 der Bevölkerung. Die Gesamtfertilitätsrate lag bei 1,39 Kindern je Frau, d.h. dass bei zukünftiger Konstanz der altersspezifischen Fertilität eine heute 15-jährige Frau in Österreich bis zu ihrem 45. Geburtstag statistisch gesehen 1,39 Kinder zur Welt bringen wird. Dieser Mittelwert liegt damit deutlich unter dem „Bestanderhaltungsniveau“ von etwa 2 Kindern pro Frau; in den letzten 10 Jahren schwankte die Gesamtfertilitätsrate nur geringfügig zwischen 1,33 (2001) und 1,42 (2004). Zum Vergleich: Im Jahr 1963 hatte die Gesamtfertilitätsrate ein Nachkriegs-Maximum von 2,82 erreicht und war damit doppelt so hoch wie heute.

Dass die Periodenfertilität in Österreich so niedrig ist, hängt auch damit zusammen, dass sich das Alter bei der Geburt eines Kindes immer weiter erhöht („Aufschieben“ von Geburten). So lag das durchschnittliche Fertilitätsalter im Jahr 2009 bei mittlerweile 29,7 Jahren, um 1,5 Jahre mehr als noch 1999. Das Fertilitätsalter ist seit Mitte der 1970er-Jahre im Steigen begriffen; detaillierte Untersuchungen zeigen, dass das Alter bei der Geburt des ersten Kindes überdurchschnittlich stark gestiegen ist.

Von den 76.344 Lebendgeborenen des Jahres 2009 kamen 29.988 unehelich zur Welt, die Unehelichenquote betrug damit 39,3 Prozent. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Unehelichenquote deutlich gestiegen. Wie viele von den unverheirateten Müttern in einer Lebensgemeinschaft lebten, ist nicht bekannt; Daten aus der Vergangenheit lassen vermuten, dass es bei etwa 40-50% aller unehelich Geborenen früher oder später zu einer Eheschließung der Eltern kommen wird.

Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit)

Lebenserwartung 77,4 Jahre für die Männer und 82,9 Jahre für die Frauen; Säuglingssterblichkeit unter 4 Promille

Im Jahr 2009 ereigneten sich in Österreich 77.381 Sterbefälle, das entsprach einer rohen Sterberate von 9,3 Sterbefällen auf 1.000 der Bevölkerung. 1999 hatte die rohe Sterberate noch 9,8 Promille betragen, in den 1960er-Jahren waren es pro Jahr etwa 13 Promille gewesen.

Die Lebenserwartung bei der Geburt lag für einen österreichischen Mann im Jahr 2009 bei 77,4 Jahren und damit um 2,6 Jahre höher als 1999. Bei den Frauen stieg die Lebenserwartung bei der Geburt seit 1999 um 2,0 Jahre auf mittlerweile 82,9 Jahre. Der Vorsprung der weiblichen vor der männlichen Lebenserwartung hat sich zwar seit dem Höchststand im Jahr 1982 (damals 7,2 Jahre) verringert, liegt aber noch immer bei 5,5 Jahren.

Bei Zeitvergleichen zur Sterblichkeit und Lebenserwartung ist zu beachten, dass im Jahr 2009 erstmals auch die Sterbefälle auf ausländischem Staatsgebiet erfasst werden konnten. Dies bewirkt eine etwas höhere Sterberate bzw. geringere Lebenserwartung, als ohne diese ca. 1.200 Auslandssterbefälle der Fall wäre.

Während der Anstieg der Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren anfangs vor allem durch den Rückgang der Säuglings- und Kindersterblichkeit erreicht wurde, trug in den letzten Jahrzehnten die Verringerung der Sterblichkeit im höheren Alter immer stärker zum Anstieg der Lebenserwartung bei: Die fernere Lebenserwartung eines 60-jährigen Mannes lag 2009 in Österreich bereits bei 21,2 Jahren, für eine 60-jährige Frau betrug dieser Wert 25,1 Jahre.

Die Säuglingssterberate (gestorbene Säuglinge auf 1.000 Lebendgeborene) lag 2009 in Österreich bei 3,8 Promille. Seit 1997 lag dieser Wert immer unter der 5-Promille-Marke, seit 2006 zudem unter der 4-Promille-Marke. Eine detaillierte Auswertung zeigt, dass die Säuglingssterblichkeit bei männlichen Neugeborenen höher ist als bei weiblichen Neugeborenen und dass ehelich Geborene eine geringere Säuglingssterblichkeit aufweisen als unehelich Lebendgeborene.

Eheschließungen und Ehescheidungen

Eheschließungsrate bei 4 Promille, darunter zwei Drittel Erst-Ehen

Im Jahr 2009 wurden in Österreich 35.469 Ehen geschlossen, das waren 4,2 Ehen auf 1.000 der Bevölkerung. Die Heiratsrate bewegt sich damit auf einem historischen Tiefststand. Zum Vergleich: In den 1960er-Jahren hatte es pro Jahr noch etwa 8 Eheschließungen auf 1.000 der Bevölkerung gegeben.

Der Anteil der Erst-Ehen, d.h. jener Eheschließungen, bei denen sowohl der Bräutigam als auch die Braut ledig sind, lag 2009 in Österreich bei 65,6%. In den letzten Jahren zeigten sich hier nur geringfügige Schwankungen. Das mediane Erstheiratsalter der Männer lag 2009 bei 31,8 Jahren und ist somit seit 1999 um 2,2 Jahre angestiegen. Bei den Frauen erhöhte sich im selben Zeitraum das mediane Erstheiratsalter um 2,0 Jahre auf 29,1 Jahre.

Es ist zu beachten, dass die Standesfallstatistik nur solche Eheschließungen erfasst, die in Österreich stattfinden. Eheschließungen im Ausland (was in Österreich lebende Personen mit Migrationshintergrund vermutlich verstärkt betrifft) sind in den Daten nicht enthalten.

Im Jahr 2009 gab es in Österreich 18.806 Ehescheidungen. Auf 1.000 der Bevölkerung entfielen 2,2 Ehescheidungen. Die mediane Ehedauer einer geschiedenen Ehe lag 2009 bei 10,1 Jahren.

Die Gesamtscheidungsrate lag 2009 in Österreich bei 46,0%. Diese Maßzahl gibt den Prozentsatz geschiedener Ehen an, der auf Grund der im Berichtsjahr beobachteten ehedauerspezifischen Scheidungsraten für aktuell geschlossene Ehen zu erwarten ist, falls sich an diesen ehedauerspezifischen Scheidungsraten in Zukunft nichts ändern würde.

Tabelle(n):
Ergebnisse im Überblick: Demographische IndikatorenHTMLPDFXLS
Indikatoren zu Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl seit 1961HTMLPDFXLS
Indikatoren zu Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit) seit 1961HTMLPDFXLS
Indikatoren zu Eheschließungen und Ehescheidungen seit 1961HTMLPDFXLS
Ausgewählte demographische Indikatoren des Jahres 2009 für die BundesländerHTMLPDFXLS
Einjährige Fertilitätsziffern seit 1961PDFXLS
Weitere Informationen:
Demographische Indikatoren 1961-2009 für BurgenlandPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für KärntenPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für NiederösterreichPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für OberösterreichPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für SalzburgPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für SteiermarkPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für TirolPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für VorarlbergPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für WienPDF
Demographische Indikatoren 1961-2009 für ÖsterreichPDF