Das Theaterland Österreich gilt, insbesondere was
das Musiktheater betrifft, als mit festen Häusern hervorragend versorgt
(ohne dass dies im Moment anhand einer harmonisierten europäischen
Statistik belegt werden könnte). Im Spieljahr 2009/10 wurden insgesamt
5,36 Mio. Besuche bei den rund 14.322 Vorstellungen der erfassten Theater-
und Konzertveranstalter verzeichnet.
Die Bundestheater, die großen Wiener Privattheater,
die Vereinigten Bühnen Wien, das Theater der Jugend sowie die Länderbühnen
und Stadttheater wurden 2009/10 von 3,79 Mio. Zuschauern und Zuschauerinnen
besucht. Das entspricht einem Plus von 5,9% gegenüber dem Vorjahr.
Die anderen Theater- und Konzertbühnen und Theatergruppen lockten weitere
1,57 Millionen Besucher und Besucherinnen an. (Wegen des unterschiedlichen
Umfangs meldender Einheiten ist die Veränderung zum Vorjahr insgesamt
allerdings nicht sinnvoll interpretierbar.)
Die Bundestheater (Wiener Staats- und Volksoper, Burg- und Akademietheater,
inklusive Nebenbühnen) verzeichneten 2009/10 zusammen 1,30 Mio. Besuche
und hielten damit einen Anteil am gesamtösterreichischen Theaterbesuch
von 24,3%. Vor allem die Staatsoper mit 588.657(+0,8% gegenüber 2008/09)
und die Volksoper mit 314.629(-1,5%) Besuchen erwiesen sich traditionell
als Publikumsmagnete. Das Burgtheater notierte mit 283.356 Besuchen
ein Plus von 9,7%, das Akademietheater dagegen einen Rückgang um 1,8%
(113.959 Besuche). Insgesamt verbuchten die Bundestheater einen Anstieg
der Besucherzahl um 1,8% im Vergleich zum Vorjahr.
Die großen Wiener Privattheater (Theater in der Josefstadt mit
den zugehörigen Kammerspielen, Volkstheater und Theater der Jugend)
und die VereinigtenBühnen Wien
(Raimundtheater, Theater an der Wien und Ronacher) zählten im Spieljahr
2009/10 1,35 Mio. Besuche (+22,7%). Besonders stark fiel der Anstieg
dabei bei den beiden für Musicalproduktionen bekannten Bühnen Raimundtheater
(+54,2%) und Ronacher (+46,9%) aus. Die Länderbühnen und Stadttheater kamen 2009/10 zusammen auf 1,13 Mio. Besuche;
bleibt das Stadttheater Baden mangels aktueller Daten auch bei den Vorjahreszahlen
unberücksichtigt, ergibt sich insgesamt ein Anstieg von 1,5% im Vergleich
zum Vorjahr. Steigende Besuchszahlen verzeichnete insbesondere das Salzburger
Landestheater (+28,9%), gefolgt von Tiroler Landestheater (+11,6%) und
Stadttheater Klagenfurt (+10,0%). Den prozentuell stärksten Rückgang
berichtete das Landestheater Niederösterreich (-11,9%). Die höchsten
Besuchszahlen entfielen wie schon zuletzt auf die Vereinigten Bühnen
Graz (277.000), das Landestheater Linz (224.000) und das Tiroler Landestheater
(193.000).
Die 2009/10 an weiteren Theater- und Konzertbühnen
erfassten Besuche in der Höhe von 1,57 Mio. stellen eine Untergrenze
dar, da bei weitem nicht für alle Bühnen Daten vorliegen. Mit 1,14
Mio. Besuchen wurde die überwiegende Zahl aus Wien gemeldet – darunter
321.000 durch das Wiener Konzerthaus sowie 296.000 durch die Gesellschaft
der Musikfreunde. Allein auf diese zwei Veranstaltungsorte entfiel mehr
als ein Drittel des Besuchs der weiteren Theater- und Konzertbühnen.
Im Spieljahr 2009/10 erreichten die Vereinigten Bühnen
Wien mit einem Einspielergebnis von 53,5% den höchsten Deckungsgrad
der Ausgaben durch Betriebseinnahmen (ohne Subventionen) unter den Groß-
und Mittelbühnen, gefolgt von der Staatsoper (43,2%). Ebenfalls einen
relativ hohen Deckungsgrad wiesen das Theater der Jugend (42,4%) und
das Theater in der Josefstadt (41,0%) auf.