NAMEA

Die Grundidee einer NAMEA („National Accounting Matrix including Environmental Accounts“) besteht darin, die Auswirkungen gesellschaftlichen Handelns auf die Umwelt aufzuzeigen. Zu diesem Zweck sind die Klassifikationen von wirtschaftsbezogenen und umweltbezogenen Daten soweit zusammenzuführen, dass eine direkte Gegenüberstellung von Parametern aus beiden Bereichen möglich ist. Mittels einer einheitlichen Gliederung nach Wirtschaftsbereichen (ÖNACE Klassifikation) und Privaten Haushalten sollen üblicherweise verwendete Wirtschaftsindikatoren, wie z. B. der Produktionswert oder Erwerbstätige, mit den umweltbezogenen Materialflüssen und/oder den umweltbezogenen Aufwendungen des jeweiligen Bereiches zusammengeführt werden. Ziel ist es, die externen Umwelt- und Sozialkosten den Verursachern im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zuzuweisen. Solche Gegenüberstellungen verschieben den Fokus von den Wirtschaftsergebnissen auf die umweltrelevanten Daten.

In ihrer einfachen Form werden bestimmte umweltbezogene Daten einzeln betrachtet, wie z. B. in der Luftemissionsrechnung. Darüber liegt die integrierte NAMEA, bei der verschiedene umweltbezogene Datensätze gemeinsam betrachtet und den ökonomischen Parametern gegenübergestellt werden.

Integrierte NAMEA

Die ökonomischen Konten der österreichischen Integrierten NAMEA umfassen den Produktionswert, die Bruttowertschöpfung und die Erwerbstätigen in Vollzeitäquivalenten. Die umweltbezogenen Daten setzen sich aus den Modulen Materialeinsatz, Energieeinsatz, Luftemissionen, Umweltschutzausgaben (für Luftreinhaltung und Klimaschutz sowie Abfallwirtschaft), Ökosteuern und Abfälle zusammen.

Der Materialeinsatz nahm zwischen 1995 und 2016 um 9,5% zu, wobei es im Vergleich zur Entwicklung der Bruttowertschöpfung zu einem flacheren Anstieg und somit zu einer gewissen relativen Entkopplung kam. Er setzte sich im Jahr 2016 zu 55,6% aus mineralischen Materialien, zu 28,6% aus Biomasse sowie zu 15,9% aus fossilen Materialien zusammen. Die inländische Nachfrage konnte bei den mineralischen Materialien zu 75,2% mit heimischen Ressourcen abgedeckt werden, während der Eigenversorgungsgrad bei der Biomasse niedriger (60,6%) und bei den fossilen Materialien sehr gering (8,6%) war. Der Energieeinsatz erhöhte sich zwischen 1995 und 2016 um 13,9%, die Bruttowertschöpfung wuchs dagegen um 46,8%. Daraus resultierte eine deutliche relative Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Energieeinsatz. Ziel sollte letzten Endes eine absolute Entkopplung sein, d. h. Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig sinkendem Energieeinsatz. Dominiert wurde dieser von den nicht erneuerbaren Energieträgern, deren Anteil zwischen 1995 und 2016 von 73,0% auf 61,4% zurückging, während die erneuerbaren Energieträger (von 14,5% Anteil auf 22,1% Anteil) an Bedeutung gewannen und auch die sonstigen nicht emissionsrelevanten Energieträger (von 12,6% Anteil auf 16,5% Anteil) leicht zulegten. Umweltschutzausgaben sind für die Periode 1997 bis 2016 verfügbar. Die Aufwendungen für Luftreinhaltung und Klimaschutz stiegen um 17,8%, jene für die Abfallwirtschaft um 62,7%. Die Ökosteuern erhöhten sich zwischen 1995 und 2016 insgesamt um 116,5%, wobei die Energie- und Transportsteuern als bedeutendste Gruppen auch den größten Beitrag zum Anstieg leisteten.

Für die Luftschadstoffe und Treibhausgase gibt es bereits aktuelle Zahlen für den Zeitraum 1995 bis 2018. Dazu wird auf die obige Luftemissionsrechnung verwiesen.

Bei den gefährlichen Abfällen ist ein Vergleich auf Grund von Änderungen in den gesetzlichen Vorschriften für die Festsetzung von gefährlichen Abfällen sowie für die Ausstufung von gefährlichen Abfällen (Nachweis der Nicht-Gefährlichkeit) und dem sich daraus ergebenden Zeitreihenbruch nicht möglich. Unter Bedachtnahme auf diese Rahmenbedingungen wurde das höchste Aufkommen mit 1,47 Mio. t im Jahr 2010 verzeichnet. Die geringste Menge fiel mit 913.000 t im Jahr 2005 an. Für die nicht gefährlichen Abfälle liegen nur Daten für die Jahre 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 und 2016 vor. Im Jahr 2016 waren dies 60,0 Mio. t.

Integrierte NAMEA 1995 - 2016 - Ergebnisse im Überblick
Integrierte NAMEA 1995 - 2016 - Ergebnisse für Wirtschaftsbereiche und die privaten Haushalte
Integrierte NAMEA 1995 - 2016 - Gefährliche und nicht gefährliche Abfälle
Integrierte NAMEA 1995 - 2016 - Vergleich des Energieverbrauchs nach Inländer- und Inlandskonzept

Integrierte NAMEA 1995 - 2016 - Gesamtentwicklung der Wirtschaft (ohne private Haushalte)
Integrierte NAMEA 1995 - 2016 - Entwicklung von Luftemissionen und Bruttowertschöpfung der Wirtschaft
Integrierte NAMEA 1995 - 2016 - Entwicklung der privaten Haushalte
Integrierte NAMEA 1995 - 2016 - Entwicklung von Luftemissionen und Energieeinsatz der privaten Haushalte


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