Umweltbedingungen, -verhalten

Mikrozensus Umweltbedingungen, Umweltverhalten; 2019 - Ergebnisse

Der MZ Umweltbedingungen, Umweltverhalten 2019 zeigt auf, in welchem Ausmaß Menschen in ihrem Wohnbereich von Lärm, Hitze, Gerüchen, Staub oder Ruß beeinträchtigt und welche Ursachen dafür vermutet werden. Auch eine Einschätzung der allgemeinen Umweltqualität in Österreich sowie das vordringlichste Umweltproblem wurden erfasst. Des Weiteren wurde von den befragten Personen eine Beurteilung ihrer Lebensqualität sowie möglicher Einflussfaktoren darauf vorgenommen.

Außerdem erfolgte eine Analyse des Umweltverhaltens der Österreicherinnen und Österreicher. Dazu wurden das Onlineeinkaufsverhalten und der Kauf umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellter Produkte untersucht. Es wurden Fragen zur Mülltrennung der Haushalte durchleuchtet und erörtert, inwieweit ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt auch bei der Urlaubswahl eine Rolle spielt. Auch der Themenkomplex Mobilität in Österreich fand Eingang in die Erhebung, wobei die gemachten Angaben zur Verkehrsmittelwahl und die Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel analysiert wurden.

Die Auswertung und Veröffentlichung der Daten erfolgte nach sozio-demografischen Unterscheidungen wie beispielsweise Geschlecht, Alter, Ausbildung oder regionalen Gliederungen.

Im Jahr 2019 fühlten sich 33,3% der Österreicherinnen und Österreicher in ihrer Wohnung durch Lärm belastet, 2,9% gaben eine sehr starke, 9,2% eine starke Lärmstörung an. Seit 2015 wird der Verkehr nicht mehr als größte Lärmquelle wahrgenommen. Er wurde 2019 in 48,5% der Fälle als Ursache für die Lärmstörung genannt (2015: 49,5%). Gegenüber 2003 ist seine Bedeutung sogar um 25%-Punkte zurückgegangen. Als Hauptursache für Lärmbelästigung werden nicht-verkehrsbedingte Lärmquellen (51,2%) und hier vor allem Nachbarwohnungen (45,3%) sowie Baustellen (29,2%) genannt.

12,3% der Österreicherinnen und Österreicher meldeten eine Beeinträchtigung durch Geruchsentwicklung oder Abgase in ihrem Wohnbereich, fast die Hälfte (47,3%) der Betroffenen gab Verkehrsabgabe als Hauptursache an. Durch Staub und/oder Ruß im Wohnbereich fühlten sich 2019 im Durchschnitt 11,4% der Befragten beeinträchtigt.

88,7% der Befragten empfanden eine Hitzeperiode/-welle für ihren Körper als belastend, mehr als ein Drittel (36,2%) fühlte sich sogar stark oder sehr stark belastet. In den Ballungsgebieten gab es eine etwas höhere Belastung durch Hitze als in Gebieten mit niedrigerer Bevölkerungsdichte.

Die Bereiche Trinkwasserqualität, Wasserqualität der Seen und Flüsse, Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel und Grünraum wurden von den befragten Personen zu jeweils über 90% als gut beurteilt. Weniger gut werden die allgemeine Umweltqualität (87,0%), die Luftqualität (86,7%), die Verfügbarkeit umweltfreundlicher Produkte (86,3%) sowie die Lärmsituation in Österreich (72,3%) eingeschätzt.

Treibhauseffekt und Klimaveränderung (29,8%) sowie das steigende Verkehrsaufkommen (21,1%) stellen anteilsmäßig die größten Umweltprobleme für die Befragten dar. Im Vergleich zu 2015 hat der Bereich Treibhauseffekt und Klimaveränderung an Bedeutung gewonnen (+3,4%-Punkte). Steigendes Abfallaufkommen und die Zerstörung der Natur und Landschaft wurde von 19,6% beziehungsweise 17,4% als Umweltproblem wahrgenommen

Knapp 53% der Österreicherinnen und Österreicher schätzten ihre Lebensqualität als sehr gut und 45% als gut ein, wobei die wichtigsten Einflussfaktoren der Gesundheitszustand (80,8%), das soziale Netz (68,4%) sowie die Wohnsituation und das Wohnumfeld (62,2%) waren.

Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher (56,4%) war der Meinung es bedürfe keines laufenden Wirtschaftswachstums, damit es uns gut geht.

Der Großteil der Befragten (insgesamt 76,2%) gab an, zumindest beim Kauf bestimmter Waren auf umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellte Produkte zu achten, wobei den Angaben nach Frauen etwas häufiger darauf achteten als Männer. 71,8% der Österreicherinnen und Österreicher nutzten im Jahr 2019 Online-Dienste für Bestellungen und Käufe. 21,6% kauften auf diese Art mehrmals im Monat, 6,5% einmal pro Woche und 4,1% sogar mehrmals pro Woche ein. Die Informationen darüber, ob die Produkte umweltfreundlich hergestellt wurden, waren über die Online-Dienste nicht immer leicht zugänglich. Nur 27,2% der Befragten gaben an zu wissen, ob die online bestellten Produkte umweltfreundlich hergestellt wurden oder nicht.

99,2% der befragten Personen teilten mit, Altpapier, 97,3% Altglas gesondert zu entsorgen, am seltensten wurde Biomüll getrennt gesammelt (85,4%). Eine hohe Umweltqualität (saubere Luft, sauberes Wasser und Ruhe) sowie das Angebot an regionalen Produkten gehörten für rund 70% der Befragten zu den wichtigsten Beurteilungskriterien bei Urlaubsreisen. Auch die Möglichkeit umweltfreundlich anzureisen bzw. umweltfreundliche Mobilitätsangebote in der Urlaubsregion waren für rund 40% ausschlaggebend bei der Wahl ihres Urlaubsortes.

Über 90% der österreichischen Bevölkerung verwendeten im Alltag zumindest gelegentlich das Auto, 36,4% nutzten es täglich, 31,2% fuhren damit mehrmals pro Woche. Die öffentlichen Verkehrsmittel Bahn, Bus, Straßenbahn und U-Bahn wurden von mehr als 65% der Befragten zumindest gelegentlich frequentiert, 17,4% nutzten sie täglich. Mehr als die Hälfte der Befragten fanden öffentliche Verkehrsmittel attraktiv, als Hauptgrund wurden Sicherheit (83,5%) und Ausstattung (77,5%) genannt. Aus Kostengründen hielten jedoch nur 53,0% der Befragten den öffentlichen Verkehr für attraktiv. Dazwischen lagen die Beurteilung der Fahrzeit (60,6%), der Intervalle (60,2%) sowie der Verbindungen (58%).

Mikrozensus 2019

Lärmstörung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Geruchsbelästigung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Störung durch Staub oder Ruß
Belastung durch Hitze: tagsüber und/oder nachts
Vordringlichstes Umweltproblem
Kauf von umweltfreundlich oder sozial verträglich hergestellten Produkten
Nutzung von Online-Diensten für Bestellungen oder Einkäufe
Abfalltrennung
Verkehrsmittelwahl im Personennahverkehr
Beurteilungskriterien für Urlaubsreisen

Mikrozensus 3. Quartal 2015

Lärmstörung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Geruchsbelästigung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Störung durch Staub oder Ruß
Vordringlichstes Umweltproblem
Einkauf von Bioprodukten
Abfalltrennung
Verkehrsmittelwahl im Personennahverkehr
Beurteilungskriterien für Urlaubsreisen

Mikrozensus 3. Quartal 2011

Lärmstörung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Geruchsbelästigung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Störung durch Staub oder Ruß
Vordringlichstes Umweltproblem
Einkauf von Bioprodukten
Abfalltrennung
Verkehrsmittelwahl im Personennahverkehr
Beurteilungskriterien für Urlaubsreisen

Mikrozensus 4. Quartal 2007

Geruchsbelästigung im Wohnbereich tagsüber und/oder nachts
Lärmstörung im Wohnbereich: tagsüber und/oder nachts
Störung durch Staub oder Ruß
Vordringlichstes Umweltproblem
Einkauf von Bioprodukten
Abfalltrennung
Verkehrsmittelwahl im Personennahverkehr
Umweltverhalten bei Urlaubsreisen

Mikrozensus Dezember 2003

Beeinträchtigung durch Lärm im Wohnbereich
Beeinträchtigung durch Gerüche im Wohnbereich
Beeinträchtigung durch Tabakrauch
Beeinträchtigung durch Staub und/oder Russ im Wohnbereich
Beeinträchtigung durch Staub und/oder Russ allgemein
Beeinträchtigung infolge schlechter Luftqualität

Umweltverhalten 2019


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