Der MZ Umweltbedingungen, Umweltverhalten 2007 zeigt auf, in welchem Ausmaß Menschen in ihrem Wohnbereich von Lärm, Gerüchen, Staub, Ruß oder Elektrosmog beeinträchtigt und welche Ursachen dafür vermutet werden. Erstmalig wurden Fragen zu Lärmschutzmaßnahmen und ihrer Wirkung gestellt. Auch eine Einschätzung der allgemeinen Umweltqualität in Österreich sowie das vordringlichste Umweltproblem wurden erfasst. Weiters wurde von den befragten Personen eine Beurteilung ihrer Lebensqualität sowie möglicher Einflussfaktoren darauf vorgenommen.
Auch wurde das Umweltverhalten der Österreicherinnen und Österreicher analysiert. Dazu wurde der Kauf ökologischer Produkte untersucht, Fragen zur Mülltrennung der Haushalte durchleuchtet und erörtert, inwieweit ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt auch bei der Urlaubswahl eine Rolle spielt. Der Themenkomplex Mobilität in Österreich wurde im Rahmen der Erhebung ausführlich behandelt, wobei die gemachten Angaben zur Verkehrsmittelwahl und die Einstellung der Bevölkerung zu öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln eingehend analysiert wurden.
Die Daten wurden nach sozio-demografischen Unterscheidungen wie beispielsweise Geschlecht, Alter, Ausbildung oder regionalen Gliederungen ausgewertet und veröffentlicht.
Im Jahr 2007 fühlten sich 38,9% der Österreicherinnen und Österreicher in ihrer Wohnung durch Lärm belastet, 3,9% gaben eine sehr starke, 6,6% eine starke Lärmstörung an. Der Verkehr als Ursache für die Lärmstörung stellte mit 64,2% auch im Jahr 2007 die größte Lärmquelle dar, im Vergleich zu 2003 (73,5%) ging seine Bedeutung aber erkennbar zurück. 8,5% aller befragten Personen berichteten von Lärmschutzmaßnahmen in ihrem Wohngebiet, die Lärmsituation hatte sich dadurch in 56,8% der Fälle verbessert.
21,4% der Österreicherinnen und Österreicher meldeten eine Beeinträchtigung durch Geruchsentwicklung oder Abgase in ihrem Wohnbereich, knapp die Hälfte (47,2%) der Betroffenen gab den Verkehr als Hauptursache an. Durch Staub und/oder Ruß im Wohnbereich waren 2007 im Durchschnitt 26,6% der Befragten beeinträchtigt. Die Elektrosmogbelastung verdoppelte sich seit 2003, 16,1% der Befragten fühlten sich 2007 gestört, davon 9,7% zu Hause und 11,4% am Arbeitsplatz.
Die Bereiche Trinkwasserqualität, Wasserqualität der Seen und Flüsse, Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel und Grünraum wurden von den befragten Personen zu jeweils über 90% als gut beurteilt. Dagegen wurde die Luftqualität nur von 81,2% und die Lärmsituation nur von 65,5% der Befragten als gut eingeschätzt. Treibhauseffekt und Klimaveränderung (31,7%) stellten anteilsmäßig das größte Umweltproblem für die Befragten dar, gefolgt vom steigenden Verkehrsaufkommen (26,2%). Knapp 38% der Österreicherinnen und Österreicher schätzten ihre Lebensqualität als sehr gut und 55% als gut ein.
67,1% der Österreicherinnen und Österreicher kauften in den letzten 12 Monaten zumindest ein Erzeugnis aus der Kategorie Bio-Milch und Bio-Milchprodukte. 63,7% erstanden zumindest ein Mal Bio-Obst und Bio-Gemüse. In den letzten 3 Jahren hatten 20,9% der Befragten umweltfreundliche Tapeten/Farben/Lacke erworben, 20,3% umweltfreundlich hergestellte Kleidung. Rund zwei Drittel achteten beim Einkauf darauf, ob die Produkte aus der Region kommen, etwas mehr als die Hälfte berücksichtigte, ob Obst und Gemüse gerade Saison haben.
95,3% der befragten Personen teilten mit, Altpapier, 92,7% Altglas gesondert zu entsorgen, am seltensten wurde Biomüll gesammelt (79,7%). 29,2% der befragten Personen gaben an, bei der Auswahl der Unterkunft bzw. des Urlaubsziels darauf zu achten, dass dort ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt gepflegt wird.
Über 90% der österreichischen Bevölkerung verwendeten 2007 für ihre täglichen Wege zumindest gelegentlich das Auto (selbst lenkend oder mitfahrend), 38,6% nutzten es täglich. Die öffentlichen Verkehrsmittel Bahn, Bus, Straßenbahn und U-Bahn wurden von 57,8% der Befragten zumindest gelegentlich frequentiert, 16,9% nutzten sie täglich. Die Fragen nach dem Image des öffentlichen Verkehrs wurden durchschnittlich sehr gut bewertet, die höchste Zustimmung erhielt die Aussage „Die Öffentlichen Verkehrsmitteln sind meist pünktlich“. Über drei Viertel der Befragten stimmten dieser Aussage generell zu.