Europäische Indikatoren

EU-Strukturindikatoren/Europa 2020

Strukturindikatoren sind ein Instrument zur objektiven Bewertung des Fortschritts im Hinblick auf die im Rahmen der Lissabon-Strategie entwickelten Ziele. Der Europäische Rat setzte sich bei seinem Treffen im März 2000 das Ziel, innerhalb des nächsten Jahrzehnts „die Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen – einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen“. Nach einer Halbzeitbilanz wurde die Lissabon-Strategie 2005 neu ausgerichtet und eine Fokussierung auf Wachstum und Beschäftigung beschlossen. 2010 wurde die Lissabon-Strategie schließlich von der Strategie „Europa 2020“ abgelöst.

Europa 2020 ist als Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum konzipiert. Im Rahmen von Europa 2020 wurden fünf Kernziele und acht Leitindikatoren festgelegt. Eurostat veröffentlicht diese Kernziele und Leitindikatoren auf seiner Website, einschließlich von Qualitätsprofilen.

Gegenwärtig werden auch die Strukturindikatoren weiterhin aktualisiert und veröffentlicht. Auf der Strukturindikatoren-Website von Eurostat werden die Indikatoren der kurzen Liste präsentiert und es wurde eine öffentlich zugängliche Datenbank mit der langen Liste von Indikatoren eingerichtet. Neben den Zeitreihen für alle Indikatoren (unter Berücksichtigung von allfälligen Korrekturen und Revisionen) werden dort Metadaten, methodische Erläuterungen und Qualitätsprofile angeboten.

Eine übersichtliche Darstellung der Ergebnisse für alle Strukturindikatoren (kurze und lange Liste) findet sich im Statistischen Jahrbuch Österreichs 2011, Kapitel 38 (PDF 126 KB).

Euro-Indikatoren

Mit den Euro-Indikatoren werden den Konjunkturforschern, politischen Entscheidungsträgern, Medien, Forschern, Studierenden sowie anderen interessierten Nutzern umfassende, gut strukturierte und hochwertige Konjunkturdaten geboten. Das Herzstück der Euro-Indikatoren umfasst einen Satz statistischer Konjunkturindikatoren, der einen zuverlässigen und möglichst aktuellen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone, der Europäischen Union sowie der Mitgliedstaaten bietet. Darüber hinaus sollen Metadaten, Qualitätsberichte, Veröffentlichungen und Arbeitsunterlagen, Nachrichten, Terminkalender sowie Informationen zur Methodik das Verständnis des Datenmaterials und dessen Analyse erleichtern.

Nähere Informationen zu den Euro-Indikatoren können den Euro-Indikatoren-Webseiten entnommen werden. Die einzelnen Konjunkturdaten sind in der Datenbank EUROIND zu finden, die in die acht Bereiche Zahlungsbilanz, Konjunktur- und Verbrauchererhebung, Verbraucherpreise, Außenhandel,  Industrie, Handel und Dienstleistungen, Arbeitsmarkt, monetäre und finanzielle Indikatoren sowie Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen unterteilt ist und in der derzeit mehr als 50.000 Reihen verfügbar sind, die in unterschiedlichen Formaten heruntergeladen werden können. Die einfachste Möglichkeit, die neuesten Daten zu betrachten, bieten nutzerfreundlich vordefinierte Tabellen („Hauptkonjunkturindikatoren“, auch SHORTIES genannt) und Grafiken mit einem kurzen Begleittext.

PEEI (Principle European Economic Indicators)

Bei den Principle European Economic Indicators (im deutschsprachigen Raum auch „Wichtige Europäische Wirtschaftsindikatoren“ - WEWI genannt) handelt es sich um eine Liste von derzeit 22 Schlüsselindikatoren, die aus den Euro-Indikatoren ausgewählt wurden und die für die aktuelle Konjunkturanalyse unentbehrlich sind (Verbraucherpreise, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Konjunkturstatistiken, Arbeitsmarktstatistiken und Außenhandelsindikatoren, Immobilien). Die PEEI sind somit Teil der Euro-Indikatoren und geben einen komprimierten Überblick über die wirtschaftliche Situation und wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Eine Tabelle mit allen Schlüsselindikatoren (PDF, 11KB) ist verfügbar; die Daten und nähere Informationen können der Eurostat-Web-Seite entnommen werden.

Nach Anhörung der EZB und der Europäischen Kommission wurden die Indikatoren von Eurostat und den nationalen statistischen Ämtern ausgewählt. Die PEEI legen auch Ziele hinsichtlich der Periodizität und Aktualität für die Aggregate des Euroraums fest, die teilweise über die Erfordernisse der bereits bestehenden EU-harmonisierten-Rechtsvorschriften im Bereich Statistik hinausgehen, sodass der Beitrag der Länder zu den PEEI zum Teil nur auf freiwilliger Basis – sofern dies national möglich ist - basiert.

Indikatoren für nachhaltige Entwicklung

Die EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung, die vom Europäischen Rat in Göteborg im Juni 2001 angenommen und im Juni 2006 erneuert wurde, zielt darauf ab, die wirtschaftliche Entwicklung, den sozialen Zusammenhalt und den Umweltschutz in Einklang zu bringen.

Die Fortschritte in der Erreichung dieses globalen Zieles werden an Hand eines Satzes von Indikatoren für nachhaltige Entwicklung überwacht, bewertet und überprüft. Zugleich dienen diese Indikatoren dazu, die breite Öffentlichkeit über die gemeinschaftlich vereinbarten Ziele nachhaltiger Entwicklung zu informieren.

Umfassende Informationen und Daten zu diesen Indikatoren werden von Eurostat unter dem folgenden Link zur Verfügung gestellt: Indikatoren für nachhaltige Entwicklung.