Die Tabelle „Gesundheitsausgaben in Österreich" laut „System of Health Accounts“ (SHA) präsentiert die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Österreich für die Jahre 1990 bis 2008. Die Gesundheitsausgaben nach SHA setzen sich aus den laufenden Gesundheitsausgaben und den Investitionen im Gesundheitsbereich zusammen.
Im Jahre 2008 betrugen die Gesundheitsausgaben in Österreich laut SHA 29,5 Mrd. Euro. Davon entfielen 28,0 Mrd. Euro auf die laufenden Gesundheitsausgaben; 1,5 Mrd. Euro wurde für Investitionen im Gesundheitsbereich ausgegeben. Durchschnittlich sind die Gesundheitsausgaben zwischen 1990 und 2008 jährlich um 5,5% gestiegen.
Von 2007 auf 2008 sind die Gesundheitsausgaben von 27,9 Mrd. Euro um 1,6 Mrd. Euro auf 29,5 Mrd. Euro gestiegen – das entspricht einer Steigerung von 5,8%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist zwischen 2007 und 2008 um 4,1% gewachsen. Durch den Rückgang der Wachstumsrate des BIP, bei gleichbleibender Wachstumsrate der Gesundheitsausgaben, verschiebt sich der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP im Vergleich zum Vorjahr. Betrachtet man die anteilsmäßige Entwicklung am BIP, so stiegen die Gesundheitsausgaben zwischen 1990 und 2008 von 8,3% auf 10,5% des BIP.
In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) kann jeweils drei Jahre rückwirkend revidiert werden. Dies geschieht zumeist aus Gründen einer verbesserten Datenlage, aber auch Methodenänderungen innerhalb der VGR können der Grund sein. Änderungen in der VGR werden auch in den Gesundheitsausgaben nach SHA berücksichtigt und so kommt es zu Änderungen der Berechnungsjahre 2006 und 2007.
Die öffentlichen Gesundheitsausgaben in Österreich beinhalten Ausgaben des Bundes, der Länder, der Gemeinden und der Sozialversicherungsträger. Die laufenden gesamten Gesundheitsausgaben im öffentlichen Bereich für das Jahr 2008 betrugen 21,8 Mrd. Euro. Werden die öffentlichen Investitionen inkludiert, erhöht sich der Wert auf 22,7 Mrd. Euro, dies entspricht einem Anteil von 76,9% der gesamten Gesundheitsausgaben.
Die laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben für das Jahr 2008 teilen sich wie folgt auf die einzelnen Ausgabenkategorien auf. Rund 46,3% der laufenden öffentlichen Ausgaben werden für stationäre Gesundheitsversorgung und 24,3% für ambulante Gesundheitsversorgung aufgewendet. Auf die häusliche Langzeitpflege entfielen 8,3% der laufenden Gesundheitsausgaben des Staates inkl. Sozialversicherungsträger und 14,8% auf pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter. Für Krankentransport und Rettungsdienste wurden 1,3% der laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben verwendet, für Prävention 2% und für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung 3%. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben im Jahre 2008 um 6,4% erhöht.
Im Zeitraum 1990
Die öffentlichen Gesundheitsausgaben für häusliche Langzeitpflege erhöhten sich im Vergleich zum Jahr 2007 um 4,9%. So betragen die Ausgaben bei dieser Kategorie rund 1,8 Mrd. Euro. Konkrete Beispiele bei dieser Position sind das Pflegegeld und die Hauskrankenpflege.
Die öffentlichen Ausgaben für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter stiegen von 2007 auf 2008 um 8,5%. Diese Position wächst im Vergleich mit den anderen Ausgabenaggregaten der laufenden öffentlichen Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr am stärksten.
Die Ausgaben für Prävention fielen um 3,7% und jene für die Verwaltung erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 3,3%.
Der Anteil der laufenden privaten Gesundheitsausgaben in Österreich (23,1% der gesamten Gesundheitsausgaben) für 2008 beinhaltet Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen, der Privaten Organisationen ohne Erwerbszweck sowie Ausgaben für betriebsärztliche Leistungen.
Der größte Teil der privaten laufenden Gesundheitsausgaben wird von privaten Haushalten und Versicherungsunternehmen getätigt. Diese setzen sich wiederum aus Ausgaben für stationäre Gesundheitsversorgung, ambulante Gesundheitsversorgung, pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter sowie für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung (private Krankenversicherungen) zusammen.
Im Jahre 2008 wendeten die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für die stationäre Gesundheitsversorgung rund 29,1% ihrer laufenden Gesundheitsausgaben auf. Der höchste Anteil der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen im Jahr 2008 entfiel auf die Ausgabenposition der ambulanten Gesundheitsversorgung mit 32,6%.
Die laufenden Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für stationäre Gesundheitsversorgung beinhalten Ausgaben für Krankenanstalten inkl. Zentren für Rehabilitation, Kuranstalten sowie Pflegeheime und betrugen für das Jahr 2008 1,7 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen für stationäre Gesundheitsversorgung um 2%.
Für die ambulante Gesundheitsversorgung, also für ärztliche und zahnärztliche Dienstleistungen, Dienstleistungen nichtärztlicher Gesundheitsdienstberufe, Krankentransport- und Rettungsdienstleistungen sowie häusliche Langzeitpflegeleistungen haben die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen im Jahre 2008 1,9 Mrd. Euro ausgegeben, also rund 32,6% ihrer gesamten laufenden privaten Gesundheitsausgaben.
Im Jahre 2008 haben die privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen 1,8 Mrd. Euro, also 31,8% ihrer Ausgaben für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter ausgegeben. Zwischen 1990 und 2008 ist diese Ausgabenposition durchschnittlich jährlich um 5,6% gewachsen.
Die Ausgaben der Privaten Organisationen ohne Erwerbszweck betrugen im Jahre 2008 357 Mio. Euro, gegenüber dem Vorjahr ist diese Ausgabenposition um ca. 4,6% gestiegen.
Die Ausgaben für betriebsärztliche Leistungen beliefen sich für das Jahr 2008 auf 39 Mio. Euro, gegenüber dem Vorjahr ist eine Erhöhung um 2,7% zu verzeichnen.
Die Entwicklung der Investitionen zeigt, dass die
Bruttoanlageinvestitionen der Leistungserbringer im Gesundheitswesen
im Zeitraum 1990
Detaillierte Ergebnisse zu den SHA-Tabellen 3 und 4, die sowohl für das aktuelle Jahr 2007, als auch mit revidierten Daten für das Jahr 2006 vorliegen, ermöglichen die Darstellung der laufenden Gesundheitsausgaben nach den Finanziers (HF) der Gesundheitsausgaben sowie nach der Verwendung dieser Mittel nach Gesundheitsleistungen und -gütern (HC) bzw. auch nach den Leistungserbringern (HP) im Gesundheitswesen. Die laufenden Gesundheitsausgabentabellen nach SHA weisen keine Investitionen aus.
In Österreich wurden im Jahr 2007 26,4 Mrd. Euro für Gesundheit ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einer Steigerung der laufenden Gesundheitsausgaben um 5,5%. Dabei ist bei den öffentlichen Gesundheitsausgaben (inkl. Sozialversicherung) mit 5,9% ein höherer Anstieg zu verzeichnen als bei den privaten Gesundheitsausgaben mit knapp 4%. Im Vergleich zu 2006 kommt es zu einer leichten Verschiebung der öffentlichen und privaten Gesundheitsausgaben, dabei wachsen die öffentlichen Gesundheitsausgaben auf 77% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben.
So wurden im Jahr 2007 an laufenden Gesundheitsausgaben in Österreich von Bund, Ländern, Gemeinden und sonstigen öffentlichen Rechtsträgern 8,1 Mrd. Euro aufgewandt und von den Sozialversicherungsträgern, PRIKRAF und Krankenfürsorgeanstalten 12,4 Mrd. Euro.
Die privaten Haushalte wendeten in Summe 4,3 Mrd. Euro für Gesundheitsleistungen und –güter auf, also rund 16% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben in Österreich. Die privaten Krankenversicherungsunternehmen finanzierten einen Anteil von 5%, die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck einen Anteil von 1,3% und Unternehmen finanzierten 0,1% der laufenden Gesundheitsausgaben für das Jahr 2007. Somit wurden rund 23% der laufenden Gesundheitsausgaben für 2007 in Österreich privat finanziert.
Von den laufenden Gesundheitsausgaben 2007 nach „System
of Health Accounts“ in Österreich wurde der größte Teil, nämlich
rund 10,3 Mrd. Euro für Krankenanstalten (HP.1) aufgewandt. Dies entspricht
einem Ausgabenvolumen von 38,8% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben.
Finanziert wurden diese zu 45,8% aus Mitteln der Sozialversicherungsträger
und zu 44,5% von den Gebietskörperschaften. Der restliche Anteil von
9,7% wurde privat finanziert (private Krankenversicherungen, private
Haushalte). Von den 10,3 Mrd. Euro für Krankenanstalten flossen rund
8,9 Mrd. Euro, also 86,6% in den stationären Bereich (kurativ sowie
rehabilitative Versorgung) (HC.
Für den niedergelassenen Bereich (HP.3) wurden hingegen
24,3% der laufenden Gesundheitsausgaben oder 6,4 Mrd. Euro verwendet.
Davon entfallen 2,5 Mrd. Euro auf niedergelassene Allgemeinärztinnen
und Allgemeinärzte und Fachärztinnen und Fachärzte (HP.
Für in Apotheken und dem Einzelhandel (HP.4) erworbene
medizinische Güter (HC.5) wurden in Summe 18% des Gesamtvolumens an
laufenden Gesundheitsausgaben aufgebracht, wobei 3,5 Mrd. Euro an Apotheken
(HP.
Die gesamten laufenden Ausgaben für Kuranstalten
und Pflegeheime (HP.2) betrugen im Jahre 2007 2,0 Mrd. Euro. Rund 17,3%
dieser Ausgaben entfielen auf stationäre und rehabilitative Leistungen
(HC.
Die laufenden Ausgaben für Prävention und öffentliche
Gesundheitsdienste (HC.6) betrugen für das Jahr 2007 rund 532 Mio.
Euro, davon wurden 232 Mio. Euro oder 43% von Bund, Ländern und Gemeinden
(HF.
Die Verteilung der Verwaltungsausgaben im Bereich Gesundheit (HC.7) in Österreich mit in Summe 971 Mio. Euro für das Jahr 2007, ergibt für Einrichtungen der Gebietskörperschaften rund 6%, Einrichtungen der Sozialversicherungsträger rund 59% und für den privaten Krankenversicherungsbereich rund 35%.
In der Statistik Austria werden die gesundheitsstatistischen Daten jährlich aktualisiert und an die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gemeldet. Die Berechnung der Gesundheitsausgaben erfolgt in der Direktion Volkswirtschaft und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit nach der Methodik des „System of Health Accounts“ der OECD vorgenommen.
Das „System of Health Accounts“ (SHA) stellt ein System von umfassenden, konsistenten und international vergleichbaren Gesundheitskonten dar und umfasst zehn Standardtabellen. Das Manual „A System of Health Accounts“ wurde im Mai 2000 erstmals von der OECD veröffentlicht und kann auf der OECD-Homepage aufgerufen werden.
Die SHA Tabellen ermöglichen mittels der neuentwickelten Internationalen Klassifikation der Gesundheitskonten (International Classification for Health Accounts ICHA) die Erfassung der Gesundheitsausgaben nach deren Finanziers (HF), nach deren Verwendung nach Gesundheitsleistungen und –gütern (HC) und auch nach den Leistungserbringern (HP) im Gesundheitswesen und beschäftigen sich demnach mit folgenden Fragen:
Die Gesundheitsausgaben nach der Methodik des „System of Health Accounts“ enthalten auch Ausgaben für Langzeitpflege. Hierbei handelt es sich um Ausgaben für Gesundheits- und Pflegeleistungen für Patientinnen und Patienten, die aufgrund einer Behinderung bzw. Einschränkung zur eigenständigen Bewältigung von ADL Aktivitäten (activities of daily living) langfristig oder auf Dauer Unterstützung benötigen. Die Gesundheitsausgaben ohne diese Ausgaben für Langzeitpflege sind im unteren Teil der Gesundheitsausgabentabelle für die Jahre 1990 bis 2008 ersichtlich.
Mittels der Anwendung der Methodik des „System of Health Accounts“ in Österreich bei der Erstellung der Gesundheitsausgaben, wird eine umfassende Erfassung und Abbildung der Gesundheitsausgaben ermöglicht und weiters die internationale Vergleichbarkeit gewährleistet. Ein internationaler Vergleich der Gesundheitsausgaben ist auf den OECD-Webseiten zu finden.