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Gesundheit

Eine Diagnose ist die Voraussetzung für eine zielgerichtete und erfolgreiche Behandlung. Dies gilt nicht nur für die Arbeit der Ärzte und Ärztinnen in Praxis und Spital. Ähnlich wie die genaue Beschreibung der Symptome eines kranken Individuums zur korrekten Diagnose und adäquaten Therapie führt, dient die statistische Erfassung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung als Grundlage für eine effiziente und bedarfsgerechte Gesundheitspolitik sowie eine zielgerichtete Arbeit im Bereich von Prävention und Gesundheitsförderung. Die routinemäßige Erstellung von Statistiken erfüllt in diesem Zusammenhang eine wichtige Funktion.

Die Todesursachenstatistik hat in Österreich eine bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Tradition und liefert wichtige Indikatoren für den Gesundheitszustand der Bevölkerung sowie Eckdaten für klinisch-medizinische Studien. Das mit der Todesursachenstatistik gewonnene Datenmaterial bildet die Grundlage für zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, welche die geographische, demographische und sozioökonomische Variation der Mortalität an bestimmten Krankheiten untersuchen. Die Forschungsfragen betreffen die Ätiologie von Krankheiten, Evaluierung von diagnostischen und therapeutischen Techniken, Untersuchung von Gesundheitsproblemen innerhalb spezifischer Gruppen und die Identifikation von Bereichen, in denen Todesfälle verhindert werden können.

Die Krebsinzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen an Krebs pro Kalenderjahr) ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsberichterstattung und dient als Grundlage für die epidemiologische Forschung und für nationale und internationale wissenschaftliche Studien auf dem Gebiet der Onkologie. Die Gegenüberstellung der Krebsinzidenz und der Krebsmortalität ermöglicht eine nachprüfende Erfolgskontrolle von gesundheitspolitischen Maßnahmen. In der Gesundheitsberichterstattung spielen die Epidemiologie der Krebsinzidenz und der Krebsmortalität eine zentrale Rolle. Auch für die Evaluierung von Screening-Programmen sind die Daten des Krebsregisters und der Todesursachenstatistik von großer Bedeutung.

Die Statistik der Spitalsentlassungsfälle nach Hauptdiagnosen zum Zeitpunkt der Spitalsentlassung (Diagnosendokumentation) und die Statistik der medizinischen Einzelleistungen (Leistungsdokumentation) werden jährlich erstellt. Es handelt sich dabei um eine fallbezogene Statistik. Die Statistik steht gegliedert nach soziodemographischen Merkmalen (Alter und Geschlecht) zur Verfügung und wird auch auf Bundesländerebene publiziert. Weitere wichtige Indikatoren dieser Statistik bilden der Abgangsstatus (lebend entlassen bzw. verstorben) und die (durchschnittliche) Aufenthaltsdauer.

Gesundheitsbefragungen werden in Österreich seit den 1970er Jahren durchgeführt und sind unverzichtbare Datenquellen für Informationen zum Gesundheitszustand und zum Gesundheitsverhalten der Bevölkerung sowie über die Inanspruchnahme von Einrichtungen des Gesundheitswesens. Die aktuelle Erhebung (Österreichische Gesundheitsbefragung 2006/2007) liefert repräsentative Ergebnisse für die österreichische Bevölkerung im Alter von 15 und mehr Jahren. Der Bericht „Österreichische Gesundheitsbefragung 2006/2007“ ist auch auf der Homepage des Gesundheitsministeriums verfügbar.

Ein weiterer Bestandteil der Gesundheitsstatistik sind Daten zum Personal und zu den Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie gesundheitsrelevante Tatbestände aus der Sozialversicherung.

Die Ergebnisse der Berechnung der Gesundheitsausgaben in Österreich beleuchten das Gesundheitswesen aus ökonomischer Sicht und liefern Informationen zu der Finanzierung des österreichischen Gesundheitswesens sowie über die Verwendung dieser öffentlichen und privaten Mittel nach Gesundheitsleistungen und –güter. Um den Stellenwert der Gesundheitsausgaben in der österreichischen Volkswirtschaft beurteilen zu können bzw. um eine internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten werden die Gesundheitsausgaben nach der OECD Methodik „System of Health Accounts“ berechnet und in Relation zum Bruttoinlandsprodukt dargestellt.

Weitere Informationen:
Österreichische Gesundheitsbefragung 2006/2007 (Bericht)PDF