Jährlich erkranken in Österreich etwa
Das relative 5-Jahres-Überleben nahm in den vergangenen Jahrzenten
deutlich zu. Während nach einer Diagnosestellung im Jahr 1985 das relative 5-Jahres-Überleben eines Krebspatienten bei 44% lag, stieg es mit dem
Diagnosejahr 2005 auf 62%. Dabei entspricht ein Wert von 100%
der Überlebenswahrscheinlichkeit der Gesamtbevölkerung. Je höher
das relative Überleben von Krebspatientinnen und Krebspatienten ist,
desto eher gelten für sie dieselben Sterbewahrscheinlichkeiten wie
für alle anderen Österreicher. Anders ausgedrückt, verglichen mit
der allgemeinen Überlebenswahrscheinlichkeit für einen Zeitraum von
fünf Jahren war die Überlebenswahrscheinlichkeit von im Jahr 1985
an Krebs erkrankten Personen nur 0,44 mal so hoch, von 2005 an Krebs
erkrankten Personen dagegen 0,62 mal so hoch.
Für Männer stieg der Wert von 38% im Diagnosejahr 1985 auf 61% im Diagnosejahr 2005 und für Frauen von 49% auf 63%. Die weitaus schlechteren Überlebensbedingungen für Männer vor knapp 30 Jahren sowie die positive Entwicklung sind zu einem Großteil auf die verschiedenen Arten der Tumorerkrankungen und deren Anteil an den gesamten Neuerkrankungen zurückzuführen. So tritt zum Beispiel Lungenkrebs, der eine sehr schlechte Prognose hat, bei Männern nicht mehr so häufig auf wie es früher der Fall war.
Für Krebspatientinnen und Krebspatienten, die bei
der Diagnose jünger als 45 Jahre waren, betrug das relative 5-Jahres-Überleben
82% (Diagnosejahr 2005). Im Vergleich dazu betrug es für die älteste
Patientengruppe, mit einer Diagnosestellung erst nach dem 75. Geburtstag,
nur 46%. Die generell höhere Sterbewahrscheinlichkeit für ältere
Menschen wird durch die Methode des relativen Überlebens berücksichtigt.
Die Überlebenswahrscheinlichkeiten werden denen der Gruppe der Gesamtbevölkerung
gleichen Alters und Geschlechts gegenüber gestellt. Bei den unter 45-jährigen
Männern betrug das relative 5-Jahres-Überleben 78%, bei den Frauen 86%.
Dahingegen betrug das das relative 5-Jahres-Überleben der über 75-jährigen
Männern 47% und der Frauen 45%. Bei einem Vergleich der Diagnosejahre
1985 und 2005 wurde der stärkste Zugewinn bei Männern der Altersgruppe 45 bis unter 60 Jahre
beobachtet
Das Tumorstadium bei Diagnose ist ein wichtiger Parameter für die Einschätzung der Überlebenschancen. Je später ein Tumor entdeckt wird, desto schlechter ist seine Prognose. Im Diagnosejahr 2005 betrug das relative 5-Jahres-Überleben für alle Tumorstadien zusammen 62%. Werden Tumore in einem Stadium entdeckt, in dem die Organgrenzen noch nicht durchbrochen sind (lokalisiert), liegt die Überlebensrate bei 88%. Sind bereits Lymphkonten befallen (regionalisiert), liegt die relative Überlebensrate nach fünf Jahren bei 60%, wenn bereits Metastasen vorhanden sind (metastasiert), sind es nur mehr 10%. Systemische Tumore weisen ein relatives 5-Jahres-Überleben von 59% auf. Von 1985 bis 2005 stiegen die entsprechenden Überlebensraten zwischen 15 und 20 Prozentpunkte an, mit Ausnahme der bereits bei der Diagnose metastasierten Tumore, hier stieg der Wert lediglich von 8 auf 10%.
In diese Analyse flossen Informationen von
Methodische Hinweise:
Die Analyse bezieht sich auf alle Malignome (ausgenommen
nicht-melanotische Tumore der Haut) und wird für beide Geschlechter
zusammen als auch für Männer und Frauen getrennt, nach Altersgruppen
und nach Tumorstadium bei der Diagnose dargestellt. Neben den 5-Jahres-Überlebensraten
wurden auch 1-, 10- und 15-Jahres-Überlebensraten berechnet. Bei der
Berechnung von Langzeitüberleben mit herkömmlichen Methoden spiegeln
die Ergebnisse allerdings die Situation von Patienten wider, deren Diagnosestellung
viele Jahre zurückliegt und die nicht unbedingt der Situation von kürzlich
diagnostizierten Patienten entspricht. Es wurden beobachtetes Überleben
sowie relative Überlebensraten, bezogen auf die Sterblichkeit der gesamten
Bevölkerung, berechnet. Beide Maßzahlen werden einerseits als intervallspezifische
Raten pro Erkrankungsjahr und andererseits als kumulierte Raten für
den gesamten Beobachtungszeitraum dargestellt. Der Schwerpunkt liegt
allerdings auf den relativen 5-Jahres-Überlebensraten, da diese die
Qualität des Gesundheitswesens gut abbilden und häufig im internationalen
Vergleich und zur Bewertung von Zeitverläufen verwendet werden. Die
Basis für die Analyse bildeten die Daten des österreichischen Krebsregisters
und der Todesursachenstatistik. Die Diagnosestellung erfolgte zwischen
1985 und 2005, Information zum Vitalstatus der Patienten stand bis zum