Wein

Weingartengrunderhebung 2009

Österreich ist seit dem Beitritt zur Europäischen Union durch die Verordnung (EWG) Nr. 357/79 des Rates der Europäischen Union verpflichtet, im 10-Jahres-Rhythmus eine Weingartengrunderhebung durchzuführen. Als nationale Rechtsgrundlage zur Umsetzung der Erhebung wurde vom Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft - auf Basis des Bundesstatistikgesetzes 2000 idgF - die Verordnung BGBl II Nr. 244/2009 betreffend die Statistik über die Weingartenflächen im Jahr 2009 (Weingartengrunderhebungsverordnung 2009) erlassen. Somit wurde nach 1999 mit Stichtag 31. Juli 2009 wieder eine Weingartengrunderhebung durchgeführt.

Als Datenquelle wurden für die weinbautreibenden Bundesländer Burgenland und Wien die Landesweinbaukataster, für Niederösterreich und Steiermark die Zentrale Weindatenbank des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und erstmalig für das Bundesland Kärnten der Landesweinbaukataster herangezogen; die Daten wurden elektronisch übermittelt, plausibilisiert und ausgewertet. Die Daten der Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg wurden von der Statistik Austria mittels schriftlicher Befragung der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter eingeholt.

Das Ergebnis brachte für Österreich eine bepflanzte Weingartenfläche von 45.533 ha, das sind um 2.963 ha oder 6,1% weniger als bei der letzten Weingartengrunderhebung 1999. Niederösterreich bleibt mit 27.184 ha oder 59,7% das größte weinbautreibende Bundesland Österreichs, gefolgt vom Burgenland mit 13.842 ha (30,4%), der Steiermark mit 3.867 ha (8,5%) und Wien mit 557 ha (1,2%). Die übrigen Bundesländer verzeichnen einen Flächenzuwachs von 21 ha im Jahr 1999 auf 82 ha bei der 2009 durchgeführten Erhebung.

Der Trend hin zu größeren Betrieben ist auch bei dieser Erhebung erkennbar. Trotz des Rückganges der Gesamtfläche nahm die durchschnittliche Weingartenfläche je Betrieb von 1,52 ha im Jahr 1999 auf 2,26 ha zu.

Der Flächenanteil der Weinbaugebiete im jeweiligen Bundesland zeigt, dass das Weinbaugebiet Neusiedlersee (Burgenland) mit 7.649 ha oder 55,3% voranliegt, gefolgt vom Weinbaugebiet Weinviertel (Niederösterreich) mit 13.384 ha (49,2%) und dem Weinbaugebiet Südsteiermark (Steiermark) mit 2.066 ha (53,4%).

Als Ursache für den Rückgang der Weinflächen können unter anderem Rodungen und Flächenstilllegungen aufgrund der EU-Rodungsaktion, Betriebsauflassungen sowie Unwetter und Frostschäden angesehen werden.

Der langjährige Trend von Weißwein hin zu Rotwein zeigt sich auch bei dieser Erhebung deutlich bestätigt. Während die Weißweinfläche im Vergleich zu 1999 um 17,5% auf 29.820 ha abnahm, stieg im Gegenzug die Rotweinfläche um 27,2% auf 15.713 ha an.

Hinsichtlich der Rebsortenverteilung steht nach wie vor der Grüne Veltliner mit 13.519 ha oder einem Anteil von 45,3% an der Weißweinfläche unangefochten an der Spitze der österreichischen Rebsorten. An die zweite Stelle reiht sich die Rotweinsorte Zweigelt mit 6.412 ha oder 40,8% der Rotweinfläche. Mit einem Plus von 47,4% kann der Zweigelt auch den größten Flächenzuwachs innerhalb der Rebsorten verbuchen.

Betrachtet man die Rebsortenverteilung in den einzelnen Bundesländern so liegt beim Weißwein im Burgenland (1.473 ha), Niederösterreich (11.886 ha) und Wien (147 ha) der Grüne Veltliner deutlich voran, hingegen in der Steiermark der Welschriesling (658 ha) und in den übrigen Bundesländern der Chardonnay (17 ha). Bei den Rotweinsorten dominiert die Sorte Zweigelt in den Bundesländern Niederösterreich (3.335 ha), Steiermark (377 ha) und Wien (44 ha), während im Burgenland und den übrigen Bundesländern die Sorten Blaufränkisch (3.053 ha) und Blauer Burgunder (8 ha) die Liste anführen.

Vergleicht man das Alter der Rebstöcke so verzeichnet die Altersklasse 20 Jahre und älter mit 53,3% den größten Anteil an der bepflanzten Fläche, während die Altersklassen 3 bis 9 Jahre und 10 bis 19 Jahre mit jeweils rd. 20% fast gleichauf liegen. Die Altersklasse unter 3 Jahre beträgt 4,1%. Hierbei handelt es sich um Neuauspflanzungen - also noch nicht ertragsfähigen Flächen - die mit 1.846 ha einen nicht unwesentlichen Anteil an der bepflanzten Fläche einnehmen.

Weinernte 2010

Im Jahr 2010 (Stichtag 30. November) wurde auf einer leicht reduzierten Anbaufläche von 43.700 ha (-3% zu 2009) eine Weinernte von 1.737.500 hl eingebracht, womit die Vorjahresmenge um 26% und der Produktionsschnitt der letzten 5 Jahre um 30% unterschritten wurde. Damit wurde die schwache Weinernte des Jahres 1997 noch unterboten. Musste aufgrund der beeinträchtigten Weinblüte (nasskalte Witterung) schon von Beginn an mit einer verminderten Weinernte gerechnet werden, so waren in der Folge feuchte Witterungsbedingungen und enormer Infektionsdruck durch Pilzerkrankungen ertragslimitierende Faktoren dieses Jahrganges. Auch die Hoffnung auf einen stabilen "Altweibersommer" wurde weitgehend enttäuscht, vielmehr war der ohnehin lichte Traubenbehang zunehmender Fäulnis ausgesetzt, wodurch im Hinblick auf die Traubengesundheit fallweise sehr früh gelesen wurden musste. Erst Anfang Oktober sorgte sonnige Witterung für einen ordentlichen Reifungsschub - ein allgemein recht hohes Säureniveau blieb jedoch zumeist bestehen.

Im Bundeslandvergleich war ein deutliches Süd-Nord Gefälle der Ertragssituation zu erkennen: Die größten Verluste waren in weiten Teilen Burgenlands und in Niederösterreich zu verzeichnen, während die Steiermark aufgrund einer günstigeren Weinblüte ertragsmäßig deutlich besser abschnitt. Mit einem Minus von 38% gegenüber dem Ernteschnitt der letzten 5 Jahre hatte das Burgenland (464.300 hl; -35% zu 2009) die massivsten Ertragsausfälle zu verkraften. Mit Ausnahme des Südburgenlandes (18.800 hl; -1,5%) waren alle dortigen Weinbaugebiete tief im Ernteminus. Nur unwesentlich besser stellte sich die Situation in Niederösterreich dar, wo mit 1,1 Mio. hl (-27% zu 2009) der Ernteschnitt um 30% verfehlt wurde. So konnte im größten Weinbaugebiet, dem Weinviertel, gerade 598.400 hl (-29% zu 2009) Most eingebracht werden - im Gebiet Wagram betrug das Ernteminus sogar 35% zum Vorjahr. Dem gegenüber erbrachte die Steiermark mit 177.300 hl einen respektablen Erntezuwachs von 14% gegenüber dem bescheidenen Vorjahresergebnis, womit auch der Abstand zum Fünfjahresernteschnitt (-7%) vergleichsweise moderat ausfiel.

Die schwierigen Produktionsbedingungen des Jahrganges 2010 spiegelten sich besonders im Segment der Qualitäts- und Prädikatsweine wider, wo ein Ernteminus von 28% auf 1,4 Mio. hl festzustellen war. Außerordentlich hohe Ausfälle waren hierfür im Burgenland auf 389.700 hl (-37% zu 2009) zu verzeichnen. Weniger ausgeprägt waren die Einbußen bei Wein und Landwein (246.800 hl; -15% zu 2009), wobei hier die Steiermark sogar ein Plus von 47% (zu 2009) auf 26.000 hl notierte.

Weinbestand 2011

Der Weinbestand 2011 verzeichnete mit 2,2 Mio. hl (-19% zu 2010) den geringsten Wert seit dem Jahr 1998, womit der durchschnittliche Bestand der letzten 5 Jahre um 20% unterschritten wurde. Nach der äußerst geringen Weinernte 2010, waren speziell am Weißweinsektor massive Rückgänge auf 1,1 Mio. hl (-23% zu 2010) auszumachen, aber auch gelagerte Rotweine (1,1 Mio. hl; -14% zu 2010) lichteten sich beträchtlich.

Qualitäts- und Prädikatsweine verbuchten einen Rücklauf der Lagermenge um 22% auf 1,6 Mio. hl, wobei auch hier Weißweine überdurchschnittlich (-30% zu 2010) auf 712.900 hl zurückgingen, während Rotweine einen verhältnismäßig geringeren Rückgang von 14% auf 917.400 hl aufwiesen. Mit einem Minus von 26% auf 997.300 hl hielt Niederösterreich 61% des Qualitäts- und Prädikatsweinlagers, gefolgt vom Burgenland mit 492.900 hl (Anteil von 30%) und der Steiermark mit 107.000 hl (Anteil von 7%).

Bei Wein- und Landwein konnte mit 296.400 hl ein Bestandsminus von 31% festgestellt werden, wobei hier sowohl Rotweine (130.800 hl; -28%) als auch Weißweine (165.500 hl; -33%) deutlich gegenüber dem Vorjahresstand zurückgingen. Schaumwein und sonstige Erzeugnisse (116.800 hl; -2%) lagen geringfügig unter dem Lagerstand des Vorjahres, während Traubenmost (4.700 hl; +90% zu 2010) sowie Wein aus Drittländern mit 7.100 hl um 79% an Lagerstand zulegten. Im Bundeslandvergleich hielt Niederösterreich mit 1,3 Mio. hl (-23% zu 2010) den größten Weinbestand, gefolgt vom Burgenland mit 570.300 hl (-19% zu 2010), der Steiermark mit 154.400 hl (+25% zu 2010) sowie Wien mit 97.300 hl (+4% zu 2010).

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Weingartenzwischenerhebung 2008


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