Ehescheidungen

Langfristiger Trend

Die Zahl der gerichtlichen Ehescheidungen lag in den 1980er und 1990er Jahren bei rund 17.000 pro Jahr. Die bislang höchste absolute Zahl der Ehescheidungen wurde mit 20.582 im Jahr 2001 erreicht. In den Folgejahren schwankten die Ehescheidungszahlen zwischen 20.516 (2007) und 15.919 (2016). Von 2014 bis 2018 betrug die Zahl der jährlichen Ehescheidungen durchschnittlich 16.300 pro Jahr. Im Jahr 2019 betrug die Zahl der Ehescheidungen 16.319, um 15 oder 0,1% mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind erstmals auch acht Ehescheidungen gleichgeschlechtlicher Ehen (vier männliche und vier weibliche Ehepaare).

Die Gesamtscheidungsrate (Wahrscheinlichkeit, mit der im jeweiligen Jahr geschlossene Ehen bei unverändertem Scheidungsverhalten durch eine Scheidung enden) erhöhte sich von 26,5% im Jahr 1981 auf den bisherigen Höchstwert von 49,5% im Jahr 2007. Im Jahr 2019 betrug die Gesamtscheidungsrate 40,7% und war damit etwas niedriger als 2018 (41,0%). Die mittlere Ehedauer der geschiedenen Ehen verlängerte sich zwischen 1981 und 2019 von 7,7 auf 10,5 Jahre und lag damit etwas unter dem Niveau des Vorjahres (2018: 10,6 Jahre).

Aktuelle Jahresergebnisse

Im Bundesländervergleich der Gesamtscheidungsrate lag 2019 erstmals Niederösterreich mit 44,4% an der Spitze, gefolgt von Wien (44,1%), das seit 1991 den Spitzenplatz innehatte. Auf den weiteren Plätzen kamen Vorarlberg und Burgenland (je 42,9%) und Kärnten (41,2%). In den Bundesländern Salzburg (38,3%), Oberösterreich (37,8%) und der Steiermark (37,3%) lag die Gesamtscheidungsrate unter dem Österreichwert von 40,7%. In Tirol war die Gesamtscheidungsrate mit 34,9%, wie schon seit 2017, am niedrigsten.

Im Jahr 2019 erfolgten 14.081 bzw. 86,3% aller Ehescheidungen in beiderseitigem Einvernehmen (§55a Ehegesetz). Bei den insgesamt 1.913 strittig geschiedenen Ehen war zu 49,9% der Mann Träger des Verschuldens, zu 9,9% die Frau, zu 28,3% beide sowie in 12,0% der Fälle keiner von beiden.

Die mittlere Ehedauer (Median) der im Jahr 2019 geschiedenen Ehen lag mit 10,5 Jahren etwas unter dem Niveau des Vorjahres (2018: 10,6 Jahre). Dabei fanden 1,9% der Ehescheidungen bereits innerhalb des ersten Ehejahres, weitere 4,5% im Laufe des zweiten Ehejahres statt. Insgesamt betraf fast die Hälfte aller Ehescheidungen Ehen mit einer Ehedauer von weniger als zehn Jahren (48,1%). Etwa jede siebente Ehescheidung (13,5%) erfolgte nach der Silberhochzeit, darunter waren auch 44 Paare, die sich erst nach der Goldenen Hochzeit scheiden ließen.

Das mittlere Scheidungsalter (Median) für Männer stieg 2019 um 0,1 Jahre auf 45,3 Jahre und für Frauen um 0,2 Jahre auf 42,1 Jahre im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt 18.474 Kinder, davon 12.823 (69,4%) Minderjährige, waren von der Ehescheidung ihrer Eltern betroffen. Die Ex-Ehepaare hatten somit im Durchschnitt 1,13 Kinder (aller Altersstufen), mehr als die Hälfte davon jünger als 14 Jahre (54,4%).

Pro Monat wurden 2019 durchschnittlich 1.360 Ehen gerichtlich geschieden. Die meisten Ehescheidungen erfolgten 2019 im Oktober (1.546), gefolgt von den Monaten September (1.491) und März (1.460), während im August nur 1.129 Ehen rechtskräftig geschieden wurden.

Methodische Informationen, Definitionen:

Die Aufarbeitung der gerichtlichen Ehescheidungen erfolgt auf Basis der Meldungen der rund 120 Bezirksgerichte Österreichs und seit dem Berichtsjahr 2018 in Abgleich mit den vom Zentralen Personenstandsregister übermittelten Daten. Darum sind ab 2018 auch Ehescheidungen im Ausland von Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich enthalten. Nicht berücksichtigt sind dagegen in Österreich stattfindende Ehelösungen von im Ausland wohnhaften Personen.

Ab 2019 inklusive Ehescheidungen gleichgeschlechtlicher Ehen.

Die regionale Zuordnung der publizierten Daten erfolgt nach dem Aufenthaltsort des Mannes bzw. des ersten eingetragenen Partners. Sollte dieser nicht bekannt sein, nach jenem der Frau bzw. des zweiten eingetragenen Partners.

Die Gesamtscheidungsrate gibt den Prozentsatz geschiedener Ehen an, der aufgrund der im Berichtsjahr beobachteten ehedauerspezifischen Scheidungsraten für aktuell geschlossene Ehen zu erwarten ist, falls sich an diesen ehedauerspezifischen Scheidungsraten in Zukunft nichts ändern würde. Für die Berechnung werden die Ehescheidungen in Beziehung gesetzt zu jenen Eheschließungsjahrgängen, aus denen sie stammen und die Summe der daraus resultierenden Einzelraten gebildet.

Die voraussichtlichen Publikationstermine weiterer Ergebnisse sind unter Veröffentlichungskalender zu finden.

Ergebnisse im Überblick: Ehescheidungen
Ehescheidungen, Scheidungsrate und Gesamtscheidungsrate seit 1946
Ehescheidungen und Gesamtscheidungsrate seit 1995 nach Bundesländern
Ehescheidungen seit 2006 nach Paragraph des Ehegesetzes und Bundesländern
Ehescheidungen seit 2005 nach Bundesland, nach der Kinderzahl und dem Alter der Kinder
Ehescheidungen seit 2005 nach Ereignismonaten und Bundesländern
Eheschließungen und Ehescheidungen, Begründungen und Auflösungen eingetragener Partnerschaften 2019 nach Politischen Bezirken

Ehescheidungen und Gesamtscheidungsrate seit 1951
Ehescheidungsrate nach der Ehedauer seit 1971

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