Chronische Krankheiten

Folgende Ergebnisse stammen aus der „Österreichischen Gesundheitsbefragung 2019“.

2,8 Mio. Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 15 Jahren und mehr gaben an, eine dauerhafte Krankheit oder ein chronisches Gesundheitsproblem zu haben (1,3 Mio. Männer und 1,5 Mio. Frauen).

Ausgewählte chronische Krankheiten

Am häufigsten wurden chronische Kreuzschmerzen, Allergien, Bluthochdruck und chronische Nackenschmerzen genannt (12-Monats-Prävalenz). Frauen leiden weitaus häufiger an chronischen Nacken- und Kopfschmerzen, Harninkontinenz, Arthrose und Depression als Männer. Chronische Kreuzschmerzen

1,9 Mio. Personen gaben an, in den letzten zwölf Monaten unter chronischen Kreuzschmerzen oder einem anderen chronischen Rückenleiden gelitten zu haben, Frauen etwas häufiger als Männer (27,3% bzw. 24,5%). Mit zunehmendem Alter stieg die Häufigkeit dieses gesundheitlichen Problems beträchtlich an: Während bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen jeder zehnte unter Kreuzschmerzen litt, war jeder dritte 60- bis 74-Jährige betroffen. Im höheren Erwachsenenalter (75+) waren es sogar 42,2%. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind in den jüngeren und mittleren Altersgruppen nur schwach ausgeprägt, bei den 75- und Mehrjährigen klagte beinahe jede zweite Frau, aber lediglich jeder dritte Mann über Rückenschmerzen.

Chronische Nackenschmerzen

Beinahe ein Fünftel der Bevölkerung litt unter chronischen Nackenschmerzen oder sonstigen chronischen Beschwerden an der Halswirbelsäule (19,5%). Frauen waren häufiger von diesem Problem betroffen als Männer (24,8% bzw. 14,0%). Die Häufigkeit dieser Beschwerden nahm mit dem Alter zu, wobei die Unterschiede nach Geschlecht erhalten blieben. Bei den 75- und Mehrjährigen lag die 12-Monats-Prävalenz bei 23,1% (Männer) bzw. 35,4% (Frauen).

Allergien

Unterschiedliche Formen von Allergien wie allergischer Schnupfen, Heuschnupfen, allergische Reaktionen der Augen oder der Haut, Lebensmittelallergien oder andere Allergien sind in der Bevölkerung relativ weit verbreitet. Frauen waren in allen Altersgruppen häufiger betroffen als Männer (24,3% bzw. 21,3%). Im Gegensatz zu den meisten anderen chronischen Erkrankungen traten Allergien jedoch bei jungen Menschen und bei Menschen im mittleren Erwachsenenalter (15- bis 59-Jährige: 25,1%) häufiger auf als bei älteren Personen (75-und Mehrjährige: 13,4%).

Interessant ist jedoch, dass Personen, die unter einer Allergie leiden, dies nicht unbedingt als chronische Krankheit empfanden, denn 53% der Allergiker und Allergikerinnen verneinten die globale Frage zum Vorliegen einer chronischen Krankheit.

Bluthochdruck

Mehr als ein Fünftel der Frauen (22,0%) und Männer (21,6%) gab an, innerhalb der letzten zwölf Monate an Bluthochdruck (Hypertonie) gelitten zu haben. Das Krankheitsbild ist dabei stark altersabhängig. Während die 15- bis unter 44-Jährigen kaum von Bluthochdruck betroffen waren (Männer: 5,7%, Frauen: 3,2%), kam es ab 45 Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Bluthochdruckfälle. Bei den 75-Jährigen und Älteren waren schließlich 50,4% der Männer und 55,7% der Frauen betroffen.

Arthrose

Sowohl das Alter als auch das Geschlecht haben einen großen Einfluss auf das Auftreten von Arthrose. Insgesamt waren 10,7% der Männer und 17,7% der Frauen betroffen. Bei beiden Geschlechtern war die 12-Monats-Prävalenz der Arthrose im jungen Erwachsenenalter von 15 bis 29 Jahren sehr niedrig (0,3%) und stieg bei den 45- bis 59-Jährigen auf 12,7% bei den Männern und 17,7% bei den Frauen an. Bei den 60- bis 74-Jährigen war bereits fast jede dritte Frau und jeder fünfte Mann betroffen. Am höchsten war die Prävalenz bei den Personen ab 75 Jahren (Frauen: 47,3%, Männer: 27,7%). Bei 92,2% der Personen, die angaben, unter Arthrose zu leiden, wurde die Diagnose von einem Arzt bzw. einer Ärztin gestellt.

Diabetes mellitus

Auf die Frage „Hatten Sie in den letzten zwölf Monaten Diabetes (Zuckerkrankheit)?" gaben 6,0% der Bevölkerung eine positive Antwort. Es wurde dabei nicht zwischen Typ-1-, Typ-2-Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes unterschieden. Bei jenen Personen, die angaben, unter Diabetes zu leiden, wurde zu 98,0% die Diagnose vom Arzt gestellt. Unter 45 Jahren blieb die 12-Monats-Prävalenz unter einem Prozent und stieg mit zunehmendem Alter deutlich an. Bei den 45- bis 59-Jährigen gab es laut Selbstangabe 6,7% Diabetiker und 4,0% Diabetikerinnen. Ab 75 Jahren lag die Diabetesprävalenz bei Frauen mit 15,5% nur gering unter jener der Männer mit 16,2%.

Depression

Zur Abschätzung der Krankheitslast von Depressionen gab es in der Gesundheitsbefragung zwei unterschiedliche Ansätze. Einerseits wurde selbst angegebene Depression anhand der Frage erfasst: „Hatten Sie in den letzten zwölf Monaten Depressionen?" Für bereits diagnostizierte Depressionen gab es die Zusatzfrage: „Wurde die Diagnose Depression von einem Arzt oder einer Ärztin gestellt?" Andererseits werden aktuell bestehende depressive Symptome anhand eines Screening-Instruments für Depression erfasst (Patient Health Questionnaire, PHQ-8). Beim PHQ-8 wird die Häufigkeit und das Ausmaß von acht depressiven Symptomen innerhalb der letzten zwei Wochen erfragt (vermindertes Interesse oder Freude, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Müdigkeit oder Energieverlust, Appetitstörung, Gefühle von Wertlosigkeit oder Schuld, Konzentrationsstörung, psychomotorische Verlangsamung oder Unruhe). Der PHQ-8 kann sowohl dimensional zur Bestimmung des Schweregrades der Depression als auch kategorial zur Diagnosestellung einer Major Depression ausgewertet werden.

9,2% der Frauen und 5,7% der Männer berichteten, dass sie innerhalb der letzten zwölf Monate unter Depressionen litten. Bei 78,4% der Betroffenen wurde diese Diagnose vom Arzt gestellt. Frauen gaben häufiger als Männer das Auftreten einer Depression an, wobei sich die Unterschiede mit zunehmendem Alter vergrößerten. Der niedrigste Anteil von Menschen mit Depressionen fand sich im jungen Erwachsenenalter (Männer: 3,2%, Frauen: 4,6%), der höchste bei den älteren Menschen (Männer: 7,4%, Frauen: 14,2%).

Laut den Ergebnissen des PHQ-8 bestand bei 1,5% der Personen eine depressive Symptomatik (mittelgradige bzw. schwere depressive Symptomatik). Frauen hatten mit 1,8% eine etwas höhere Prävalenz als Männer mit 1,1%. Eine milde depressive Symptomatik wurde bei 3,3% der Männer und 5,0% der Frauen festgestellt, eine minimale depressive Symptomatik bei 12,2% der Männer und 17,4% der Frauen. Die Betroffenheit von einer minimalen und milden depressiven Symptomatik war bei Frauen etwas stärker ausgeprägt als bei Männern und war am höchsten bei den über 74-Jährigen (Frauen: 29,7% bzw. 10,4%, Männer: 23,2% bzw. 6,2%).

Chronische Kopfschmerzen

Ein Gesundheitsproblem, das vor allem bei Frauen im jungen und mittleren Erwachsenalter auftritt, sind chronische Kopfschmerzen. 11,4% der unter 60-jährigen Frauen, aber nur 5,6% der gleichaltrigen Männer gaben an, unter chronischen Kopfschmerzen innerhalb der letzten zwölf Monate gelitten zu haben. Im Alter von 60 Jahren und mehr lag die Prävalenz bei 7,2% der Frauen bzw. 5,4% der Männer.

Ergebnisse im Überblick: Chronische Krankheiten

Gesundheitsbefragung 2019

Chronische Krankheiten und Gesundheitsprobleme 2019
Chronische Krankheiten und Gesundheitsprobleme mit ärztlicher Diagnose 2019

Gesundheitsbefragung 2014

Chronische Krankheiten und Gesundheitsprobleme 2014
Chronische Krankheiten und Gesundheitsprobleme mit ärztlicher Diagnose 2014

Gesundheitsbefragung 2006/07

Chronische Krankheiten und Gesundheitsprobleme 2006/07

MZ-Sonderprogramm 1999 "Fragen zur Gesundheit"

Chronische Krankheiten in der Bevölkerung 1999
Ausgewählte chronische Krankheiten in der weiblichen Bevölkerung nach ausgewählten Merkmalen 1999
Ausgewähllte chronische Krankheiten in der männlichen Bevölkerung nach ausgewählten Merkmalen 1999


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