Gesundheitliche Beeinträchtigungen

Menschen mit Beeinträchtigungen

Unten stehende Ergebnisse stammen aus Mikrozensus-Zusatzfragen im 4. Quartal 2015 und beziehen sich auf Personen im Alter ab 15 Jahren.

Im Jahr 2015 berichteten 19,3% der österreichischen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten, durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung eingeschränkt zu sein. 95% dieser Personen waren bereits länger als ein halbes Jahr gesundheitlich beeinträchtigt. Somit gaben 18,4% der Befragten eine dauerhafte Beeinträchtigung an, das sind hochgerechnet 1,34 Mio. Personen der österreichischen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten.

Die mit Abstand häufigsten dauerhaften Beeinträchtigungen waren Probleme mit der Beweglichkeit. Hochgerechnet rund 1,0 Mio. Personen, das sind 14,1% der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten, waren davon betroffen. 7,3% der Bevölkerung berichteten über mehr als eine Beeinträchtigung, das entsprach etwa 534.000 Personen mit mehreren dauerhaften Beeinträchtigungen. 374.000 Personen (5,1%) hatten andere als die in Rahmen der Befragung vorgegebenen Beeinträchtigungen. Mit rund 270.000 betroffenen Personen (3,7%) waren nervliche oder psychische Probleme am dritthäufigsten. An vierter Stelle lagen Probleme beim Sehen (3,0% bzw. rund 216.000 Personen), etwas weniger Befragte gaben Probleme beim Hören an (2,1% bzw. rund 157.000 Personen). Geistige Probleme oder Lernprobleme betrafen 0,8% der Bevölkerung (rund 60.000 Personen), Probleme beim Sprechen 0,4% (rund 26.000 Personen).

Unter den Personen mit Problemen mit der Beweglichkeit hatten 3,7% bzw. 271.000 Personen schwerwiegende Probleme. Rund 40.000 Personen (0,5% der Bevölkerung ab 15 Jahren) gaben an, auf die Benützung eines Rollstuhls angewiesen zu sein. Von den 216.000 Personen mit Problemen beim Sehen (3,0%) wiesen 53.000 Personen (0,7%) schwerwiegende Probleme auf. Rund 2.200 Personen (0,03%) bezeichneten sich selbst als blind. Rund 157.000 Personen berichteten insgesamt über Probleme beim Hören (2,1%), darunter waren 19.000 Personen (0,3%) mit schwerwiegenden Hörproblemen. Aufgrund der telefonischen Befragung waren Menschen mit schwersten Hör- oder Sprachbehinderungen nicht vertreten.

Die Analyse von Alters- und Geschlechtsunterschieden zeigte für die Altersgruppe ab 60 Jahren insgesamt einen rund 2,5-fachen Anteil dauerhaft beeinträchtigter Menschen im Vergleich zu 20- bis 60-Jährigen (33,6% zu 13,6%). Die Geschlechtsunterschiede waren gering: 18,8% der weiblichen und 17,9% der männlichen Bevölkerung hatten eine lang andauernde Beeinträchtigung. Frauen waren von einigen Beeinträchtigungen stärker betroffen als Männer, vor allem von dauerhaften Problemen mit der Beweglichkeit (Frauen: 14,9%, Männer: 13,2%), psychischen Problemen (Frauen: 4,4%, Männer: 3,0%) und mehrfachen dauerhaften Beeinträchtigungen (Frauen: 7,9%, Männer: 6,6%).

Erwartungsgemäß war die Quote von Menschen mit Beeinträchtigung bei den Erwerbspersonen deutlich geringer als bei den Nicht-Erwerbspersonen (10,3% zu 30,8%). Auch die Unterschiede hinsichtlich der höchsten abgeschlossenen Ausbildung waren markant: Personen mit lediglich Pflichtschulabschluss waren überdurchschnittlich oft beeinträchtigt (24,6%), Personen mit höherer oder Hochschulbildung hingegen viel seltener (9,3%). Die Beeinträchtigtenquote war in Einpersonenhaushalten deutlich höher als in Mehrpersonenhaushalten (28,6% zu 15,9%). Personen mit einem nicht österreichischen Geburtsland hatten eine geringere Beeinträchtigtenquote als in Österreich Geborene (14,1% zu 19,3%).

Die Fragen zu den Benachteiligungen und Problemen, welche eine Beeinträchtigung nach sich ziehen kann, ergaben als die fünf am häufigsten genannten Bereiche die Freizeit (57,8% der konkret beeinträchtigten Personen hatten immer oder manchmal Probleme), den Arbeitsplatz (43,0%), die Wohnung bzw. das Haus (29,5%), den öffentlichen Verkehr (26,3%) und die finanzielle Situation (25,5%).

Statistik Austria hat die Erhebung „Menschen mit Beeinträchtigungen“ (PDF, 6 MB) im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz durchgeführt.

Erwerbstätigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Unten stehende Ergebnisse stammen aus dem Mikrozensus- Ad-hoc-Modul zur "Erwerbstätigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen" 2011 und beziehen sich auf Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren.

Gesundheitszustand von Personen im Erwerbsalter

Insgesamt gaben 2,4 Mio. Personen im Erwerbsalter (15 bis 64 Jahre) eine oder mehrere dauerhafte Gesundheitsbeschwerde/n an, das sind 41,6% aller Personen im Erwerbsalter. Zusätzlich zu den Gesundheitsbeschwerden wurden auch die sensorischen und motorischen Einschränkungen bei alltäglichen Tätigkeiten abgefragt. Insgesamt gaben 23,5% aller Personen im Erwerbsalter mindestens eine dauerhafte Einschränkung bei alltäglichen Tätigkeiten an.

Gesundheitsbedingte Einschränkungen im Arbeitsleben

19,7% aller zum Befragungszeitpunkt erwerbstätigen Personen (das sind rund 800.000 Personen) hatte zumindest eine gesundheitsbedingte Einschränkung im Arbeitsleben, d.h. sie waren in der Anzahl der Arbeitsstunden und/oder in der Art der Arbeit und/oder beim Weg von und zur Arbeit eingeschränkt. Nicht erwerbstätige Personen gaben an sie hätten, wenn sie einen Beruf ausüben würden, zu rund einem Drittel zumindest eine gesundheitsbedingte Einschränkung im Arbeitsleben.

Die am häufigsten genannte Einschränkung bezog sich auf die Art der Arbeit, 7,8% aller erwerbstätigen Personen nannten diese Einschränkung. Gemeint sind hier z.B. Einschränkungen beim Tragen schwerer Lasten, beim Arbeiten im Freien oder bei langem Sitzen (Nicht erwerbstätige Personen: 24,3%). 5,9% der Erwerbstätigen hatten gesundheitsbedingt Einschränkungen in der Stundenanzahl, die gearbeitet werden kann (Nicht erwerbstätige Personen: 23,5%). Lediglich 1,0% der Erwerbstätigen waren aufgrund bestehender Gesundheitsprobleme beim Weg von und zur Arbeit eingeschränkt (Nicht erwerbstätige Personen: 9,2%).

Arbeitsbezogene Ressourcen von Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

1,6% der erwerbstätigen Personen hatten gesundheitsbedingt eine spezielle Ausstattung und/oder eine bauliche Anpassung am Arbeitsplatz. Bei Personen, die zum Zeitpunkt der Befragung nicht gearbeitet haben, gaben 4,1% an, dass sie eine spezielle Ausstattung und/oder eine bauliche Anpassung am Arbeitsplatz benötigen würden. 1,6% der erwerbstätigen Personen hatten gesundheitsbedingt spezielle Arbeitsvereinbarungen, d.h. dass die Arbeitssituation auf ihre gesundheitlichen Bedürfnisse angepasst wurde.  Bei nicht im Erwerbsleben stehenden Personen meinten 13,6% sie bräuchten eine spezielle Arbeitsvereinbarung für eine mögliche berufliche Tätigkeit. 1,1% der aktuell erwerbstätigen Personen gaben an, persönliche Unterstützung am Arbeitsplatz zu haben, die aktuell nicht berufsausübenden Personen bräuchten zu 6,2% persönliche Unterstützung.

Nicht gesundheitsbedingte Einschränkungen im Arbeitsleben

Unabhängig davon, ob jemand eine gesundheitliche Beeinträchtigung hatte oder nicht, wurde jede/r Befragte gebeten, den Hauptgrund für eine mögliche Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zu nennen. Ein Vergleich der Personen mit unterschiedlichem Erwerbsstatus zeigte, dass erwerbstätige Personen seltener nicht gesundheitsbedingte Einschränkungen in ihrer Erwerbsfähigkeit haben (14,4%) als arbeitslose Personen (32,1%) und Nicht-Erwerbspersonen (25,3%). Bei den Erwerbstätigen waren familiäre Pflichten die häufigste nicht gesundheitsbedingte Einschränkung (4,6%), hingegen sahen sich Arbeitslose (11,1%) und Nicht-Erwerbspersonen (7,3%) am häufigsten durch mangelnde Qualifikation eingeschränkt.

Die Datensätze zum Modul 2011 „Erwerbstätigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen“ sind via Email an ake@statistik.gv.at zu bestellen.

Menschen mit Beeinträchtigungen

Ergebnisse im Überblick: Dauerhafte Beeinträchtigungen ab 15 Jahren 2007 und 2015 nach Geschlecht
Menschen mit Beeinträchtigung 2015

Erwerbstätigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Einschränkungen und Ressourcen im Arbeitsleben aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen 2011
Personen mit dauerhaften Gesundheitsbeschwerden nach Art der Beschwerden 2011
Personen mit dauerhaften Einschränkungen bei alltäglichen Tätigkeiten nach Art der Einschränkungen 2011
Personen mit gesundheitsbedingten Einschränkungen im Arbeitsleben nach Art der Einschränkung und Erwerbsstatus 2011
Personen, die gesundheitsbedingt Hilfe in Anspruch nehmen bzw. bräuchten nach Art der Hilfe und Erwerbsstatus 2011
Personen nach Erwerbsstatus und nicht gesundheitsbedingten Hauptgrund für eine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit 2011

Personen im Erwerbsalter  mit dauerhaften Gesundheitsbeschwerden nach Geschlecht 2011
Personen mit dauerhaften Einschränkungen bei alltäglichen Tätigkeiten nach Geschlecht 2011
Gesundheitsbedingte Einschränkungen im Arbeitsleben nach Erwerbsstatus 2011
Gesundheitsbedingte Hilfe im Arbeitsleben  nach Erwerbsstatus 2011
Nicht gesundheitsbedingte Einschränkungen in der Erwerbsfähigkeit nach Erwerbsstatus 2011


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