Lebenserwartung in Gesundheit

Das Konzept der „gesunden Lebenserwartung“ gewann in den letzten Jahren in Anbetracht der steigenden Lebenserwartung ständig an Bedeutung. Die Wichtigkeit der Indikatoren zur gesunden Lebenserwartung liegt in der Möglichkeit, gleichzeitig die Entwicklung von Mortalität, Morbidität und Beeinträchtigung zu beurteilen, und somit die Wahrscheinlichkeit abzuschätzen, ob mit dem Gewinn an gewonnen Lebensjahren ein längeres Leben in guter oder in schlechter Gesundheit einhergeht. Das bedeutet, analog zur Lebenserwartung bildet die gesunde Lebenserwartung ab, wie viele Jahre eine Person in einem gewissen Alter noch in guter Gesundheit verbringen wird. Das Konzept der gesunden Lebenserwartung erweitert also jenes der Lebenserwartung, um die Qualität der Lebensjahre bewerten zu können.

Während die Informationen zur Lebenserwartung aus den jährlich berechneten Sterbetafeln stammen, werden Informationen zum Gesundheitszustand der Bevölkerung durch Befragungen ermittelt. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes werden dabei den internationalen Gepflogenheiten entsprechend drei Konzepte verwendet: Subjektive Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes, Prävalenz chronischer Krankheiten und funktionale Beeinträchtigungen. Für die subjektive Einschätzung der Gesundheit steht in Österreich eine Zeitreihe ab 1978 zur Verfügung, für die beiden anderen Konzepte gibt es jährliche Werte seit 2003.

In den letzten Jahrzehnten stieg die Lebenserwartung in Österreich in einem beachtlichen Tempo. Im langfristigen Trend erhöhte sich die Lebenserwartung bei der Geburt von 1978 bis 2019 für Männer um insgesamt 10,8 Jahre und für Frauen um 8,3 Jahre. Die Lebenserwartung (bei der Geburt) für Frauen liegt mit aktuell (2019) 84,0 Jahren über jener der Männer mit 79,3 Jahren.

Betrachtet man die steigende Lebenserwartung und die voran skizzierte immer bessere Beurteilung der eigenen Gesundheit in einem gemeinsamen Indikator, nämlich der "gesunden Lebenserwartung", so lässt sich seit 1978 eine erfreuliche Entwicklung erkennen: Die Zahl der in (sehr) guter Gesundheit verbrachten Jahre stieg noch stärker als die Lebenserwartung, nämlich um 11,8 Jahre bei den Männern bzw. um 10,7 Jahre bei den Frauen. Damit erhöhte sich auch der prozentuelle Anteil der in (subjektiv) gutem Gesundheitszustand verbrachten Lebenszeit an der gesamten Lebenserwartung. Dieser Indikator stieg bei den Männern zwischen 1978 und 2019 von 77% auf 80%, bei den Frauen von 70% auf 77%. Die gesunde Lebenserwartung (bei der Geburt) für Frauen liegt mit aktuell (2019) 64,7 Jahren knapp über jener der Männer mit 63,1 Jahren.

Ältere Menschen (65 und mehr Jahre) profitieren vom Sterblichkeitsrückgang der vergangenen Jahrzehnte besonders. Die fernere Lebenserwartung 65-jähriger Männer stieg zwischen 1978 und 2019 von 12,5 auf 18,3 Jahre, für gleichaltrige Frauen von 15,9 auf 21,5 Jahre. Auch hier war die Entwicklung von einer Verbesserung des subjektiven Gesundheitszustandes begleitet. Die statistisch noch erwartbaren "gesunden" Lebensjahre liegen aktuell (2019) für 65-jährige Frauen bei 10,2 Jahren, für gleichaltrige Männer bei 9,3 Jahren.

Ergebnisse im Überblick: Lebenserwartung nach subjektivem Gesundheitszustand
Lebenserwartung 2019 nach subjektivem Gesundheitszustand und Alter
Lebenserwartung 2014 nach subjektivem Gesundheitszustand und Alter
Lebenserwartung 2014 nach subjektivem Gesundheitszustand und höchster abgeschlossener Ausbildung
Fernere Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren 1981 und 2014 nach subjektivem Gesundheitszustand und höchster abgeschlossener Ausbildung
Lebenserwartung ohne chronische Krankheit seit 2003
Lebenserwartung ohne funktionale Beeinträchtigungen seit 2003


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