Pensionen

Die Pensionshöhe ist abhängig vom beitragspflichtigen Einkommen (Bemessungsgrundlage) sowie von der Versicherungsdauer. Da Frauen im Schnitt niedrigere Erwerbseinkommen haben und ihre Versicherungsverläufe vor allem durch Kindererziehung Lücken aufweisen, liegen auch die Pensionen der Frauen unter jenen der Männer. Dies bewirkt eine höhere Armutsgefährdung etwa von alleinlebenden Pensionistinnen.

Gesetzliche Pensionsversicherung

Bezogen auf die Daten des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger liegen die Alterspensionen der Frauen je nach Art der Berechnung um rund 40% bis 50% unter den Pensionen der Männer. Nimmt man die mittlere Höhe (Median) der Alterspensionen (ohne zwischenstaatliche Teilleistungen), dann betrugen die monatlichen Bruttopensionsbezüge der Frauen 2019 1.019 Euro und jene der Männer 2.007 Euro. Die mittleren Alterspensionen der Frauen waren somit um 49,2% niedriger als die der Männer.

Bei den Invaliditätspensionen (vor dem 60. Lebensjahr bei Frauen bzw. 65. Lebensjahr bei Männern) war die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern mit 27,4% dagegen deutlich geringer. Dies ist vor allem auf die im Vergleich zu den Alterspensionen niedrigeren Invaliditätsansprüche der Männer zurückzuführen. 2019 betrugen die Invaliditätspensionen der Frauen im Mittel 933 Euro und die der Männer 1.284 Euro.

Das durchschnittliche Zugangsalter der Eigenpensionen (Alters- und Invaliditätspensionen, ohne Rehabilitationsgeld) lag 2019 bei den Männern bei 61,3 Jahren und bei den Frauen bei 59,5 Jahren. Die Differenz betrug damit insgesamt 1,8 Jahre.

Betrachtet man nur die 2019 neu zuerkannten Pensionen, dann waren die Alterspensionen der Frauen mit 1.226 Euro im Mittel um 46,1% niedriger als jene der Männer mit 2.273 Euro. Bei den Invaliditätspensionen waren es 29,2%. Die Neuzuerkennungen zeigen damit einen ähnlich großen Gender Pension Gap wie die Pensionen insgesamt.

Insgesamt standen den 2.421.246 Pensionen zum Stichtag 1. Juli 2019 2.154.485 Pensionsbezieherinnen und -bezieher in der gesetzlichen Pensionsversicherung gegenüber. 266.079 Personen bezogen zwei oder mehr Pensionen. Die Gliederung nach Geschlecht zeigt, dass vor allem Frauen mehr als eine Pension erhielten. Von den 409.081 Bezieherinnen einer Witwenpension hatten laut Dachverband allerdings 188.185 (46,0%) ausschließlich eine Witwenpension. Die Höhe der Witwenpensionen lag 2019 gemessen am Median bei 933 Euro.

Eine Ausgleichszulage erhielten 205.306 Bezieherinnen und Bezieher. Der Anteil der Ausgleichszulagen - gemessen am Pensionsstand - betrug im Dezember 2019 somit 8,6% (Frauen 9,5%; Männer 7,1%). Eine Ausgleichszulage wird gewährt, wenn das monatliche Nettoeinkommen einer alleinstehenden Person weniger als 933,06 Euro (bzw. 1.048,57 Euro bei mind. 360 Beitragsmonaten) oder als Ehepaar weniger als 1.398,97 Euro beträgt. Insgesamt erhielten 139.464 Frauen und 65.842 Männer eine Ausgleichszulage. Der Frauenanteil lag 2019 damit bei 67,9%. Unter den Ausgleichszulagenbezieherinnen war die Gruppe der Frauen, die zusätzlich zu einer Alterspension eine Ausgleichszulage erhielten, mit 69.110 Bezieherinnen am größten. Die zweitgrößte Gruppe waren Frauen mit Witwenpensionen (47.769 Ausgleichszulagenbezieherinnen).

Beamtenpensionen

Für die Betrachtung der Beamtinnen und Beamten in Ruhe stehen keine Monatsbezüge sondern Bruttojahreseinkommen zur Verfügung. Das Jahreseinkommen bezieht sich auf die Summe der Einkommen aus Pensionen inkl. Zulagen und allfälligen Bezügen aus aktiver Erwerbstätigkeit pro Person. Demnach betrug der Ruhegenuss von Beamtinnen mit einer Einfach-Pension im Jahr 2019 im Mittel 40.930 Euro und der Beamten 39.365 Euro. Der Ruhegenuss der Frauen war somit etwas höher als jener der Männer. Dies gilt nicht für den Versorgungsgenuss von Witwen, der im Jahr 2019 bei 21.488 Euro lag (Witwer 23.363 Euro). Kommt zum Versorgungsgenuss von Witwen noch eine eigene Pension aus dem Titel Ruhegenuss hinzu, betrug das Bruttojahreseinkommen der Beamtinnen in Ruhe 59.368 Euro (Beamte 59.066 Euro). Im Vergleich zur gesetzlichen Pensionsversicherung waren Beamtinnen in Ruhe demnach sowohl bei Einfach- als auch bei Mehrfach-Pensionen gegenüber Männern wenig bis gar nicht benachteiligt.

Weitere Informationen zum Thema Pensionen und Renten finden Sie auf unserer Website unter

Sozialleistungen auf Bundesebene – Pensionen und Renten oder Personen-Einkommen – Allgemeiner Einkommensbericht.

Ergebnisse im Überblick: Pensionseinkommen in der gesetzlichen Pensionsversicherung im Dezember 2019
Neu zuerkannte Pensionen in der gesetzlichen Pensionsversicherung im Dezember 2019
Pensionsbezieher/-innen sowie Pensionen zum 1. Juli 2019
Durchschnittliches Zugangsalter bei Eigenpensionen in der gesetzlichen Pensionsversicherung
Ausgleichszulagenbezieherinnen und -bezieher im Dezember 2019
Mittlere Bruttojahreseinkommen der Beamtinnen und Beamten in Ruhe 2019


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