Verdienststrukturerhebung

Laut den Hauptergebnissen der Verdienststrukturerhebung 2018 (Artikel) verdienten unselbständig Beschäftigte in Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten in der Privatwirtschaft 2018 im Mittel (Median) 15,09 Euro brutto pro Stunde.

Inflationsbereinigt stiegen die Bruttostundenverdienste ausgehend vom Basisjahr 2006 bis zum Jahr 2018 um insgesamt 4,8% (Grafik). Das Wachstum war jedoch durch die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 unterbrochen. Zwischen 2006 und 2010 nahmen die Bruttostundenverdienste real um 3,3% zu und gingen nach dem Einsetzen der Wirtschaftskrise in den Jahren 2010 bis 2014 um 1,1% zurück. Mit einem Plus von 2,6% war im Zeitraum 2014 bis 2018 dagegen wieder ein Zuwachs zu verzeichnen.

Verdienste nach Verdienstklassen

Nach Verdienstklassen (Grafik) erhielten 2018 14,2% der unselbständig Beschäftigten in der Privatwirtschaft 10 Euro und weniger brutto pro Stunde. Bei mehr als einem Drittel der Beschäftigten (35,2%) lagen die Verdienste zwischen 10 und 15 Euro. Rund ein Viertel (25,2%) verdiente zwischen 15 und 20 Euro. Weitere 11,5% erzielten einen Bruttostundenverdienst von 20 bis 25 Euro und 5,8% von 25 bis 30 Euro. Mehr als 30 Euro erreichten insgesamt 8,1% der Beschäftigten. Männer waren mit 10,8% in der höchsten Einkommensklasse stärker vertreten als Frauen mit 4,3%. In der untersten Einkommensklasse waren Frauen dagegen mit 21,1% häufiger zu finden als Männer mit 9,4%.

Starke Verdienstunterschiede nach Branchen und Berufen

Nach Branchen waren die höchsten Verdienste in der Energieversorgung (24,75 Euro), der Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (22,29 Euro) sowie der Information und Kommunikation (21,10 Euro) zu verzeichnen. Am niedrigsten waren die Bruttostundenverdienste 2018 in der Beherbergung und Gastronomie mit 9,67 Euro (ohne Trinkgelder). Frauen verdienten in allen Branchen weniger als Männer (Grafik). Insgesamt waren die mittleren (Median) Bruttostundenverdienste der Frauen 2018 mit 13,43 Euro um 17,4% niedriger als jene der Männer mit 16,26 Euro (weitere Infos unter Gender-Statistik - Einkommen).

Nach Berufsgruppen lagen die Verdienste von Führungskräften mit 30,72 Euro erwartungsgemäß an der Spitze, gefolgt von Beschäftigten in akademischen Berufen mit 21,62 Euro und Fachkräften in technischen und gleichrangigen nichttechnischen Berufen mit 18,42 Euro. Bürokräfte und verwandte Berufe verdienten mit 15,06 Euro etwas weniger als Personen in Handwerks- und verwandten Berufen mit 15,65 Euro. Am niedrigsten waren die Verdienste von Beschäftigten in Dienstleistungsberufen sowie Verkäuferinnen und Verkäufern mit 11,59 Euro bzw. Hilfsarbeitskräften mit 10,77 Euro brutto pro Stunde.

Positiver Einfluss von höherer Ausbildung auf das Verdienstniveau

Einen positiven Einfluss auf die Löhne und Gehälter hat generell das Bildungsniveau. Beschäftigte mit höchstens Pflichtschulabschluss erhielten 2018 11,42 Euro brutto pro Stunde. Beschäftigte mit einem Lehrabschluss verdienten 14,70 Euro und Beschäftigte mit BHS-Matura 17,66 Euro. Bei Beschäftigten mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss lagen die Bruttostundenverdienste bei 21,60 Euro und waren damit fast doppelt so hoch wie jene von Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss.

Verdienste der Männer steigen mit zunehmenden Alter stärker als jene der Frauen

Nach Altersgruppen zeigt sich insgesamt ebenfalls eine steigende Tendenz. Der Anstieg war bei Frauen allerdings nicht so stark wie bei Männern. Insbesondere in den Altersgruppen ab 30 Jahren blieben die Verdienste der Frauen deutlich hinter jenen der Männer zurück. Zugleich lag das durchschnittliche Alter der Frauen bei der Geburt des ersten Kindes 2018 bei rund 30 Jahren. Während 50- bis 59-jährige Frauen im Mittel 14,48 Euro und damit um 3,8% mehr verdienten als Frauen mit 30 bis 39 Jahren (13,95 Euro), lagen die Verdienste der Männer im Alter von 50 bis 59 Jahren bei 18,66 Euro und somit um 13,9% über jenen der Männer im Alter von 30 bis 39 Jahren mit 16,39 Euro. Der Zuwachs war bei den Männern damit um rund 10 Prozentpunkte höher als bei den Frauen in diesen Altersgruppen.

Eine deutliche Zunahme der Verdienste sowohl für Männer als auch für Frauen bewirkt dagegen die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen. Im Vergleich zu Beschäftigten mit einer Unternehmenszugehörigkeit von unter einem Jahr verdienten Beschäftigte mit einer Dauer von 15 bis 19 Jahren um knapp die Hälfte mehr und Beschäftigte mit 30 und mehr Jahren fast das Doppelte. Bei den Frauen war der Anstieg in den Gruppen mit einer Dauer von 20 und mehr Jahren etwas stärker als bei den Männern, sodass sich die Verdienste von Frauen und Männern mit langer Unternehmenszugehörigkeit annähern. Frauen waren mit 7 Jahren jedoch im Durchschnitt kürzer im selben Unternehmen beschäftigt als Männer mit 9 Jahren, sodass Frauen insgesamt weniger vom Senioritätsprinzip profitierten.

Männer erzielen die höchsten Verdienste in Vorarlberg; Frauen in Wien

Nach Bundesländern waren die Verdienste in Vorarlberg mit 16,54 Euro am höchsten und im Burgenland mit 13,66 Euro am niedrigsten. Frauen konnten in Wien mit 14,65 Euro brutto pro Stunde die höchsten Verdienste erzielen. Männer verdienten mit 18,36 Euro in Vorarlberg am besten. Die mittleren Bruttostundenverdienste von Frauen lagen in Vorarlberg mit 13,90 Euro um 24,3% unter jenen der Männer. Vorarlberg ist damit das Bundesland mit den höchsten Verdienstunterschieden zwischen Frauen und Männern. Im Burgenland war der geschlechtsspezifische Lohnunterschied mit 11,2% gemessen an den mittleren Bruttostundenverdiensten am niedrigsten.

Nichtösterreichische Staatsangehörige verdienen um 22,3% weniger

Bezogen auf die Staatsangehörigkeit lagen die Bruttostundenverdienste von Beschäftigten mit österreichischer Staatsbürgerschaft 2018 bei 15,91 Euro. Beschäftigte ohne österreichische Staatsbürgerschaft verdienten mit 12,33 Euro im Mittel um 22,5% weniger. Eine Ausnahme bildeten Beschäftigte aus den alten EU-Mitgliedstaaten (Beitritt vor 2004) - dies waren zu rund 72% Beschäftigte aus der Bundesrepublik Deutschland – die mit 15,94 Euro etwa gleich viel verdienten wie österreichische Staatsangehörige.

Die Bruttostundenverdienste von Beschäftigten aus den neuen Beitrittsländern (Beitritt ab 2004) lagen mit 11,89 Euro um rund 25% unter jenen von österreichischen Staatsangehörigen. Gleiches gilt mit 11,98 Euro für Beschäftigte mit einer Staatsbürgerschaft, die dem ehemaligen Jugoslawien zuzurechnen ist (ohne Slowenien und Kroatien). Beschäftigte mit türkischer Staatsbürgerschaft verdienten mit 11,27 Euro um rund 29% weniger als österreichische Staatsangehörige. Die niedrigsten Verdienste verzeichneten dabei Frauen mit türkischer Staatsangehörigkeit mit 9,51 Euro.

Hinweis: Wenn nicht anders ausgewiesen beziehen sich die Angaben zu den Verdiensten auf die Bruttostundenverdienste (ohne Mehr- und Überstunden) der unselbständig Beschäftigten (ohne Lehrlinge) gemessen am Median. Der Median ist jener Wert, unter bzw. über dem die Verdienste von jeweils der Hälfte der Beschäftigten liegen.

Die Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung 2018 repräsentieren insgesamt rund 2,7 Mio. unselbständig Beschäftigte. Im Rahmen einer Stichprobenerhebung wurden bei rund 11.000 Unternehmen Informationen zu rund 200.000 Beschäftigten erhoben. Erfasst wurden Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F der ÖNACE 2008) und im Dienstleistungsbereich (Abschnitte G-N und P-S der ÖNACE 2008). Laut EU-Recht ausgenommen sind die Abschnitte A „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ und O „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“. Die Umsetzung der Verdienststrukturerhebung regelt in Österreich die Verdienststrukturstatistik-Verordnung (BGBl. II Nr. 66/2007, in der Fassung BGBl. II Nr. 99/2011).

Die Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung sind auch kostenlos über die Datenbank STATcube von Statistik Austria abrufbar.

Ergebnisse für alle EU-Mitgliedstaaten stehen in der Eurostat Datenbank unter Lohn- und Gehaltsstrukturerhebung (Structure of Earnings Survey) zur Verfügung. Die Verdienststrukturerhebung wird in der gesamten EU alle vier Jahre nach harmonisierten Standards (EG-Verordnungen Nr. 530/1999, Nr. 1738/2005, Nr. 698/2006) durchgeführt. Die Daten erlauben zuverlässige und aussagekräftige Vergleiche zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten. Unterschiede zu den national publizierten Daten ergeben sich u.a. daraus, dass von Eurostat alle Verdienste inklusive Mehr- und Überstunden gemessen am arithmetischen Mittel für alle unselbständig Beschäftigten (inkl. Lehrlinge) ausgewiesen werden. Monats- und Jahresverdienste werden zudem in Vollzeiteinheiten angegeben. Personen, die weniger als 30 Wochen im Jahr beschäftigt waren, werden von Eurostat bei der Darstellung der Jahresverdienste nicht berücksichtigt.

Ergebnisse im Überblick: Bruttostundenverdienste 2010 / 2014 / 2018
Ergebnisse im Überblick: Bruttostundenverdienste 2018
Bruttostunden-, Bruttomonats- und Bruttojahresverdienste nach Wirtschaftstätigkeit 2018
Bruttostunden-, Bruttomonats- und Brutojahresverdienste nach Berufsgruppen 2018

Bruttostundenverdienste

Bruttostundenverdienste der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttostundenverdienste der Vollzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttostundenverdienste der Teilzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttostundenverdienste 2018 nach Merkmalen der Unternehmen
Bruttostundenverdienste 2018 nach Merkmalen der Beschäftigten

Bruttomonatsverdienste

Bruttomonatsverdienste der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttomonatsverdienste der Vollzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttomonatsverdienste der Teilzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttomonatsverdienste 2018 nach Merkmalen der Beschäftigten

Bruttojahresverdienste

Bruttojahresverdienste der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttojahresverdienste der Vollzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttojahresverdienste der Teilzeitbeschäftigten nach Wirtschaftstätigkeit und Geschlecht 2018
Bruttojahresverdienste 2018 nach Merkmalen der Beschäftigten

Entwicklung der Bruttostundenverdienste (inflationsbereinigt) 2006-2018
Anteil der Beschäftigten nach Verdienstklassen 2018 in %
Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männer nach Branchen (2018)
Infografik_

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Verdienststrukturerhebung 2014, Struktur und Verteilung der Verdienste in Österreich

Erscheinungsdatum: 4/2017

 
 

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Verdienststrukturerhebung 2010, Struktur und Verteilung der Verdienste in Österreich

Erscheinungsdatum: 02/2013

 
 

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Verdienststrukturerhebung 2006, Struktur und Verteilung der Verdienste in Österreich

Erscheinungsdatum: 4/2009

 
 

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