Einkommensteuerstatistik 2008

Bei der Einkommensteuerstatistik handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter, da Daten der Finanzverwaltung ausgewertet werden. Sie basiert auf über 866.000 Einkommensteuerveranlagungen. Veranlagt werden (natürliche) Personen, die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und/oder sonstige Einkünfte beziehen Die Besteuerung bei nichtselbständiger Arbeit erfolgt grundsätzlich durch Lohnsteuerabzug, den der Arbeitgeber vornimmt. Lohnsteuerpflichtige, die auch Einkünfte aus einer oder mehreren der o. a. Einkunftsarten beziehen, werden auch zur Einkommensteuer veranlagt.

Veranlagungsfälle

Die Einkommensteuerstatistik 2008 weist 866.734 Veranlagungsfälle (+25.547 oder +3,0% gegenüber dem Vorjahr), davon 601.057 Steuerfälle (+21.007 oder +3,6%) und 265.677 Nullfälle (+4.540 oder +1,7%), aus. Nullfälle sind zur Einkommensteuer veranlagte Personen, die zwar grundsätzlich steuerpflichtig sind, bei denen sich aber entweder durch zu geringe Einkünfte oder durch Verluste oder Abzug von Sonderausgaben kein oder nur ein minimales zu versteuerndes Einkommen ergibt, weshalb keine oder nur eine geringfügige Steuer vorgeschrieben wird, die sich durch diverse Steuerabsetzbeträge entweder auf Null reduziert oder zu einer Gutschrift führt. Die Nullfälle werden bei den folgenden Ausführungen außer Acht gelassen

Einkünfte und Festgesetzte Einkommensteuer

Gegenüber 2007 erhöhte sich das Volumen der Einkünfte der Steuerfälle auf 25,7 Mrd. Euro (+4,7%). Das zu versteuernde Einkommen stieg auf 25,0 Mrd. Euro (+4,9%), die festgesetzte Einkommensteuer belief sich auf 8,1 Mrd. Euro (+6,3%), wodurch sich eine Steuerbelastungsquote von 32,4% ergab. Die meisten (saldierten) Einkünfte wurden aus der Einkunftsart „Nichtselbständige Arbeit“ mit 13,4 Mrd. Euro bezogen, gefolgt von den Einkünften aus „Selbständiger Arbeit“ mit 5,2 Mrd. Euro und jenen aus „Gewerbebetrieb“ mit 4,8 Mrd. Euro.

Bemessungsarten

Differenziert man die Steuerfälle nach Bemessungsarten, so waren 98,8% unbeschränkt steuerpflichtig, lediglich 7.454 oder 1,2% hatten ihren Wohnsitz im Ausland und waren mit ihren in Österreich erzielten Einkünften nur beschränkt steuerpflichtig (unter den Nullfällen befanden sich noch weitere 5.624 beschränkt Steuerpflichtige).

Innerhalb der Gruppe der unbeschränkt Steuerpflichtigen wird weiters zwischen nur nach Tarif Besteuerten (532.078 Personen) und solchen mit „anderen Bemessungsarten“ unterschieden, wie Grenzgänger, d.s. in Österreich ansässige Arbeitnehmer, die im benachbarten Ausland (Deutschland, Schweiz, Italien oder Liechtenstein) ihren Arbeitsplatz haben und in der Regel an jedem Arbeitstag von ihrem Wohnort auspendeln. Für diese Gruppe der Grenzgänger (21.569 Personen) steht Österreich das Besteuerungsrecht zu. 20.606 Steuerpflichtige hatten einen Progressionsvorbehalt (wobei ausländische Einkünfte zwar nicht besteuert, jedoch zur Ermittlung des auf die inländischen Einkünfte anzuwendenden Steuersatzes herangezogen werden.

Erwähnenswert ist noch jene Gruppe von unbeschränkt Steuerpflichtigen, deren Einkünfte zum Teil (19.025) oder zur Gänze (1.275) mit dem halben Steuersatz zu besteuern waren. Es handelt sich dabei um außerordentliche Einkünfte wie z.B. Einkünfte auf Grund von Beteiligungen, Einkünfte aus besonderen Waldnutzungen, Einkünfte aus der Verwertung patentrechtlich geschützter Erfindungen, Einkünfte aus Betriebsaufgaben und um nicht entnommene Gewinne.

Einkommensstufen und Geschlecht

Mit einem fallmäßigen Zweidrittelanteil trugen die Männer drei Viertel zu den Gesamteinkünften bei und erzielten knapp vier Fünftel des Steueraufkommens. Sie versteuerten durchschnittlich 47.500 Euro und zahlten 16.100 Euro Einkommensteuer, woraus sich eine Steuerbelastungsquote von 33,9% ergab. Die korrespondierenden Vergleichszahlen für die Frauen betrugen 30.500 Euro, 8.500 Euro sowie 27,9%. Bei einer Gesamtbetrachtung lag das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen bei 41.600 Euro, die festgesetzte Einkommensteuer bei 13.500 Euro und die Steuerbelastungsquote bei 32,4%. Der Median des zu versteuernden Einkommens – das ist jener Wert, den jeweils die Hälfte der Steuerpflichtigen über- bzw. unterschreitet - lag bei 25.800 Euro. 36.470 Steuerpflichtige hatten ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro; dabei standen 30.801 Männer 5.669 Frauen gegenüber.

Regionalgliederung

Im landesweiten Durchschnitt (ohne beschränkt Steuerpflichtige) lag der Gesamtbetrag der Einkünfte der Männer mit 48.900 Euro um +55% über jenen der Frauen (31.500 Euro), wobei große regionale Unterschiede zu Tage traten. In den Bundesländern Salzburg (+59%) und Oberösterreich (+62%) war der Vorsprung der Männer besonders groß. Am geringsten fielen die Einkommensvorteile der Männer im Burgenland mit +42% aus.

Der Österreichdurchschnitt von 42.900 Euro wurde in 26 der insgesamt 99 Politischen Bezirke (Wien als ein Bezirk) überschritten, in 73 Bezirken lag er darunter. Spitzenreiter war der Bezirk Mödling mit durchschnittlich 55.500 Euro, gefolgt von Wels-Stadt (50.800 Euro) und Linz-Stadt (50.400 Euro). Die niedrigsten Werte wurden in den Bezirken Schärding mit 32.000 Euro, Rust-Stadt (31.600 Euro) und Hollabrunn (30.600 Euro) registriert. Innerhalb der Bundeshauptstadt lagen die durchschnittlichen Einkünfte im ersten Wiener Gemeindebezirk bei 84.500 Euro, in Wien 19 betrug dieser Wert 67.200 Euro und in Wien 13 64.300 Euro. Wien erzielte mit einem Fünftel der Steuerpflichtigen 23% aller Einkünfte und trug ein Viertel zum Steueraufkommen bei.

Hinweis: Die Broschüre „Statistik der Einkommensteuer 2008“ kann nach ihrer Fertigstellung samt allen Tabellen gratis als pdf-Datei heruntergeladen werden! Klicken Sie hierzu auf den Reiter „Publikationen“ (siehe unten).

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Hauptergebnisse der Einkommensteuerstatistiken für die Jahre 2004 bis 2008HTMLPDFXLSX
Steuerfälle 2008: Haupterhebungsmerkmale nach EinkommensstufenHTMLPDFXLSX
Steuerfälle 2008: Haupterhebungsmerkmale nach BundesländernHTMLPDFXLSX
Steuerfälle 2008: Einkünfte (nach Ausgleich mit Verlusten) nach BundesländernHTMLPDFXLSX



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