Die Statistik zur Unternehmensdemografie umfasst Daten zu aktiven Unternehmen, zu Unternehmensneugründungen, deren Fortbestand, zu Unternehmensschließungen sowie entsprechende Beschäftigungsdaten. Unternehmensdemografische Statistiken spielen als Grundlage für politische Entscheidungen und Analysen eine wichtige Rolle. Von Interesse ist insbesondere auch die Bedeutung neu gegründeter Unternehmen als Impulsgeber für die Wirtschaft durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Abgeleitete Indikatoren wie Neugründungs-, Schließungs- und (4-jährige) Überlebensraten sind darüber hinaus Teil der EU-Strukturindikatoren, die zur Verfolgung der Fortschritte im sogenannten Lissabon-Prozess zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung herangezogen werden.
Auf europäischer Ebene werden Daten
zur Unternehmensdemografie seit einigen Jahren im Rahmen eines Gentlemen’s
Agreements gesammelt. An dieser nach einem harmonisierten Konzept entwickelten jährlichen Datensammlung
nimmt Österreich seit dem Jahr 2008 teil (Berichtsjahre 2005
Die Berechnungen zur Erstellung der Demografiedaten verwenden die jeweils zum Zeitpunkt der Berechnungen aktuell verfügbaren administrativen Daten. Zudem müssen Schätzungen zur Vervollständigung der Berechnungen vorgenommen werden. Aus Konsistenzgründen erfolgen die Berechnungen jeweils für die gesamte Zeitreihe und nicht bloß für das aktuelle Berichtsjahr. Das bedeutet, dass sich auch für die vergangenen Jahre leicht andere Ergebnisse zeigen als sie für diese Jahre bereits auf Basis der vorjährigen Berechnungen publiziert wurden.
Im Jahr 2008 wurden
Auf Abschnitts-Ebene der ÖNACE 2008 liegen hohe Anteile an Neugründungen in den Wirtschaftsbereichen „Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen“ (10,5%), „Verkehr“ (9,5%) und „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (8,8%) vor. Die niedrigsten Neugründungsraten liegen in den Wirtschaftsbereichen „Bergbau“ (3,3%), „Herstellung von Waren“ (4,5%) und „Gesundheits- und Sozialwesen“ (5,1%) vor.
Im Berichtszeitraum 2008 wurden insgesamt
Im Durchschnitt wurden durch neu gegründete Unternehmen 2,4 Arbeitsplätze (Beschäftigte
pro Neugründung) geschaffen, während 1,8 Arbeitsplätze durch geschlossene Unternehmen verloren gingen.
Die meisten Arbeitsplätze bei neuen Unternehmen entstanden im Bereich
„Beherbergung und Gastronomie“
Die Neugründungsdaten im Zeitverlauf weisen folgenden Trend auf: Von 2004 zu 2005 kommt es zu einem Anstieg der Neugründungen. Im Jahr 2006 sinkt die Anzahl der Neugründungen auf ein niedrigeres Niveau als 2004, ebenso sinken die Neugründungen im Jahr 2007 und 2008 steigen sie wieder an.
Was das Überleben von im Jahr 2004 neu gegründeter Unternehmen betrifft, waren rund 90,2% der Unternehmen im Jahr 2005 noch aktiv. Die 2-jährige Überlebensrate (von 2004 auf 2006) beträgt 81,4%, nach drei Jahren waren noch 72,8% der Unternehmen aktiv. Für die 4-jährige Überlebensrate ergibt sich ein Prozentsatz von 66,7%. Die höchsten 4-jährigen Überlebensraten sind für die Wirtschaftsbereiche „Gesundheits- und Sozialwesen“ (80,2%), „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (76,8%) und „Sonst. Dienstleistungen“ (74,5%) zu verzeichnen.
Weiterführende Hinweise zur Methodik der Datensammlung
Informationen und Ergebnisse zur Arbeitgeberunternehmensdemografie