Unternehmensschließungen

Im Jahr 2009 wurden insgesamt 24.436 Unternehmen mit 46.163 Beschäftigten geschlossen, was gemessen an der Anzahl aktiver Unternehmen eine Schließungsrate von 6,1% ergibt. Die Schließungsrate ist im Vergleich zu 2008 (6,5%) gesunken.

Was die Auswirkung auf die Beschäftigung betrifft, waren im Durchschnitt 1,9 Arbeitsplätze (für selbständig und unselbständig Beschäftigte) pro Unternehmensschließung betroffen. Die meisten Beschäftigten pro Schließung waren in den Bereichen „Bergbau“ (6,0), „Beherbergung und Gastronomie“ (2,6), „Bau“ (2,6) und „Verkehr“ (2,4) zu verzeichnen.

Die Schließungsrate war nach Wirtschaftsbereichen betrachtet im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008-Abschnitte G-S, ohne 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“) höher (6,7%) als im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F; 4,3%). Auf Ebene der einzelnen Abschnitte waren 2009 überdurchschnittlich hohe Anteile von Schließungen in den Wirtschaftsbereichen „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (10,8%), „Erziehung und Unterricht“ (8,5%) sowie „Information und Kommunikation“ (7,3%) zu beobachten. Wirtschaftsbranchen mit niedrigen Schließungsraten waren: „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (4,0%), „Herstellung von Waren“ (4,1%) sowie „Gesundheits- und Sozialwesen“ (4,4%).

Eine Analyse der Unternehmensschließungen 2009 nach Rechtsform zeigt, dass auch hier Einzelunternehmen den größten Anteil ausmachten (82,0%), an zweiter Stelle standen Personengesellschaften und andere Rechtsformen (rund 10%) - der Rest entfiel auf Kapitalgesellschaften (7,9%). Bei Einzelunternehmen war – ebenso wie bei den Neugründungen – die Schließungsrate mit 7,5% am höchsten, bei Personengesellschaften und anderen Rechtsformen bzw. bei Kapitalgesellschaften betrug sie nur 4,3% bzw. 2,4%. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro Unternehmensschließung ist bei den Einzelunternehmen (1,6) im Vergleich zu den Kapitalgesellschaften (3,0) bzw. Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (3,1) relativ niedrig.

Beinahe zwei Drittel der Unternehmensschließungen (65,1%) entfielen auf die Beschäftigtengrößenklasse „0 unselbständig Beschäftigte“; hier war auch die Schließungsrate am höchsten (10,4%). Beinahe ein Drittel der Schließungen (31,1%) war in der Größenklasse  zwischen 1 und 4 unselbständig Beschäftigten wiederzufinden; geschlossene Unternehmen mit zwischen 5 und 9 bzw. mit 10 oder mehr Beschäftigten machten insgesamt nur 3,8% der Schließungen aus.

Eine überdurchschnittlich hohe Schließungsrate unter den Bundesländern wies Wien auf (6,6%). Diese lag 0,5 Prozentpunkte über der durchschnittlichen Schließungsrate. Prozentual gesehen entfielen 26,7% der Schließungen auf Wien. Niederösterreich hatte im Jahr 2009 16,3% der Schließungen zu verzeichnen; auf dem dritten Platz befand sich mit 14,3% die Steiermark. Besonders niedrig waren die Schließungsraten 2009 in den Bundesländern Vorarlberg (5,2%), Salzburg  (5,4%) und Oberösterreich (5,6%).

Die Ergebnisse nach Geschlecht zeigen, dass sich knapp zwei Drittel (66,1%) der geschlossenen Einzelunternehmen im Jahr 2009 in männlicher Eigentümerhand befanden. Die Schließungsrate der Unternehmen, welche von Frauen gegründet wurden, lag jedoch mit 9,0% über jener der von Männern gegründeten Einzelfirmen (7,0%).

Entwicklung der Unternehmensschließungen im Zeitverlauf (2004 bis 2009) 

Insgesamt stiegen die Schließungen von 2004 auf 2009 um mehr als ein Viertel (rund 26%) an. Dennoch lagen die Schließungszahlen in allen Jahren unter jenen der Neugründungen. Im Jahr 2004 wurden die wenigsten Unternehmen geschlossen (19.402), im Wirtschaftskrisenjahr 2008 die meisten (26.309). Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet war der Zuwachs bei den Schließungszahlen in diesem fünfjährigen Beobachtungszeitraum in folgenden Branchen am höchsten: „Energieversorgung“ (+93,3%), „Gesundheits- und Sozialwesen“ (+87,9%) sowie „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (+84,7%). Was die Verteilung der Schließungen nach Rechtsform betrifft, kann beobachtet werden, dass die als Einzelunternehmen geschlossenen Unternehmen über die Jahre überdurchschnittlich stark anstiegen (+41,2%), während die Schließungszahlen bei den Personengesellschaften (und andere Rechtsformen) bzw. bei den Kapitalgesellschaften zurückgingen (-17,9% bzw. -12,5%). Die Entwicklung der Schließungen nach Beschäftigtengrößenklasse zeigt deutlich, dass sich die Anzahl der Schließungen bei Unternehmen mit 0 unselbständig Beschäftigten stark (+43,1%) und bei jenen mit zwischen 1 und 4 unselbständig Beschäftigten leicht erhöhten (+6,3%). Bei Unternehmen mit zwischen 5 und 9 bzw. mit 10 und mehr unselbständig Beschäftigten gingen die Schließungszahlen tendenziell zurück (-15,0% bzw. -23,7%). Eine Analyse nach dem Geschlecht (bei Einzelunternehmen) ergab, dass die Anzahl der geschlossenen Einzelunternehmen, die von Frauen geleitet wurden, im Zeitverlauf überdurchschnittlich anstiegen (+45,1% gegenüber +39,3% bei den von Männern geführten Einzelunternehmen).

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Unternehmensschließungen 2009 - Hauptergebnisse nach RechtsformHTMLPDFXLSX
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Unternehmensschließungen 2009 nach BundesländernHTMLPDFXLSX
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Anteile Schließungen nach Rechtsformgruppen 2004 bis 2009

Anteile Schließungen nach Beschäftigtengrößenklassen 2004 bis 2009

Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2009 nach Rechtsform

Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2009 nach Beschäftigtengrößenklasse

Unternehmensbestand vs. Unternehmensschließungen 2009 nach Bundesländern


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