Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung

Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung (FGR): Österreichergebnisse 2019

Nach hohen Schadholzmengen im Jahr 2018 setzten Hitze, Stürme und Trockenheit gepaart mit der massiven Ausbreitung des Borkenkäfers der Forstwirtschaft 2019 weiter zu. Rekordmengen an Schadholz auch in den Nachbarländern führten zu einem starken Preisrückgang. Bei im Vorjahresvergleich leicht rückläufigen Einschlagsmengen sank der Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs lt. vorläufigen Berechnungen um 11,0%. In der Folge waren auch Wertschöpfung und Einkommen der heimischen Forstwirtschaft stark rückläufig.

Der Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs belief sich 2019 auf rd. 2,2 Mrd. Euro. Davon entfielen 83,7% auf die Produktion forstwirtschaftlicher Güter (Forstbaumpflanzen, Zuwachs von Waldbäumen, Sägerundholz, Industrierundholz und Rohholz für die energetische Nutzung) und 16,3% auf sonstige Güter und Dienstleistungen (forstwirtschaftliche Dienstleistungen, nicht trennbare Nebentätigkeiten und andere Produkte). Bei einem Holzeinschlag von 18,9 Mio. Erntefestmetern ohne Rinde (-1,5%; vgl. BMLRT (2020): Holzeinschlagsmeldung 2019) und deutlich rückläufigen Holzpreisen sank der Produktionswert forstwirtschaftlicher Güter um 12,8% auf rd. 1,8 Mrd. Euro. Zum Tragen kam dabei insbesondere der starke Rückgang beim Sägerundholz (-16,9%). Einem Minus beim Industrierundholz (-7,8%) stand ein wertmäßiges Plus beim Rohholz für die energetische Nutzung gegenüber (+6,3%). Der Produktionswert von Sägerundholz belief sich dabei auf rd. 0,8 Mrd. Euro, der des Industrierundholzes auf rd. 0,1 Mrd. Euro und jener des Rohholzes für die energetische Nutzung auf rd. 0,3 Mrd. Euro. Der monetär bewertete Zuwachs an Waldbäumen im wirtschaftlich genutzten Ertragswald betrug rd. 0,6 Mrd. Euro, mit einem Rückgang um 16,6% im Vergleich zum Vorjahr. Die forstwirtschaftlichen Dienstleistungen, welche 2019 rd. 12,9% zum Gesamtproduktionswert beitrugen, verblieben auch 2019 nach einem starken Anstieg im Vorjahr auf hohem Niveau (gegenüber 2018: -0,4%). Die nichtforstwirtschaftlichen Nebentätigkeiten, mit einem Anteil am Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs von rd. 2,9%, nahmen leicht zu (+2,0%). Andere Produkte (Nebennutzungen, sonstige forstwirtschaftliche Erzeugnisse), welche lediglich 0,5% des gesamten Produktionswertes ausmachten, waren rückläufig (-20,0%).

Die Vorleistungen der Forstwirtschaft beliefen sich auf rd. 1,2 Mrd. Euro (-11,1%). Dieser Wert inkludiert die Nutzung von stehendem Holz, welche sich auf rd. 0,6 Mrd. Euro belief (-20,7%). Die Abschreibungen für das Anlagevermögen machten rd. 0,2 Mrd. Euro aus (+1,1%).

Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen (diese errechnet sich aus dem Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs abzüglich der Vorleistungen) sank um 10,8%. Bei der Nettowertschöpfung zu Herstellungspreisen, d.h. nach Abzug der Abschreibungen, betrug der Rückgang 13,4% und beim Faktoreinkommen 14,1%. Noch deutlich stärkere Einbußen gab es beim Nettounternehmensgewinn (-22,2%). In der Folge sank der Anteil des Nettounternehmensgewinns am Produktionswert des Wirtschaftsbereichs auf 21% (Zehnjahresmittel 2010-2019: 28%)

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2019“.

Methodische Hinweise zur FGR

Die Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung ist ein Satellitenkonto zum System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen, das auf den Wirtschaftsbereich Forstwirtschaft abstellt. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Analyse des Produktionsprozesses in der Forstwirtschaft und des darin erzielten Primäreinkommens. Die FGR wurde in Österreich im Jahr 2001 entsprechend den Vorgaben des Eurostat-Handbuchs zur landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung LGR/FGR 97 (Rev.1.1) aufgebaut. Im Jahr 2019 wurden die Datenreihen der FGR grundlegend überarbeitet und auf die Methodik gemäß European Forest Accounts (EFA Fragebogen, Tabellenblatt B.1. ökonomische Kennzahlen der Forstwirtschaft) umgestellt. Nähere Erläuterungen zu den durchgeführten Revisionen finden sich in den methodischen Hinweisen zur FGR.

Den dargestellten Berechnungen der Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung liegt die mit Anfang Juli 2020 verfügbare Datenbasis zugrunde. Da zu diesem Zeitpunkt einige Ausgangsdaten der FGR noch nicht verfügbar bzw. teilweise noch nicht endgültig waren, handelt es sich um vorläufige Ergebnisse.

Regionale Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung (Regionale FGR): Bundesländerergebnisse 2019

Der Schwerpunkt der forstlichen Erzeugung Österreichs liegt in Niederösterreich, der Steiermark, Oberösterreich und Kärnten. 2019 wurden vom Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs in der Höhe von rd. 2,2 Mrd. Euro 26,1% in Niederösterreich und 23,0% in der Steiermark erzielt. Die Anteile Oberösterreichs und Kärntens beliefen sich auf 17,1% bzw. 15,1%. Tirol trug 7,3%, Salzburg 5,7%, das Burgenland 3,5%, Vorarlberg 2,0% und Wien 0,2% bei.

Im Vorjahresvergleich verzeichneten sämtliche Bundesländer eine Abnahme des forstlichen Gesamtproduktionswerts, mit den stärksten Rückgängen in Vorarlberg (-20,6%) und der Steiermark (-19,3%). Etwa dem Österreichschnitt (-11,0%) entsprach die Entwicklung des Gesamtproduktionswerts im Burgenland (-12,0%), in Salzburg (-11,2%), Kärnten (-10,6%) und Wien (-10,1%). In Niederösterreich (-7,9%), Tirol (-4,9%) und Oberösterreich (-4,0%) fielen die Einbußen etwas schwächer aus.

Die forstliche Bruttowertschöpfung war ebenfalls in der Steiermark (-17,2%) und Vorarlberg (-17,1%) am stärksten rückläufig, gefolgt von Salzburg (-13,3%), Kärnten (-12,5%) und Tirol (-11,2%). Niedriger als im Bundesmittel (-10,8%) waren die Verluste im Burgenland (-9,4%), Niederösterreich (-8,2%), Oberösterreich (-2,4%) sowie in Wien (-0,9%).

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2019“.

Methodische Hinweise zur regionalen FGR

In Ergänzung zur Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung (FGR) für Österreich stellt die regionale FGR Daten über die wirtschaftliche Lage in der Forstwirtschaft auf Ebene der Bundesländer bereit. Sie zeigt regionale Disparitäten auf und liefert Informationen über den Beitrag der einzelnen Bundesländer zum Gesamtproduktionswert bzw. zur Wertschöpfung in der heimischen Forstwirtschaft.

Die Ergebnisse der regionalen FGR für ein bestimmtes Berichtsjahr werden jeweils im Oktober des Folgejahres veröffentlicht. Bei den gegenständlichen Daten für 2019 handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, welche mit dem Stand der nationalen FGR vom Juli 2020 konsistent sind.

FGR: Ergebnisse im Überblick
FGR: Produktionskonto
FGR: Einkommensentstehungskonto
FGR: Unternehmensgewinnkonto
FGR: Vermögensbildungskonto
Regionale FGR: Zusammensetzung des Produktionswerts des Wirtschaftsbereichs Forstwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2019 (Werte zu laufenden Preisen)
Regionale FGR: Ergebnisse im Überblick
Regionale FGR: Produktionswert, Vorleistungen und Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs Forstwirtschaft nach Bundesländern im Jahr 2019

FGR: Zusammensetzung der forstwirtschaftlichen Produktion
FGR: Zusammensetzung der forstwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2019
Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereiches zu Herstellungspreisen, nominelle Entwicklung
Hauptgrößen der Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung, nominelle Entwicklung
Regionale FGR: Anteile der Bundesländer am Produktionswert des Wirtschaftsbereichs Forstwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2019


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Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2019

Erscheinungsdatum: 07/2020

 
 

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Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2019

Erscheinungsdatum: 10/2020

 
 

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Statistik der Landwirtschaft 2019

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Statistik der Landwirtschaft 2018

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Statistik der Landwirtschaft 2017

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