Öffentlicher Schuldenstand

Für die budgetäre Notifikation an die Europäische Kommission Ende März 2021 (Mitteilung von öffentlichem Defizit/Überschuss und öffentlichem Schuldenstand in Zusammenhang mit den Maastrichter Konvergenzkriterien) berechnete Statistik Austria die Daten für das Jahr 2020 gemäß den Kategorien des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010). Der öffentliche Schuldenstand belief sich Ende 2020 somit auf 315,2 Mrd. Euro bzw. 83,9% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit liegt die Staatsverschuldung um 34,8 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert, die Schuldenquote (=Verhältnis der Staatsschulden zum BIP) erhöhte sich gleichzeitig um 13,4 Prozentpunkte. Die stärkste Erhöhung in absoluten Zahlen 2020 stammte aus dem Bundessektor, vor allem bei der Kerneinheit Bund (Bund ohne außerbudgetäre Einheiten), wo es durch diverse Corona Hilfsmaßnahme zu einem sehr starken Anstieg an Verbindlichkeiten kam. Ein leichter Gegentrend in diesem Teilbereich stellten die Verbindlichkeiten aus dem Bankenpaket dar, wo es zu einer weiteren Reduzierung an Verpflichtungen kam. Auch im Landes-und Gemeindesektor führte die Corona Krise zu einem Anstieg an Verbindlichkeiten, wobei im Gemeindesektor fehlende Daten für 2020 auf Basis der Vorjahreswerte geschätzt wurden. Ebenso stiegen im Sozialverssicherungssektor die Verbindlichkeiten zu Jahresende an. Dieser Anstieg hängt mit dem Zeitpunkt der Pensionsauszahlungen zusammen und betrifft nur kurzfristige Finanzierungen. Von der Art der Verschuldung entfielen im Jahr 2020 1,7 Mrd. Euro auf Einlagen, 266,5 Mrd. Euro auf Anleihen und 46,9 Mrd. Euro auf Kredite.

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand

Die Staatsverschuldung betrug zum Stichtag 31. März 2021 nach Berechnungen von Statistik Austria 326,9 Mrd. Euro oder 87,4% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und stellt damit die höchste öffentliche Verschuldung, sowohl in absoluten als auch relativen Zahlen, seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1954 dar. Damit war sie um 11,7 Mrd. Euro höher als am Ende des Vorquartals (Q4/2020); die Schuldenquote (öffentliche Schulden im Verhältnis zum BIP) stieg in diesem Zeitraum um 3,5 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Ende des Vorjahresquartals (Q1/2020) stieg der öffentliche Schuldenstand um 37,8 Mrd. Euro und erhöhte sich um 14,3 Prozentpunkte des BIP.

Von der Art der Verschuldung entfielen 280,3 Mrd. Euro auf Anleihen, 44,9 Mrd. Euro auf Kredite und 1,7 Mrd. Euro auf Einlagen.

Die COVID-19-Krise belastet den österreichischen Staatshaushalt weiterhin massiv. Da die meisten Corona-Hilfspakete (Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss, Umsatzersatz etc.) auf Bundesebene finanziert werden, kam es auch in diesem Teilbereich zum stärksten Anstieg an Verbindlichkeiten. Wie auch schon in den ersten beiden Quartalen 2020 ging die Schuldaufnahme mit einem hohen Anstieg an Einlagen auf der Aktivseite einher, was bestätigte, dass die Auszahlungen aus den diversen Corona-Hilfspaketen zwar schon vielfach erfolgten, darüber hinaus aber auch vorsorglich neue Verbindlichkeiten eingegangen wurden, um weitere zukünftige Auszahlungen aus dem Maßnahmenpaket zu finanzieren.

Dass der öffentliche Schuldenstand im 1. Quartal 2021 nicht noch stärker gestiegen ist, kann vor allem dem Sozialversicherungssektor zugeschrieben werden, der seine Verbindlichkeiten um etwa 1,6 Mrd. Euro verringern konnte. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass es bei den Verbindlichkeiten der Sozialversicherungsträger unterjährig durch kurzfristige Finanzierungen zu starken Schwankungen kommt, die einem jährlichen Muster, mit einem starken Schuldenabbau jeweils im 1.Quartal, folgen.

Darüber hinaus gab es einen leichten Anstieg an Verbindlichkeiten im Landesektor und im Gemeindesektor.

Öffentlicher Schuldenstand
Öffentlicher Schuldenstand nach Teilsektoren des Staates und Bundesländern
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand mit Sondereffekten des Bankenpakets
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand, 1. Quartal 2000 - 1. Quartal 2021

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand vom 1.Quartal 2000 bis 1.Quartal 2021


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