Einkommensteuerstatistik 2018

Bei der Einkommensteuerstatistik handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter, da Daten der Finanzverwaltung ausgewertet werden. Sie basiert auf 1.019.420 Einkommensteuerveranlagungen. Veranlagt werden (natürliche) Personen, die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und/oder sonstige Einkünfte beziehen. Die Besteuerung bei nichtselbständiger Arbeit erfolgt grundsätzlich durch Lohnsteuerabzug, den der Arbeitgeber vornimmt. Lohnsteuerpflichtige, die auch Einkünfte aus einer oder mehreren der o. a. Einkunftsarten beziehen, werden auch zur Einkommensteuer veranlagt. Der Einkommensteuertarif ist progressiv konzipiert, wobei nach der Einkommensteuerreform 2016 nun sechs Steuersätze in einer Bandbreite zwischen 25 Prozent und 55 Prozent zur Anwendung gelangen.

Veranlagungsfälle

Die Einkommensteuerstatistik 2018 weist 1.019.420 Veranlagungsfälle (+14.824 oder +1,5% gegenüber dem Vorjahr), davon 719.202 Steuerfälle (+19.521 oder +2,8%) und 300.218 Nullfälle (-4.697 oder -1,5%), aus. Nullfälle sind zur Einkommensteuer veranlagte Personen, die zwar grundsätzlich steuerpflichtig sind, bei denen sich aber entweder durch zu geringe Einkünfte oder durch Verluste oder Abzug von Sonderausgaben kein oder nur ein minimales zu versteuerndes Einkommen ergibt, weshalb keine oder nur eine geringfügige Steuer vorgeschrieben wird, die sich durch diverse Steuerabsetzbeträge entweder auf Null reduziert oder zu einer Gutschrift führt. Die Nullfälle werden bei den folgenden Ausführungen außer Acht gelassen.

Einkünfte und Festgesetzte Einkommensteuer

Gegenüber 2017 stieg das Volumen der Einkünfte der Steuerfälle auf 35,7 Mrd. Euro (+4,7%). Das zu versteuernde Einkommen betrug 34,8 Mrd. Euro (+4,8%), die festgesetzte Einkommensteuer belief sich auf 11,3 Mrd. Euro (+7,0%), wodurch sich eine Steuerbelastungsquote von 32,3% ergab. Im Veranlagungsjahr 2010 wurde der „Gewinnfreibetrag“ für Einkünfte aus „Land- und Forstwirtschaft“, „Selbständiger Arbeit“ und „Gewerbebetrieb“ wirksam. Gewinne aus diesen Einkunftsarten werden automatisch um den Grundfreibetrag (3.900 Euro) gekürzt. Bei entsprechenden Investitionen kann zusätzlich der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag bis zu einer Höhe von 45.350 Euro (inkl. Grundfreibetrag) in Anspruch genommen werden. Dies bedeutet, dass die Einkünfte der genannten Einkunftsarten nur noch um den Gewinnfreibetrag gekürzt dargestellt werden können. Die meisten (saldierten) Einkünfte wurden aus der Einkunftsart „Nichtselbständige Arbeit“ mit 19,4 Mrd. Euro bezogen, gefolgt von den Einkünften aus „Selbständiger Arbeit“ mit 7,5 Mrd. Euro und jenen aus „Gewerbebetrieb“ mit 6,0 Mrd. Euro.

Bemessungsarten

Differenziert man die Steuerfälle nach Bemessungsarten, so waren 98,6% unbeschränkt steuerpflichtig, lediglich 9.829 oder 1,4% hatten ihren Wohnsitz im Ausland und waren mit ihren in Österreich erzielten Einkünften nur beschränkt steuerpflichtig (unter den Nullfällen befanden sich noch weitere 10.136 beschränkt Steuerpflichtige).

Innerhalb der Gruppe der unbeschränkt Steuerpflichtigen wird zwischen nur nach Tarif Besteuerten (658.991 Personen) und solchen mit „anderen Bemessungsarten“ unterschieden, wie Grenzgänger, d.s. in Österreich ansässige Arbeitnehmer, die im benachbarten Ausland (Deutschland, Schweiz, Italien oder Liechtenstein) ihren Arbeitsplatz haben und in der Regel an jedem Arbeitstag von ihrem Wohnort auspendeln. Für diese Gruppe der Grenzgänger (25.638 Personen) steht Österreich das Besteuerungsrecht zu. 23.345 Steuerpflichtige hatten einen Progressionsvorbehalt (wobei ausländische Einkünfte zwar nicht besteuert, jedoch zur Ermittlung des auf die inländischen Einkünfte anzuwendenden Steuersatzes herangezogen werden).

Erwähnenswert ist noch jene Gruppe von Steuerpflichtigen (2.552), deren Einkünfte zum Teil oder zur Gänze mit dem halben Steuersatz zu besteuern waren. Es handelt sich dabei um außerordentliche Einkünfte wie z.B. Einkünfte aus besonderen Waldnutzungen, Einkünfte aus der Verwertung patentrechtlich geschützter Erfindungen und um Einkünfte aus Betriebsaufgaben. Im Berichtsjahr 2009 hatten noch über 16.000 Steuerpflichtige Einkünfte, die mit dem halben Steuersatz besteuert wurden, weil bis dahin auch nicht entnommene Gewinne unter diese Regelung gefallen waren.

Einkommensstufen und Geschlecht

Mit einem fallmäßigen Anteil von 62,8% trugen die Männer 71,4% zu den Gesamteinkünften bei und erzielten 75,9% des Steueraufkommens. Sie versteuerten durchschnittlich 55.100 Euro und zahlten 18.900 Euro Einkommensteuer, woraus sich eine Steuerbelastungsquote von 34,3% ergab. Die korrespondierenden Vergleichszahlen für die Frauen betrugen 37.000 Euro, 10.100 Euro sowie 27,4%. Bei einer Gesamtbetrachtung lag das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen bei 48.400 Euro, die festgesetzte Einkommensteuer bei 15.600 Euro und die Steuerbelastungsquote bei 32,3%. Der Median des zu versteuernden Einkommens – das ist jener Wert, den jeweils die Hälfte der Steuerpflichtigen über- bzw. unterschreitet - lag bei 31.600 Euro. 58.385 Steuerpflichtige hatten ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro; dabei standen 46.839 Männer 11.546 Frauen gegenüber.

Regionalgliederung

Im landesweiten Durchschnitt (ohne beschränkt Steuerpflichtige) lag der Gesamtbetrag der Einkünfte der Männer mit 56.900 Euro um +47,7% über jenem der Frauen (38.500 Euro), wobei große regionale Unterschiede zu Tage traten. In den Bundesländern Vorarlberg (+62%) und Salzburg (+58%) war der Vorsprung der Männer besonders groß. Am geringsten fielen die Einkommensvorteile der Männer im Burgenland mit +39% aus.

Der Österreichdurchschnitt von 50.100 Euro wurde in 23 der insgesamt 94 Politischen Bezirke (Wien als ein Bezirk) überschritten, in 71 Bezirken lag er darunter. Die fünf einkommensstärksten Bezirke waren Mödling (63.600 €), Stadt Wels (62.300 €), Tulln (58.600 €), Waidhofen/Ybbs (58.000 €) sowie Stadt Linz mit 57.100 €. Wien als Bezirk folgt dahinter mit 56.600 €. Die niedrigsten Werte wurden in den Bezirken Hollabrunn (39.300 €), Braunau (39.200 €) und Jennersdorf (38.500 €) erzielt. Innerhalb der Bundeshauptstadt lagen die durchschnittlichen Einkünfte im ersten Wiener Gemeindebezirk mit 86.100 € bei weitem am höchsten; in Döbling betrug der Wert 79.800 € und in Hietzing 75.200 €. Wien erzielte mit 19,0% der Steuerpflichtigen 21,4% aller Einkünfte und trug mit 23,4% zum Steueraufkommen bei.

Hinweis: Die Broschüre „Statistik der Einkommensteuer 2018“ kann nach ihrer Fertigstellung samt allen Tabellen gratis als pdf-Datei heruntergeladen werden! Klicken Sie hierzu auf den Reiter „Publikationen“ (siehe unten).

Hauptergebnisse der Einkommensteuerstatistiken für die Jahre 2014 bis 2018
Steuerfälle 2018: Haupterhebungsmerkmale nach Einkommensstufen
Steuerfälle 2018: Haupterhebungsmerkmale nach Bundesländern
Steuerfälle 2018: Einkünfte (nach Ausgleich mit Verlusten) nach Bundesländern

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Statistik der Einkommensteuer 2018

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Statistik der Einkommensteuer 2017

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Statistik der Einkommensteuer 2016

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