Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen

Hinweis: Im Anschluss an den Text stehen neben Monats- und Quartalsergebnissen auch Jahresergebnisse sowie eine Zeitreihe der UVA-Statistik und Abdeckungsraten der USt- durch die UVA-Daten als Tabellen in den Formaten PDF und XLSX zur Verfügung. Klickt man im Reiter „Tabellen“ rechts unten auf „ganze Liste anzeigen“, erhält man den besten Überblick über das Angebot.

Umsatzsteuerpflichtig sind die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen im Inland gegen Entgelt durchführt, der Eigenverbrauch und die Einfuhr von Gegenständen. Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist grundsätzlich das Entgelt, bestimmte Umsätze unterliegen jedoch nicht der Umsatzsteuer, wobei zwischen echt und unecht befreiten Umsätzen – bei Letzteren darf keine Vorsteuer abgezogen werden - zu unterscheiden ist. Die wichtigsten Steuersätze betragen 20% und 10%, seit 2016 gibt es einen weiteren ermäßigten Steuersatz in der Höhe von 13%. Ab 1. Juli 2020 gibt es einen Steuersatz in Höhe von 5% für Gastronomie-Umsätze, der zunächst bis 31.12.2020 befristet war, in Folge allerdings bis 31.12.2021 verlängert wurde. Alle anderen Sätze haben nur marginale Bedeutung.

Der Zweck der Umsatzsteuervoranmeldung besteht in der laufenden Entrichtung der Umsatzsteuer, indem jeweils für den sogenannten Voranmeldungszeitraum – ein Monat oder ein Quartal – die Umsatzsteuer für die in diesem Zeitraum angefallenen Umsätze abzüglich der Vorsteuer berechnet und im Fall einer Zahllast an die Finanzverwaltung abgeführt wird. Dabei handelt es sich um Umsatzsteuer-Vorauszahlungen; die endgültige Umsatzsteuer für ein Kalenderjahr wird dann auf Basis der Umsatzsteuererklärung für dieses Jahr durch die Umsatzsteuerveranlagung und den daraus resultierenden Umsatzsteuerbescheid festgelegt.

Eine Umsatzsteuervoranmeldung, d.h. eine Darstellung der Umsätze und der darauf entfallenden Umsatzsteuer, muss nur dann bei der Finanzverwaltung eingereicht werden, wenn bestimmte Bedingungen – im Wesentlichen ein Vorjahresumsatz ab 35.000 Euro (ab 1.1.2020; Grenzwert 2011 bis Ende 2019: 30.000 Euro; Grenzwert bis Ende 2010: 100.000 Euro) – erfüllt sind (nähere Informationen dazu: siehe Reiter "Weitere Informationen" unterhalb des Textes).

Die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen basiert auf den Daten der bei der Finanzverwaltung eingereichten Umsatzsteuervoranmeldungen und wird quartalsweise – jeweils im 4. auf das Berichtsquartal folgenden Monat – erstellt; eine Beschreibung der Vorgangsweise findet sich unter "Weitere Informationen" unterhalb des Textes. Weil Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz unter 100.000 Euro bis Ende des Jahres 2010 keine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen mussten, deckte diese Statistik bis dahin zwar nur knapp zwei Drittel der Unternehmen, aber rund 95% des Umsatzes ab; durch die Senkung des Grenzwertes für die Verpflichtung zur Einreichung der Umsatzsteuervoranmeldung auf 30.000 Euro ab 2011 wird die Abdeckung noch besser (2017: 77,9% der Unternehmen, 96,9% des Umsatzes). Die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen liefert daher eine gute Schätzung der Gesamt-Umsätze. Dabei sind Branchen mit einem hohen Anteil an umsatzstarken Unternehmen besser repräsentiert als jene mit einem hohen Anteil an umsatzschwachen Unternehmen.

Da die Umsatzsteuerstatistik wegen der späten Verfügbarkeit hinreichend vollzähliger Daten erst rund 2,5 Jahre nach Ende des Berichtsjahres vorliegt, besteht der Wert der Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen darin, dass sie sehr aktuelle und nicht nur jährliche, sondern auch Quartalswerte liefert.

Neue Kennzahlen in der Umsatzsteuervoranmeldung

Zur Unterstützung der Gastronomie, der Hotellerie, der Kulturbranche sowie des Publikationsbereichs wurde ab 1.Juli 2020 ein befristeter ermäßigter Steuersatz iHv 5 Prozent eingeführt.

Vorläufige Ergebnisse 4. Quartal und Jahr 2020

Mit der Lieferung der UVA-Daten durch die Finanzverwaltung am 18. Februar besteht die Möglichkeit, zwar vorläufige Zahlen für das 4. Quartal und das gesamte Jahr 2020 zu veröffentlichen, die jedoch üblicherweise sehr nahe an die endgültigen herankommen.

Der steuerbare Umsatz für das 4. Quartal ergab trotz Lockdowns ab November mit 197,5 Mrd. Euro das höchste Quartalsergebnis des Jahres 2020. Gegenüber dem 4. Quartal des Vorjahres war allerdings ein Rückgang um 7,6 Mrd. Euro bzw. 3,7% zu verzeichnen. Als vorläufiges Jahresergebnis wurden 727,1 Mrd. Euro gemeldet und damit ein Rückgang um 5,6% gegenüber 2019, wobei die Anzahl der meldenden Unternehmen mit 558.619 nur um 0,4% unter dem Vorjahreswert lag.

Die Rückgänge des gesamten Umsatzsteueraufkommens, das sich aus Bruttoumsatzsteuer abzüglich Vorsteuern und zuzüglich Erwerbsteuer sowie Einfuhrumsatzsteuer ergibt, fielen mit -7,6% im 4. Quartal (auf 7,6 Mrd. Euro) und -6,8% im Jahr 2020 (auf 29,0 Mrd. Euro) noch stärker aus als die des steuerbaren Umsatzes.

Umsätze, die mit dem neuen ermäßigten Steuersatz von 5% zu besteuern waren, gingen im 4.Quartal gegenüber dem 3. Quartal um 59,3% (von 6,5 Mrd. Euro auf 2,7 Mrd. Euro) zurück, weil die davon hauptsächlich profitierenden Branchen „Beherbergung und Gastronomie“ sowie „Kultur, Unterhaltung und Erholung“ im 4. Quartal am stärksten vom Lockdown betroffen waren.

Die Verteilung des Umsatzrückgangs im Jahr 2020 um insgesamt 5,6% nach Branchen bot ein sehr differenziertes Bild: während in drei Branchen sogar Umsatzzuwächse ausgewiesen wurden (Öffentliche Verwaltung +11,8%, Information und Kommunikation +1,4% und Gesundheits- und Sozialwesen +0,6%), mussten in sieben Wirtschaftsbereichen sogar zweistellige Umsatzeinbrüche hingenommen werden. Am stärksten waren Beherbergung und Gastronomie mit -31,5% (auf 15,7 Mrd. Euro) betroffen, es folgten die Sonstigen Dienstleistungen mit -16,1% (auf 3,4 Mrd. Euro), Verkehr und Lagerei mit -16,0% (auf 29,6 Mrd. Euro), die Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit -14,8% (auf 19,5 Mrd. Euro), Kunst, Unterhaltung und Erholung mit -13,6% (auf 7,9 Mrd. Euro), Erziehung und Unterricht mit -11,4% (auf 1,6 Mrd. Euro) und der Bergbau mit -10,7% (auf 1,5 Mrd. Euro.)

Die Herstellung von Waren verzeichnete ein Minus von 9,7% (auf 163,7 Mrd. Euro), der Handel schnitt mit -3,8% (auf 232,2 Mrd. Euro) doch deutlich besser ab.   

Endgültige Ergebnisse 3. Quartal 2020

Der steuerbare Umsatz des 3. Quartals 2020 in Höhe von 188,9 Mrd. Euro (im 3. Quartal 2019: 192,5 Mrd. Euro) verteilte sich wie folgt auf die einzelnen Monate bzw. die Quartalsmeldungen: auf die 169.546 Quartalsmelder (d.s. Unternehmer, deren Umsätze im vorangegangenen Kalenderjahr 100.000 Euro nicht überstiegen haben) entfielen nur 2,1 Mrd. Euro (d.i. ein durchschnittlicher Quartalsumsatz von 12.000 Euro); durch die monatlichen Voranmeldungen wurden im Juli 66,5 Mrd. Euro Umsatz gemeldet, im August 56,4 Mrd. Euro und im September 63,9 Mrd. Euro. Im Juli betrug der durchschnittliche Monatsumsatz von 329.905 meldenden Unternehmen 202.000 Euro, im August (327.703 Unternehmen) 172.000 Euro und im September (326.692 Unternehmen) 196.000 Euro.

Im 3. Quartal 2020 wurden etwas mehr als eine halbe Million Steuerpflichtige ausgewiesen, nämlich 509.719 (-1,2% gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres). Diese meldeten einen steuerbaren Umsatz von 188,9 Mrd. Euro (-1,9%). Der steuerpflichtige Umsatz betrug 124,2 Mrd. Euro und ging damit im Vergleich zum 3. Quartal 2019 um 1,0% zurück. Steuerfreie Umsätze wurden in Höhe von 55,9 Mrd. Euro gemeldet, was einem Rückgang um 3,2% entspricht.

Bei den Reverse Charge-Umsätzen mit einer Höhe von 8,8 Mrd. Euro, die zum steuerbaren Umsatz addiert wurden, war gegenüber dem 3. Quartal 2019 ein Minus von 5,8% zu verzeichnen.

Die Bruttoumsatzsteuer sank im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal um 4,9% auf 26,3 Mrd. Euro, die Erwerbsteuer (für Einfuhren aus der EU) betrug 5,3 Mrd. Euro (-4,4%). Mit -6,2% (auf 25,1 Mrd. Euro) fiel auch die Veränderung bei den abziehbaren Vorsteuern negativ aus. Das gesamte Steueraufkommen, das sich aus Bruttoumsatzsteuer abzüglich Vorsteuern und zuzüglich Erwerbsteuer sowie Einfuhrumsatzsteuer (1,0 Mrd. Euro) ergibt, betrug im 3. Quartal 2020 7,5 Mrd. Euro und damit um 4,0% weniger als ein Jahr zuvor.

Der steuerpflichtige Umsatz in der Höhe von 124,2 Mrd. Euro verteilte sich folgendermaßen auf die vier relevanten Steuersätze: 76% (d.s. 93,9 Mrd. Euro) waren mit 20% zu besteuern, 18% (22,0 Mrd. Euro) mit 10%, 1% (1,8 Mrd. Euro) mit dem zweiten ermäßigten Steuersatz von 13% und 5% (6,5 Mrd. Euro) mit dem neuen, befristeten Steuersatz von 5%.

Von den innergemeinschaftlichen Erwerben (28,2 Mrd. Euro) wurden 87% (24,5 Mrd. Euro) mit 20% besteuert, 11% (3,2 Mrd. Euro) mit 10%, nur etwas mehr als 1% (296 Mio. Euro) mit 13% und 0,3% (77 Mio. Euro) mit 5%.

Umsatzstufen

58,8% des gesamten Quartalsumsatzes wurden von nur 0,4% aller Unternehmen (mit 10 Mio. Euro und mehr steuerbarem Umsatz) erwirtschaftet, 90,0% des Umsatzes von 9,8% der Unternehmen (mit einem steuerbaren Umsatz von mindestens 300.000 Euro). Der Vergleich mit dem 3. Quartal 2019 zeigt, dass nur in den Umsatzstufen mit einem Quartalsumsatz bis 5.000 Euro die Zahl der Fälle und die Umsätze gestiegen sind, während in allen anderen Stufen Umsatzrückgänge zu verzeichnen waren; die stärksten mit -5,3% in der Stufe mit einem Umsatz zwischen 10.000 Euro und 20.000 Euro sowie mit -4,9% in der Stufe mit einem Umsatz zwischen 10 Mio. Euro und 30 Mio. Euro.

Wirtschaftsbereiche

Der Bereich "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz" mit 16,5% der meldenden Unternehmen hatte mit 31,9% (60,2 Mrd. Euro) den größten Anteil am steuerbaren Umsatz. Es folgte die „Herstellung von Waren“ mit 22,3% des Gesamtumsatzes (42,1 Mrd. Euro) und 5,1% der Unternehmen. Fallmäßig war der Bereich "Grundstücks- und Wohnungswesen" mit 22,2% vor dem Handel der bedeutendste, was darauf zurückzuführen ist, dass dieser Wirtschaftsbereich auch alle Wohnungseigentümergemeinschaften von Häusern mit Eigentumswohnungen umfasst, die zwar der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, jedoch keine Unternehmen im eigentlichen Sinn sind.

Vergleicht man die Ergebnisse der beiden umsatzstärksten Branchen mit jenen im gleichen Quartal des Vorjahres, stellt man fest, dass im Handel um 1,1% höhere Umsätze erzielt werden konnten, während sie im Bereich „Herstellung von Waren“ um 7,0% zurückgingen.

Während in sechs der 19 Wirtschaftsbereiche Umsatzzunahmen im Vergleich zum 3. Quartal des Vorjahres zu verzeichnen waren – die höchsten in der Öffentlichen Verwaltung (+16,2% auf 16,4 Mrd. Euro), wo die Umsätze von den (steuerfreien) Beiträgen für Pensions- und Krankenversicherungen dominiert werden, und in der Information und Kommunikation (+11,9% auf 5,4 Mrd. Euro; ein großer Teil dieses Anstiegs war jedoch nur durch die Umstrukturierung bei einem Unternehmen (unentgeltliche Unternehmensübertragung) begründet, der sich als Eigenverbrauch auf den steuerbaren Umsatz niedergeschlagen hat; siehe auch Monat Juli), gab es in den übrigen 13 Branchen aufgrund der COVID-19-Krise Umsatzrückgänge, wobei die Bereiche „Verkehr und Lagerei“ (-16,9% auf 7,2 Mrd. Euro) sowie „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (-16,3% auf 5,0 Mrd. Euro) am stärksten betroffen waren. Hinter dem Bergbau (-11,7% auf 392 Mio. Euro), dem Bereich „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (-10,6% auf 2,1 Mrd. Euro) und der Herstellung von Waren (-7,0%) folgte der vom Lockdown im März/April am stärksten betroffene Bereich „Beherbergung und Gastronomie“ (-5,2% auf 5,7 Mrd. Euro) „nur“ auf Rang 6.

Rechtsformen

Betrachtet man die Haupterhebungsmerkmale der Umsatzsteuervoranmeldungsstatistik gegliedert nach Rechtsformen, ergibt sich auch für das 3. Quartal 2020 das übliche Bild: Gesellschaften mit beschränkter Haftung wiesen 55,0% des Gesamtumsatzes aus, Personengesellschaften/-gemeinschaften und Aktiengesellschaften jeweils rund 11% (wobei nur 0,2% der meldenden Unternehmen Aktiengesellschaften waren). Dass diese drei Rechtsformen mit einem Anteil von 44% aller Veranlagungsfälle über drei Viertel des Umsatzes erbrachten, lag daran, dass die größte Gruppe – die 259.719 natürlichen Personen – mit 51,0% der Steuerpflichtigen lediglich 6,7% des Umsatzes auswies.

Regionalgliederung mit Berücksichtigung ausländischer Umsatzsteuerfälle

Steuerbare Umsätze sind gemäß § 1 UStG „Umsätze aus Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen im Inland gegen Entgelt ausführt“. Aus diesem Grund wurden die Ergebnisse der Statistiken der Umsatzsteuer und der Umsatzsteuervoranmeldungen bis ins Jahr 2010 regional nur nach Bundesländern gegliedert publiziert. Möchte man allerdings darstellen, dass auch ausländische Unternehmen (ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt bzw. ohne Sitz oder Betriebsstätte im Inland) inländische steuerbare Umsätze tätigen können, muss die regionale Gliederung um die Ausprägung „Ausland“ erweitert werden. Zieht man diese Fälle zu einer detaillierteren Analyse der regionalen Zugehörigkeit der Umsätze heran, erhält man folgende Ergebnisse (siehe „Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2020 inklusive ausländischen Unternehmen“ im Tabellenblock):

Die Bundeshauptstadt Wien erwirtschaftete 32,3% des österreichischen Gesamtumsatzes, danach folgten Oberösterreich (17,0) und Niederösterreich (12,8%). Die regionale Verteilung wird aber etwas „verzerrt“ dargestellt, da die regionale Zuordnung der Steuerpflichtigen zum Sitz der Geschäftsleitung erfolgt und Unternehmen, die über verschiedene Standorte – ein Beispiel sind die Filialen von Einzelhandelsketten – verfügen, daher nur einem Standort zugeordnet werden können.

Der durchschnittliche steuerbare Umsatz je Unternehmen war – abgesehen von den ausländischen Umsatzsteuerfällen mit 723.000 Euro – ebenfalls in Wien am höchsten (526.000 Euro). Hinter Oberösterreich (449.000 Euro) folgte Salzburg, das mit 376.000 Euro ebenfalls über dem Österreich-Durchschnitt von 371.000 Euro Quartalsumsatz lag. Vorarlberg rangierte mit 325.000 Euro auf Platz 4, danach folgten Niederösterreich (290.000 Euro), die Steiermark (272.000 Euro) und Kärnten (262.000 Euro) deutlich vor den beiden Schlusslichtern, die von Tirol (223.000 Euro) und dem Burgenland gebildet wurden, wo der steuerbare Umsatz je Unternehmen mit 221.000 Euro am geringsten war.

Auch bei der Anzahl der meldenden Unternehmen stand Wien mit 115.945 (das sind 22,7%) an erster Stelle, dahinter folgten Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark. Im Burgenland reichten nur 13.669 Unternehmen (das sind 2,7% aller Meldenden) eine Umsatzsteuervoranmeldung ein, aus dem Ausland erfolgten 10.698 Voranmeldungen (2,1%).

Fünf Bundesländer mussten im Vergleich zum 3.Quartal des Vorjahrs stärkere Umsatzeinbußen als Österreich insgesamt (-1,9%) hinnehmen: im Burgenland betrugen diese -6,4%, in Niederösterreich -6,0%, in der Steiermark -4,8%, in Kärnten -4,6% und in Tirol -2,9%. Vorarlberg (-1,7%) und Oberösterreich (-1,1%) lagen knapp besser als der Österreich-Wert, besser schnitten Salzburg (-0,7%) sowie Wien und die ausländischen Umsatzsteuerfälle ab, bei denen die Veränderungsraten sogar leicht positiv (+0,6 bzw. +0,8%) waren. 

Besonders hoch waren die Anteile der ausländischen Unternehmen bei der Einfuhrumsatzsteuer (20,4% der Gesamtsumme) und bei der Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb (6,5%). Der Anteil an den Reverse Charge-Umsätzen, der in Wien mit 33,3% am höchsten war, betrug bei den ausländischen Unternehmen 3,7%. Während ihr Anteil am steuerbaren Umsatz 4,1% (d.s. 7,7 Mrd. Euro) betrug, trugen die ausländischen Unternehmen 3,0% von der Bruttoumsatzsteuer; insgesamt ergab sich für sie eine Zahllast von 188 Mio. Euro (2,9%).

Vorläufige Monatsergebnisse

Auswirkungen von COVID-19

Aufgrund der außergewöhnliche Umstände und der Bedeutung, die diese Daten haben, zieht Statistik Austria seit April 2020 die üblichen Veröffentlichungstermine der UVA vor und macht die Ergebnisse der Öffentlichkeit früher als geplant zugänglich.

Für einen ersten Überblick über die Auswirkungen des COVID-19-Shutdowns auf die steuerbaren Umsätze der Unternehmen war es notwendig, die Umsatzsteuervoranmeldungen nach einzelnen Monaten und Quartalsmeldungen getrennt zu tabellieren (siehe unten: Reiter „Tabellen“). Da die Ergebnisse einen Monat früher als üblich publiziert werden, bedeutet das, dass die von der Finanzverwaltung übernommenen Daten direkt nach der Übernahme jeweils am 20. eines Monats und damit direkt im Anschluss an den Fälligkeitstag für die Voranmeldungen (d.i. der 15. des zweitfolgenden Kalendermonats) aufbereitet werden mussten. Eine Analyse der Vorjahresergebnisse (für die auch die Umsatzsteuervoranmeldungen miteinbezogen wurden, die erst einen Monat verspätet eingereicht wurden), zeigte, dass rund 97% der Voranmeldungen des jeweiligen Quartals bereits bis zum Fälligkeitstag eingereicht wurden und mit diesen 99% des steuerbaren Umsatzes abgedeckt waren, d.h., dass der fällige Säumniszuschlag in Höhe von 2% der Abgabe Wirksamkeit zeigt.

Bei der Bewertung der vorliegenden Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass für Säumniszuschläge, die aufgrund der Betroffenheit des Steuerpflichtigen von der COVID-19-Krise verhängt werden, die Möglichkeit besteht, einen Antrag auf Herabsetzung bzw. auf Nichtfestsetzung zu stellen. Dadurch kann es zu Abweichungen bei späteren Revisionen kommen.

Seit Mitte November 2020 stehen auch die einzelnen UVA-Monate des Jahres 2019 als Excel-Ergebnisse zur Verfügung – siehe Reiter „Tabellen“.

Grafik 1  

Dezember 2020

Das vorläufige Ergebnis für Dezember 2020 brachte mit einem steuerbaren Umsatz von 67,3 Mrd. Euro den Monatshöchstwert des Jahres 2020 und übertraf damit das Ergebnis für Juli um 0,7 Mrd. Euro.

Während gegenüber Dezember 2019 (endgültiges Ergebnis) ein Umsatzrückgang um 3,1% und ein Rückgang der Meldungen um 5,4% ausgewiesen wurden, konnten gegenüber dem vorläufigen Ergebnis des Vormonats ein Plus von 9,1% und ein Zuwachs bei den meldenden Unternehmen um 4,1% auf 313.122 verzeichnet werden.

Im Vergleich mit Dezember 2019 brachen vor allem die Umsätze der Beherbergung und Gastronomie (um -77,6% auf 476 Mio. Euro) und bei Erziehung und Unterricht (um -30,0% auf 112 Mio. Euro) ein. Der Handel (-0,5% auf 20,1 Mrd. Euro) und die Herstellung von Waren (-1,3% auf 13,4 Mrd. Euro) waren hingegen nicht so stark vom Lockdown betroffen.  

November 2020

Die vorläufigen Zahlen für den Monat November 2020 geben wieder, was aufgrund des 2.Lockdowns (und dem Wechsel vom sanften zum harten Lockdown in der Monatsmitte) zu erwarten war: sowohl gegenüber dem vorläufigen Ergebnis des Monats Oktober als auch gegenüber dem November des Vorjahres gingen die Anzahl der Umsatzsteuervoranmeldungen und die Umsätze zum Teil deutlich zurück. 300.850 meldende Unternehmen bedeuteten einen Rückgang um 3,6% gegenüber dem Vormonat und um 9,1% gegenüber dem (allerdings endgültigen) Ergebnis für den November 2019. Die Umsätze sanken um 3,5% bzw. 3,7% auf 61,7 Mrd. Euro.

Für die Betrachtung nach Branchen eignet sich der Vergleich mit den vorläufigen Zahlen des Vormonats: der Rückgang der Umsätze in der Beherbergung und Gastronomie im Oktober wurde durch den Lockdown noch verschärft und belief sich im November auf -62,6% (auf 431 Mio. Euro). Ebenfalls stark betroffen waren die Bereiche „Erziehung und Unterricht“ (-29,1% auf 89 Mio. Euro), „Sonstige Dienstleistungen“ (-26,3% auf 209 Mio. Euro) und „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (-12,5% auf 588 Mio. Euro). Im Grundstücks- und Wohnungswesen (+10,9% auf 2,4 Mrd. Euro), dem Bergbau (+7,8% auf 143 Mio. Euro) und beim Bau (+5,8% auf 5,4 Mrd. Euro) waren gegenüber Oktober sogar etwas stärkere Umsatzzuwächse zu verzeichnen, bei den Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+1,5%), in der Öffentlichen Verwaltung (+1,3%) und in der Land- und Forstwirtschaft (+1,0%) jeweils leichte.

Während der Handel einen Umsatzrückgang um 6,0% (auf 19,6 Mrd. Euro) verzeichnete, wurde bei der Herstellung von Waren nur ein Minus von 1,5% (auf 14,9 Mrd. Euro) gemeldet.

Oktober 2020

Das vorläufige Ergebnis für den Monat Oktober 2020 unter Einbeziehung aller UVA-Meldungen bis 15. Dezember, ergab für 311.990 Unternehmen einen steuerbaren Umsatz von 63,9 Mrd. Euro. Während die Anzahl an Unternehmen gegenüber dem vorläufigen Ergebnis des Vormonats nur geringfügig anstieg (um 1.706, also 0,5%), fiel die Umsatzzunahme im Monatsvergleich mit 1,5% etwas stärker aus. Im Vergleich mit Oktober des Vorjahres (endgültiges Ergebnis) war ein Umsatzrückgang um 7,4% zu verzeichnen.

Bei acht Branchen gab es im Oktober Umsatzrückgänge um mehr als 10%: in der Beherbergung und Gastronomie war ein Einbruch um 31,7% (auf 1,2 Mrd. Euro) zu verzeichnen, im Bereich „Verkehr und Lagerei“ ein Rückgang um 23,8% (auf 2,4 Mrd. Euro); dann folgten der Bergbau (-16,8% auf 132 Mio. Euro), die Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-15,9% auf 1,7 Mrd. Euro) und die Sonstigen Dienstleistungen (-14,5% auf 284 Mio. Euro). Nur in der Öffentlichen Verwaltung gab es einen Umsatzanstieg (+7,4% auf 4,5 Mrd. Euro).

Während der Handel einen Umsatzrückgang um 5,5% (auf 20,8 Mrd. Euro) verzeichnete, wurde bei der Herstellung von Waren ein Minus von 9,1% (auf 15,1Mrd. Euro) gemeldet.

Reverse Charge-Umsätze (Änderung ab dem 1. Quartal 2014)

Beginnend mit der Aufarbeitung der Daten für das 1. Quartal 2014 werden für den steuerbaren Umsatz laut Umsatzsteuerstatistik außer den Reverse Charge-Umsätzen für Bauleistungen, welche den überwiegenden Teil der Reverse Charge-Umsätze ausmachen, auch die zwischenzeitlich hinzugekommenen übrigen Arten von Reverse Charge-Umsätzen zum steuerbaren Umsatz laut Umsatzsteuerbescheid addiert. Eine detaillierte Darstellung des Katalogs der Reverse Charge-Umsätze und der Vorgehensweise im Zuge der Aufarbeitung der Daten findet man in der Publikation „Statistik der Umsatzsteuer 2017“ (PDF, 6MB), Seite 17 ff.

Neue Kennzahlen in der Umsatzsteuervoranmeldung

Durch das Steuerreformgesetz 2015/16 (StRefG 2015/2016, BGBl. I Nr. 118/2015) kam es auch für die Umsatzsteuer und damit bei der Umsatzsteuervoranmeldung zu einigen Änderungen. Auf dem Formular U30 zur Umsatzsteuervoranmeldung gibt es daher seit Anfang des Jahres 2016 drei neue Kennzahlen (006 = steuerpflichtiger Umsatz, besteuert mit 13%; 007 = 7% Zusatzsteuer für pauschalierte land- und forstwirtschaftliche Betriebe; 008 = innergemeinschaftlicher Erwerb, besteuert mit 13%), auf die in der Folge eingegangen wird und die in die Haupttabelle aufgenommen wurden. Der neue Steuersatz von 13% gilt u.a. für die Lieferung von lebenden Tieren und Pflanzen, für Umsätze im Zusammenhang mit Kunstgegenständen, für Eintritte zu sportlichen Veranstaltungen, Filmvorführungen und in Schwimmbäder sowie v.a. ab 1. Mai 2016 für Beherbergungsumsätze.

Neuerliche Änderung des Steuersatzes für Beherbergungsumsätze

Achtung: Ab 1. November 2018 unterliegen die Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und die regelmäßig damit verbundenen Nebenleistungen (einschließlich Beheizung) sowie die Vermietung (Nutzungsüberlassung) von Grundstücken für Campingzwecke wieder dem ermäßigten Steuersatz von 10 Prozent (BGBl. I Nr. 12/2018).

Hinweis: Nähere Informationen über die Umsatzsteuervoranmeldung, die Aufbereitung der Daten und die Erhebungsmerkmale sind über den Reiter "Weitere Informationen" (siehe unten) verfügbar.

In den „Statistischen Nachrichten“ findet sich in der Ausgabe September 2020 ein Beitrag zur UVA.

vorläufige Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2020
Zeitreihe der UVA-Statistik 2005-2020

Monate 2020 (vorläufig, nicht revidiert)

Hauptergebnisse der UVA-Statistik Jänner 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Februar 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik März 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Quartalsmeldungen 1.Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik April 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Mai 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Juni 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Quartalsmeldungen 2.Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Juli 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik August 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik September 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Quartalsmeldungen 3.Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Oktober 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik November 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik Dezember 2020

Monate 2019

Hauptergebnisse der UVA-Statistik alle Monate 2019

Vorquartale

Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2020 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2020 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2020 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2019 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2019 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2019 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2019 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 4. Quartal 2018 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 3. Quartal 2018 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2. Quartal 2018 inklusive ausländischer Unternehmen
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 1. Quartal 2018 inklusive ausländischer Unternehmen

Jahresergebnisse

vorläufige Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2020
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2019
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2019 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2018
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2018 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2017
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2017 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2016
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2016 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2015
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2015 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2014
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2014 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2013
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2013 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2012
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2012 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2011
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2011 inklusive Ausländern
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2010
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2009
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2008
Hauptergebnisse der UVA-Statistik 2007

Weitere Tabellen

Abdeckungsraten der USt- durch die UVA-Daten, 2005 - 2017


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