Deutliche Wirtschaftserholung im 2. Quartal 2021

Nach dem schwersten Einbruch der Wirtschaftsleistung seit 1945 erholt sich Österreichs Wirtschaft im 2. Quartal 2021 erstmals wieder. Nach fünf rückläufigen Quartalen in Folge steigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut vorläufigen Berechnungen von Statistik Austria im Vergleich zum 2. Quartal 2020 real um 12,8%. Im Vergleich zum Vorquartal lag der Anstieg der Wirtschaftsleistung bei 4,0% (saison- und arbeitstagbereinigt).

Die Ergebnisse sind aufgrund der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen allerdings nach wie vor mit großer Unsicherheit behaftet.

Konsum wieder erstarkt; Investitionen und Außenhandel im Aufschwung

Der Konsum privater Haushalte erweist sich im 2. Quartal 2021 mit einem realen Wachstum von 8,9% gegenüber dem Vorjahresquartal (+2,0% zum Vorquartal) als kräftiger Wachstumstreiber. Das Ende des Lockdowns im 2. Quartal macht sich dabei vor allem im Konsum von Dienstleistungen (+9,5% zum Vorjahresquartal, +17,4% im Vergleich zum Vorquartal) bemerkbar. Auch die Investitionen legen mit einer realen Wachstumsrate von 15,4% gegenüber dem 2. Quartal 2020 (+1,5% zum Vorquartal) noch einmal zu.

Auch beim Export von Waren und Dienstleistungen hinterlässt das Ende des Lockdowns deutliche Spuren. Er wächst real gegenüber dem Vorjahresquartal um 34,6% (+13,7% im Vergleich zum Vorquartal). Beim Import von Waren und Dienstleistungen wird im 1. Quartal 2021 ein realer Anstieg um 29,3% gegenüber dem 2. Quartal 2020 verbucht (+3,7% zum Vorquartal). 

Gastronomie und Beherbergung auf Erholungskurs; Industrie bleibt am Wachstumspfad

Die vom Lockdown am meisten beeinträchtigten Branchen weisen im 2. Quartal 2021 die größten Wachstumsraten auf, können aber noch nicht an das Vorkrisenniveau heranreichen. Der Bereich Gastronomie und Beherbergung steigt real um 30,3% gegenüber dem Vorjahresquartal und erreicht damit 43,8% seiner Wertschöpfung vom 2. Quartal 2019. Auch der Kunst- und Kulturbereich sowie die persönlichen Dienstleistungen weisen real mit 30,3% zum Vorjahresquartal ein kräftiges Wachstum auf, kommen damit aber nur auf 83,1% des Vorkrisenniveaus.     

Der Handel kann nach dem Lockdown-Ende wieder durchatmen und wächst real um 19,6% gegenüber dem 2. Quartal 2020 (+2,7% gegenüber dem Vorquartal). Er übersteigt damit auch das Vorkrisenniveau und verzeichnet eine Wertschöpfung von 105,1% bemessen an der Wertschöpfung im 2. Quartal 2019.  Die Herstellung von Waren trat bereits zu Beginn des Jahres in eine Erholungsphase ein und bleibt mit 19,9% realem Anstieg zum Vorjahresquartal (+0,0% zum Vorquartal) weiterhin stabil. Auch die freiberuflichen und wirtschaftsnahen Dienstleistungen erleben mit einem realen Wachstum von 22,6% im Vergleich zum 2.Quartal 2020 (+2,2% zum Vorquartal) einen neuerlichen Aufschwung. 

Beschäftigung und geleistete Arbeitsstunden wachsen wieder

Der Arbeitsmarkt beginnt sich im 2. Quartal 2021 zu erholen. Die Beschäftigtenzahlen steigen gegenüber dem 1. Quartal 2021 um 2,3%. Das entspricht einem Anstieg von 5,2% gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Lockdown-Ende zeigt sich vor allem in einem deutlichen Anstieg der geleisteten Arbeitsstunden (+16,5% im Vergleich zum Vorjahresquartal, +2,4% im Vergleich zum Vorquartal).

Die Summe der Löhne und Gehälter liegt um 3,2% (nominell) über dem Niveau vom 1. Quartal 2021. Ein Anstieg ist auch im Vergleich zum 2. Quartal 2020 (+10,5% nominell) zu beobachten.

Entstehung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - saison- und arbeitstagsbereinigt
Entstehung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - unbereinigt
Verteilung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - bereinigt
Verteilung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - unbereinigt
Verwendung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - saison- und arbeitstagsbereinigt
Verwendung des Bruttoinlandsproduktes nach ESVG 2010 - unbereinigt
Erwerbstätigkeit nach verschiedenen ESVG-Konzepten
Erwerbstätige Personen
Arbeitsproduktivität - Lohnstückkosten


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